Bebauungsplan im Ausschuss Areal um den Brinkumer Bahnhof im Fokus

Im Zuge der geplanten Verlängerung der Linie 8 von Bremen über Stuhr nach Weyhe nimmt die Stuhrer Politik nach und nach die Areale um die Haltestellen in den Fokus. Nun geht es um den Brinkumer Bahnhof.
07.04.2021, 18:20
Lesedauer: 4 Min
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Areal um den Brinkumer Bahnhof im Fokus
Von Eike Wienbarg

Stuhr-Brinkum. Nachdem vor Kurzem bereits die Pläne für den Bahnhof in Stuhr im Zuge der geplanten Verlängerung der Straßenbahnlinie 8 von Bremen über Stuhr nach Weyhe diskutiert wurden, rückt nun ein weiteres Areal an der Bahntrasse in den Fokus. In der nächsten Sitzung des Stuhrer Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt am Donnerstag, 15. April, soll es um das Gelände rund um den Bahnhof in Brinkum gehen. Neben der geplanten Haltestelle steht jetzt die Neuordnung des Umfelds zur Diskussion, wie die Gemeinde Stuhr in der dazugehörigen Beschlussvorlage für den Ausschuss erläutert.

Laut den Unterlagen des Planfeststellungsverfahrens für die Betriebsanlagen der verlängerten Straßenbahn ist es beabsichtigt, am Bahnhof in Brinkum zwischen der Bahnhofstraße und der Feldstraße Bahnsteige und einen Bike-And-Ride-Platz zu errichten. Zudem soll auf der östlich angrenzenden Fläche in Richtung Feldstraße an der Straße Am Bahnhof von der Gemeinde ein öffentlicher Parkplatz ausgewiesen werden. Der Bereich wird auch aktuell schon als Parkplatz genutzt, so die Verwaltung.

Im Zuge dieser Planungen soll es nun auch um die Grundstücke nördlich des geplanten Parkplatzes gehen. Der vorgeschlagene Bebauungsplan betrifft die Grundstücke östlich der Bahnanlage zwischen der Bahnhofstraße im Norden, der Straße Am Bahnhof im Osten und der Fläche des Parkplatzes im Süden. Das Areal ist rund 14.400 Quadratmeter groß. Dort liegt bisher kein Bebauungsplan vor, so die Gemeinde.

Auf dem Privatgrundstück im Norden direkt an der Bahnhofstraße befindet sich derzeit ein „erhaltenswerter älterer Laubbaumbestand“, berichtet die Verwaltung. Die Bäume fallen größtenteils unter den Schutz der Baumschutzsatzung der Gemeinde. Sollte es für das Gelände allerdings einen Bauwunsch geben, könnten die Bäume weichen müssen. „Um dies allerdings zu verhindern, ist es erforderlich, für diesen Bereich einen Bebauungsplan aufzustellen“, heißt es von der Stuhrer Gemeindeverwaltung. Damit die Bäume erhalten bleiben, soll für dieses Grundstück eine private Grünfläche festgesetzt werden, auf der die Bäume zu erhalten sind. Die Fläche zwischen den Bäumen wird derzeit als Parkplatz für Patienten der angrenzenden Arztpraxis genutzt. Diese Nutzung soll auch weiterhin zulässig bleiben, da die Stellplätze für die Arztpraxis erforderlich sind, heißt es weiter zu den Plänen für den möglichen Bebauungsplan.

Südlich des Areals liegt ein Grundstück der Gemeinde Stuhr. Dort befinden sich die Räume der Suchtberatung des Vereins Release. „Diese Nutzung sollte gesichert werden“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage für den Ausschuss. Für den Fall einer Standortverlagerung sollten aber auch alternative Nutzungen ermöglicht werden. Aufgrund der Lage des Plangebiets in unmittelbarer Nähe zur Eisenbahnstrecke und der gemischten Nutzungen (Wohnen, Dienstleistungen und Versorger) in unmittelbarer Nähe biete sich die Festsetzung eines Mischgebietes an. „Eine gemischte Nutzung würde sich somit in die örtlichen städtebaulichen Gegebenheiten einfügen und diese ergänzen“, resümiert die Verwaltung. Neben dem Wohnen wäre dann auch die Ansiedlung von Dienstleistern oder Versorgern möglich.

Wiederum südlich davon befindet sich ein weiteres Gemeindegrundstück, auf dem sich aktuell eine ehemalige Gewerbehalle befindet. Diese werde derzeit vom Baubetriebshof der Gemeinde Stuhr als Lager genutzt. „Diese Nutzung soll ebenfalls gesichert werden“, so die Verwaltung. Auch dieses Gebiet könne als Mischgebiet festgesetzt werden, um bei einer Verlagerung der Nutzung für andere Vorhaben zur Verfügung zu stehen.

Die Freiflächen südlich der Lagerhalle werden aktuell als Parkplatz genutzt. Für diese Fläche wird in den Planfeststellungsunterunterlagen zur Linie-8-Erweiterung erläutert, dass dort ein öffentlicher Parkplatz errichtet werden soll, auch eine Bike-And-Ride-Anlage könnte dort entstehen. Die Gemeinde schlägt deshalb vor, die Fläche als öffentlichen Parkplatz festzusetzen, der auch den benachbarten Wohnhäusern, der gewerblichen Nutzung an der Bahnhofstraße und der Schule an der Feldstraße dienen soll. Zudem wäre es möglich, dort eine Ladestation für Elektrofahrzeuge zu errichten. Durch die Lage wären ausreichend Nutzer zu erwarten, so die Verwaltung.

Bereits im Jahr 2003 hatte der Stuhrer Gemeinderat nach Angaben der Verwaltung für das Areal und den dazugehörigen Bebauungsplan einen Aufstellungsbeschluss gefasst. Das Bauleitplanverfahren wurde damals allerdings nicht weitergeführt. „Da sich die heutigen Planungsabsichten für das Bahnhofsgelände von den früheren unterscheiden, erscheint es geboten, einen neuen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan zu fassen“, heißt es dazu.

Zudem sei es aufgrund einer Novellierung des Bau-Gesetzbuches im Jahr 2007 möglich, den Plan im sogenannten „beschleunigten Verfahren als Maßnahme der Innenentwicklung“ aufzustellen. Die notwendigen Kriterien dafür seien erfüllt, schreibt die Verwaltung.

Die Sitzung des Stuhrer Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt findet am Donnerstag, 15. April, virtuell statt. Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 18 Uhr. Neben dem Bebauungsplan für den Brinkumer Bahnhof stehen auch der B-Plan „Kirchseelter Straße“, ein Antrag der Grünen-Ratsfraktion zur Überarbeitung und Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes und der Lärmaktionsplan auf der Tagesordnung. Einwohner, die an der Sitzung teilnehmen möchten, können die Zugangsdaten bei Ingrid Sandstedt aus dem Stuhrer Rathaus per E-Mail an i.sandstedt@stuhr.de oder telefonisch unter 0421/5695304 anfordern.

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