Diskussion im Ausschuss

Baumbestand am Brinkumer Bahnhof soll erhalten bleiben

Erhaltung des Baumbestandes, neue Gestaltungsmöglichkeiten für die Flächen westlich der Bahn am Brinkumer Bahnhof und der Wochenmarkt waren Thema im Stuhrer Ausschuss für Gemeindeentwicklung.
16.04.2021, 17:29
Lesedauer: 3 Min
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Baumbestand am Brinkumer Bahnhof soll erhalten bleiben
Von Eike Wienbarg
Baumbestand am Brinkumer Bahnhof soll erhalten bleiben

Das Gelände rund um den Brinkumer Bahnhof soll neu geordnet werden.

Vasil Dinev

Stuhr-Brinkum. Der Bebauungsplan für das Areal rund um das alte Bahnhofsgebäude in Brinkum war am Donnerstagabend Thema im Stuhrer Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt. Wie berichtet, soll es vor allem für die Seite östlich der Bahngleise Planungssicherheit geben. Im Fokus steht auch ein erhaltenswerter Baumbestand.

Für die Stuhrer Gemeindeverwaltung stellte Peter Schütte die Inhalte des Plans vor. Dabei geht es vor allem um drei Gebiete. Erstens die Fläche nördlich des Bahnhofgebäudes direkt an der Bahnhofstraße. Da es sich bei dem gesamten Planareal um einen sogenannten Innenbereich handelt, habe vor Ort das Baurecht Vorrang vor dem Baumschutz, erläuterte Schütte den Ausschussmitgliedern. Um die Bäume im Norden der Fläche dennoch zu schützen, soll die Fläche als private Grünfläche festgesetzt werden. Der Raum zwischen den Bäumen soll aber vorerst weiterhin für Parkplätze der ansässigen Arztpraxis erhalten bleiben.

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Der Bereich rund um das alte Bahnhofsgebäude, in dem sich derzeit die Hauptstelle von Release befindet, und eine südlich davon gelegene Halle, die aktuell als Lagerhalle des Stuhrer Baubetriebshofs genutzt wird, sind im Eigentum der Gemeinde. Um die Nutzung zu sichern, sei es sinnvoll, dort ein Mischgebiet auszuweisen, erklärte Schütte. In einem solchen Bereich wären Wohnen, Gewerbe und Versorger erlaubt. „Die derzeitigen Nutzungen haben aber Bestandsschutz“, so der Gemeindemitarbeiter weiter. Die neue Beplanung erlaube dann aber auch „vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten“.

Noch weiter südlich befindet sich eine Fläche, die derzeit als Parkplatz genutzt wird. Das soll auch so bleiben. Im Zuge der geplanten Verlängerung der Straßenbahnlinie 8 von Bremen über Stuhr nach Weyhe soll der Parkplatz auch als möglicher Park-And-Ride- sowie Bike-And-Ride-Platz für die Haltestelle am alten Brinkumer Bahnhof genutzt werden. Zusätzlich könnte die Stellfläche auch mit einer Ladestation für E-Autos ausgestattet werden, berichtete Schütte. Diese Fläche würde aber nicht nur dem Bahnhof zugute kommen, auch die Anwohner der Feldstraße sowie die nahegelegene Schule würde von den weiteren Parkplätzen profitieren.

Alexandre Peruzzo, Vorsitzender von Release, bemängelte in der Sitzung, dass er von den Planungen rund um den Sitz der Einrichtung zur Suchtprävention erst spät erfahren habe. Er stellte auch die Frage nach dem Brinkumer Wochenmarkt, der derzeit auf der angesprochenen Fläche stattfindet. „Der Wochenmarkt findet keine Erwähnung“, sagte Peruzzo zu den Plänen. Auch würden seiner Ansicht nach die Parkplätze für die Praxis im Norden des Gebiets nicht ausreichen. „Wir hoffen, dass wir für den Wochenmarkt im Brinkumer Ortskern ein attraktiven Standort finden“, antwortete Stuhrs Stadtplaner Christian Strauß mit Blick auf die Planungen rund um das Gelände des derzeitigen ZOB und die angestrebte Ortskernentwicklung.

Für Dennis True (SPD) war der Plan nach der Diskussion um den Stuhrer Bahnhof ein weiterer Schritt hin zur Linie 8. „Die Planungen finde ich sehr gut“, sagte er und erkundigte sich nach einem möglichen Fußweg vom Parkplatz im Süden zu den Bahnsteigen. Die Möglichkeit sei da, außerdem ist vor Ort auch eine Querung der Gleise geplant, sodass die Fahrgäste in beide Richtungen einsteigen können, erläuterte Peter Schütte.

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Während Kristine Helmerichs (Grüne) sich eindeutig für den Erhalt des Baumbestandes aussprach, erkundigte sich Jörg Böttcher, erster Vorsitzender des Stuhrer Naturschutzbundes, nach dem Erhalt der Flächen westlich der Bahngleise. Dort seien mit der Zeit viele Busch- und Strauchbestände entstanden, die Kleintieren eine Heimat bieten. Auch zum Schutz vor Lärm und Feinstaub am Burgenweg könnten die Bestände dienen. Die Planungen für den Haltepunkt vor Ort sehen dort jedoch teilweise den neuen Bahnsteig vor. Das könne durch den Bebauungsplan nicht geregelt werden, so Peter Schütte. Stuhrs Stadtplaner Christian Strauß ergänzte, dass im Einzelfall geprüft werden kann, wie der Bewuchs geschützt werden könnte.

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Bis auf Joachim Döpkens (Besser) stimmten alle Ausschussmitglieder dem Planentwurf zu.

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