Silbersee und Alte Weser Badestellen öffnen früher

Die Badestellen am Silbersee in Stuhr und der Alten Weser in Dreye werden am Sonnabend wieder geöffnet. Am Steller See kann ebenfalls wieder gebadet werden. Überall unter Beachtung der Abstandsregelungen.
17.06.2020, 18:31
Lesedauer: 5 Min
Zur Merkliste
Badestellen öffnen früher
Von Eike Wienbarg

Stuhr/Weyhe. Gute Nachrichten für alle Badefreunde: Sowohl der Silbersee in Stuhr als auch die Alte Weser in Dreye sollen am Wochenende wieder als Badestelle freigegeben werden. Das teilen die beiden verantwortlichen Gemeinden mit. Auch am Steller See in Groß Mackenstedt darf wieder gebadet werden. Allerdings gelten an allen Orten Einschränkungen und auch die geläufigen Hygiene- und Abstandvorschriften.

Eigentlich war die Öffnung der Badestellen erst für den 16. Juli vorgesehen (wir berichteten). Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte begründet die frühere Öffnung des Silbersees aber mit einer „erfreulichen Entwicklung der Corona-Reproduktionszahlen“ in den vergangenen Tagen. Der Rückgang der gemeldeten Fälle erlaube die Öffnung der Badestelle. Ähnlich wie auf Spielplätzen sollen aber Schilder daran erinnern, dass die Nutzer die allgemein geltenden Vorschriften zur Verhinderung der Corona-Verbreitung einhalten.

Aktuell werde mit Hochdruck daran gearbeitet, den Strand – wie schon in den vergangenen Jahren vor Beginn der Badesaison – aufzuhübschen. „Der Strand wird jedes Jahr überholt“, erklärt Guido Stuck, Leiter des Stuhrer Baubetriebshofes. Aktuell sind seine Mitarbeiter dabei, die oberste Schicht der verschiedenen Strandflächen abzutragen und damit aufgelaufene Pflanzen zu entfernen. Anschließend wird neuer Sand verteilt. Rund 200 Tonnen sollen es insgesamt sein, berichtet Stuck weiter.

Mit Beginn der Öffnung des Silbersees will auch die DLRG Stuhr wieder vor Ort sein, wie ihr erster Vorsitzender Uwe Schweers berichtet. „Wir sind in den Vorbereitungen. Bis Samstag werden wir alles fertig machen“, sagt er. In den kommenden Tagen will sich die Gruppe treffen, um ihre Dienste abzusprechen. Ab dem Wochenende wollen die Freiwilligen zu den gewohnten Zeiten vor Ort sein. Schweers betont aber mit Blick auf die Corona-Pandemie: „Wir sind nicht die Hygienepolizei.“ Zwar würden die Mitglieder der DLRG auf die geltenden Abstandsregelungen achten und andere im Notfall darauf hinweisen, diese einzuhalten. Eine echte Kontrolle könne „aber nicht die Aufgabe“ der DLRG sein, sagt Schweers. Er appelliert daran, dass Strandnutzer sich die neue Corona-Warn-App auf ihr Smartphone herunterladen. „Das ist eine zusätzliche Sicherheit“, findet Schweers.

Ansonsten ist der DLRG-Vorsitzende aber froh, dass die Badestellen jetzt wieder freigegeben werden. „Die Leute warten, dass es losgeht“, erzählt Schweers auch mit Blick auf seine DLRG-Kollegen. Ihn hätten in den vergangenen Wochen zahlreiche Anfragen erreicht, wann die Schwimmkurse wieder losgehen. „Wann wir damit beginnen können, müssen wir gucken“, sagt er. Die Stuhrer DLRG wolle in diesem Jahr aber auf jeden Fall noch einen Kurs anbieten.

Dass es durch die lange Pause bei Schwimmkursen oder die Sperrung von Bädern und Seen zu möglichen Problemen beim Saisonstart am Silbersee kommt, befürchtet Schweers hingegen nicht. Derzeit seien die Wassertemperaturen noch gar nicht so für ausgiebige Badegänge geeignet. Für viele Leute sei es wichtiger, den Strand nutzen zu können, sagt er.

Uneingeschränkt positiv blickt Mehmet Besir auf die Aufhebung der Sperrung des Silbersees. Der Pächter der Gaststätte am See möchte ab Sonnabend ebenfalls wieder vor Ort sein. In welcher Form, weiß er aber noch nicht genau. So wolle er sich mit der Gemeinde Stuhr abstimmen, berichtet Besir. Durch den verschobenen Start der Badesaison habe er rund „98 Prozent Umsatzeinbußen“ in seiner Gaststätte gehabt, erzählt der Pächter weiter. Zwar habe er sein Lokal zwischendurch geöffnet, Gäste gab es aber so gut wie keine, berichtet Besir. Ähnlich sei es in seinem zweiten Imbiss in einem Baumarkt in Brinkum-Nord gewesen. „Die Leute wollen noch nicht rein“, hat er beobachtet. Er freue sich aber, endlich wieder – wenn auch mit Einschränkungen – für seine Gäste da sein zu können, blickt Besir in die nahe Zukunft.

