Höhere Taktung und Aussicht auf Förderung Stuhrer Rat stimmt Konzept für Buslinie 120 zu

Der Rat der Gemeinde Stuhr hat die überarbeiteten Pläne zum Ausbau der Buslinie 120 zwischen Brinkumer ZOB und Kirchweyher Bahnhof einstimmig angenommen.
25.06.2020, 19:08
Lesedauer: 3 Min
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Stuhrer Rat stimmt Konzept für Buslinie 120 zu
Von Alexandra Penth

Stuhr. Der Stuhrer Gemeinderat hat am Mittwoch den Beschluss zum letzten Baustein des Mobilitätskonzeptes – zumindest den Busverkehr betreffend – gefasst. Einstimmig folgte das Gremium dem neuen Vorschlag der Gemeindeverwaltung für den Ausbau der bestehenden Buslinie 120. Die favorisierte Variante ist die dritte von insgesamt vier Möglichkeiten. Die Streckenführung der in der Sitzungsvorlage als „Regioschnellbus“ betitelten Linie soll demnach über die Leester Straße beziehungsweise Brinkumer Straße in Weyhe erfolgen – so, wie es das Planungsbüro PGV seinerzeit angeregt hatte. Ziel ist eine attraktive Anbindung an den Schienenverkehr.

Die ursprüngliche Planung beinhaltete, möglichst für die Hauptverkehrszeiten am Morgen (6 bis 9 Uhr) eine kurze Reisezeit zwischen dem Brinkumer ZOB über Kirchweyhe bis zum Bremer Hauptbahnhof zu haben. Das durch eine direkte Linienführung der 120. Zudem war eine Anbindung an den Regionalexpress der Deutschen Bahn sowie die Anfahrt des Kirchweyher Bahnhofs auf der Westseite geplant. Doch der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) hatte Einwände gegen den Beschluss. So fahren die Regionalbuslinien ausschließlich die Ostseite des Kirchweyher Bahnhofs an, wobei der Zweckverband bei den Zusatzfahrten aus Stuhr keine Ausnahme machen möchte. Auch lehnte er die morgendlichen Verstärkerfahrten aus betriebswirtschaftlichen Gründen ab. Schließlich sei das Aufbrechen der Tarifstruktur für den ZVBN im Verbundraum nicht umsetzbar, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Daraufhin hatte der ZVBN die vier Varianten ausgearbeitet. Sie alle sehen vor, eine 30-Minuten-Taktung zwischen Brinkumer ZOB und Bahnhof Kirchweyhe-Ost aufzubauen.

Die Fahrten erfolgen beim von der Gemeinde favorisierten Modell, wie im Übrigen auch beim ersten, zwischen 6 und 20 Uhr. Auf die Anzahl der zusätzlichen Fahrten gerechnet (30 Stück) ist sie mit Zusatzkosten von 111 000 Euro jährlich die günstigste Variante. Die Reisezeit von 35 Minuten zwischen Brinkum ZOB-Kirchweyhe, Bahnhof-Bremen Hauptbahnhof ist laut Vorlage vergleichbar mit den Regionalbuslinien zwischen Brinkum ZOB über Kattenturm, Neustadt und Hauptbahnhof Bremen.

Die Verwaltung tendiert zur dritten Variante, weil sie den ganzen Tag über „attraktive Fahrten zwischen Brinkum und Kirchweyhe“ vorsieht. Bei Variante zwei und vier waren Hauptverkehrszeiten zwischen 6 und 9 Uhr am Morgen und 15.30 bis 19.30 Uhr ab dem Nachmittag geplant. Außerdem sei die Reisezeit zwischen Brinkum und Bremen eine Alternative zur Nutzung der direkten Regionalbuslinien – insbesondere mit Blick auf die bevorstehende Großbaustelle der A 281. Laut Beschlussvorlage hält es der ZVBN für möglich, einen weiteren Stundentakt einzuführen. Der Zuschussbedarf der Gemeinde liegt für einen zweijährigen Probebetrieb beziehungsweise bis zur Inbetriebnahme der Linie 8 bei alleiniger Finanzierung mit Förderung des ZVBN bei etwa 55 500 Euro jährlich, was „in einem überschaubaren Rahmen“ sei. Im Ratsbeschluss hatte das beauftragte Planungsbüro in seinem Gutachten allein für die Zusatzfahrten am Morgen einen betrieblichen Aufwand von 35 000 Euro angesetzt. Die Gemeinde Weyhe habe zudem zugesichert, eine Kostenbeteiligung zu prüfen. Eine Umsetzung ist bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 denkbar, so die Gemeinde. Im Haushalt sind bereits Mittel dafür vorgesehen. Mögliche Preisanpassungen sind durch den Beschluss abgedeckt.

Aus den Reihen der Ratsmitglieder begrüßte Bernhard Helmerichs (Grüne) die Pläne als „vielleicht nur kleinen Beitrag für die CO2-Bilanz“. Hartmut Martens, bei der Gemeinde Fachbereichsleiter für Bürgerservice, Verkehr und Feuerwehr, erinnerte an die Stauanfälligkeit gerade im Bereich Brinkum-Nord, unter der eben auch Linienbusse leiden. Durch die Stärkung der Anbindung zu Weyhe schaffe die Gemeinde eine Alternative. Skeptisch zeigte sich dagegen Gerd-Wilhelm-Bode (Besser). Er fragte, warum die Linie 113 (Grönemeyer-Linie) nicht von Heiligenrode nach Brinkum und weiter ausgebaut werde. Erst mit dem jüngsten Fahrplanwechsel im Dezember 2019 hatte diese eine höhere Taktung und eine verlängerte Strecke nach Seckenhausen erhalten. Bode wolle möglichen Diskussionsbedarf nach Ablauf des Probebetriebes abwarten.

Das ärgerte Frank Schröder (CDU). Eine nicht näher benannte Gruppe des Rates nörgele stets über nicht Umgesetztes, erwähne aber nicht, was im Zuge des Mobilitätskonzeptes bereits angeschoben worden ist. „Wir sind immer auf der Spur, die Leute mobil zu machen“, sagte Schröder. Ausdruck dessen sei auch die geplante Anbindung an die Straßenbahn „direkt vor der Tür“. Dass in solch einem Konzept auch Bewegung stecken muss, hält Susanne Cohrs (SPD) für selbstverständlich: „Das Wort Mobilitätskonzept sagt auch aus, dass da eine gewisse Mobilität drin bleibt.“

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