Nachdem das Freibad in Weyhe bereits seit Montag geöffnet hat, wird auch die Badestelle an der Alten Weser am kommenden Sonnabend wieder freigegeben. „Die Gemeinde Weyhe hat sich – in Abstimmung mit ihren Nachbarkommunen und nach Rücksprache mit dem Landkreis Diepholz – für eine Freigabe der Badestelle in Dreye entschieden“, heißt es dazu aus der Gemeindeverwaltung. Der eigentliche Saisonstart war für Mitte Mai vorgesehen, die Corona-Pandemie machte aber einen Strich durch die Rechnung.

Zunächst war die Gemeinde Weyhe wie die Nachbarn aus Stuhr einer Empfehlung des Landes Niedersachsen gefolgt, Badestellen erst ab dem 16. Juli wieder zu öffnen. Aber auch vor Ort lasse es die Entwicklung der Corona-Zahlen zu, die Öffnung vorzuziehen. „Ich hatte immer die Hoffnung, dass es eher klappt als erst Mitte Juli. Umso mehr freue ich mich, dass die Leute früher als allgemein angenommen wieder in der Alten Weser schwimmen dürfen“, sagt Weyhes Bürgermeister Frank Seidel. Der Landkreis hatte nach Gemeindeangaben bereits Ende Mai damit begonnen, die Wasserqualität zu proben. Die Ergebnisse seien „stets einwandfrei“ gewesen.

An der Alten Weser gelten aber ebenfalls die Landesvorschriften zur Pandemie, auch dort sollen Schilder darauf hinweisen. „In erster Linie ist hier das Wahren eines Sicherheitsabstandes von mindestens anderthalb Metern zu nennen. Dieser gilt beim Liegen auf der Wiese selbstverständlich ebenso wie im Wasser“, teilt die Gemeinde mit. Ob sich daran gehalten wird, solle regelmäßig kontrolliert werden. Die Gemeinde Weyhe setze aber darauf, dass die Gebote mittlerweile von der Bevölkerung verinnerlicht wurden. „Ich danke allen im Voraus, die die Regeln befolgen“, so Seidel weiter.

Eine verstärkte Kontrolle der Abstandsregelungen durch die Polizei soll es nach Angaben von Sprecher Thomas Gissing nicht geben. Zuallererst seien dort die Gemeinden mit ihren Ordnungsämtern gefragt, sagt er. Allerdings werden die Beamten während ihres normalen Streifendienstes auch die Badestellen abfahren. „Wenn sich jemand meldet, kommen wir natürlich vorbei“, betont Gissing die Einsatzbereitschaft seiner Kollegen.

Am Steller See in Groß Mackenstedt kann bereits seit Montag wieder gebadet werden, berichtet Ulrike de Buhr, die zusammen mit ihrem Mann Helge den Campingplatz Familienpark Steller See betreibt. Vor Ort gibt es allerdings eine Obergrenze für Gäste, teilt de Buhr mit. So solle getestet werden, wie die Abstandsregelungen am besten eingehalten werden können. „Es läuft recht ruhig an“, hat sie beobachtet.

Aufgrund der geringen Gästezahl wird es am Steller See zunächst auch noch keine Wachdienste der dafür zuständigen DLRG-Gruppe aus Weyhe geben, wie deren Vorsitzender Achim Linka berichtet. Sollte der Ansturm größer werden, will die Gruppe aber auch wieder vor Ort sein. Das geschehe in Absprache mit den Pächtern, so Linka. „Wir freuen uns, dass es wieder losgeht“, sagt er.

Gleichzeitig warnt Linka zu Beginn der Badesaison davor, beim Baden die eigenen Kräfte zu überschätzen. Gerade nach einer so langen Zwangspause wie durch die Corona-Schließungen könne die Kondition beim Schwimmen zum Problem werden, sagt er. Daher bleibe die Badeinsel im Steller See auch vorerst noch geschlossen. „Um kein Ziel zu bieten“, wie Linka erklärt. Er sei aber „guter Hoffnung“, dass bald auch wieder Schwimmkurse angeboten werden können. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass Kinder Schwimmen lernen“, betont der Weyher DLRG-Vorsitzende Linka.

Allgemeine Informationen zu den Badestellen in Niedersachsen gibt es im Internet unter der Adresse www.badegewaesser.niedersachsen.de.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+