Bremen-Liga Brinkumer SV verliert nach früher Führung

Gegen den Titelanwärter FC Oberneuland zeigt sich der Brinkumer SV im Vergleich zur Vorwoche verbessert und legt früh durch ein tolles Tor vor, doch dann drehen die Gäste auf.
22.02.2019, 22:31
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Von Thorin Mentrup

Der FC Oberneuland hat im Kampf um die Meisterschaft in der Bremen-Liga mit dem Bremer SV vorgelegt: Dank des 4:1 (1:1)-Erfolgs beim Brinkumer SV setzte sich die Mannschaft von Trainer Kristian Arambasic zumindest vorerst an die Tabellenspitze. Die Gastgeber dagegen verharren im Tabellenmittelfeld.

Vor den Augen von Bremer-SV-Trainer Ralf Voigt, der mit seinem Team am kommenden Freitag die Brinkumer erwartet, entwickelte sich das Spiel in den ersten Minuten offener als es viele erwartet hatten. Zwar hatten die Gäste durch Affamefuna-Michael Ifeadigo direkt eine gute Möglichkeit (1.), doch selbst ohne die Topstürmer Saimir Dikollari und Joshua Brandhoff zeigten sich auch die mit drei Sechsern defensiv ausgerichteten Gastgeber in der Offensive: Der als Stürmer aufgebotene Bastian Helms verfehlte mit einem Linksschuss das Tor knapp (4.), ehe der Außenseiter kurz darauf in Führung ging. Mirkan Pakkans Steckpass in die Tiefe erlief Enes Tiras und lupfte über Hannes Frerichs im FCO-Kasten – 1:0 (6.). „Wir haben es am Anfang gut gemacht“, zeigte sich Brinkums Trainer Dennis Offermann nach dem Spiel zufrieden mit dem Auftakt seiner Elf. Der Coach kam aus beruflichen Gründen etwas verspätet zur Partie und sah nach seiner Ankunft ziemlich schnell die erste kritische Phase auf sein Team zukommen. Denn die Gäste steigerten sich, fanden nun die eine oder andere Lücke im Brinkumer Defensivverbund und spielten vor allem ihre Technik und ihre Geschwindigkeit aus: Onur Uzun fand mit seiner Flanke von der rechten Seite Ifeadigo, der aus kurzer Distanz ausglich (20.). Danach schwamm Brinkum kurzzeitig, während die Gäste aufdrehten, allerdings aus ihren Möglichkeiten kein Kapital schlugen: Weder Ifeadigo (23.) noch Ebrima Jobe (24.) und kurz vor der Pause sogar beide zusammen (43.) konnten Torhüter Tariq Olatunji überwinden. „Wir können uns bei ihm bedanken, dass es am Ende nur vier Gegentore waren“, hatte auch Offermann eine starke Leistung seines Schlussmanns gesehen.

Der Brinkumer Trainer registrierte aber auch, dass die anderen Spieler seiner Elf in Sachen Einstellung und Leidenschaft die richtige Reaktion auf die 3:4-Niederlage in Habenhausen zeigten. „Die Jungs haben versucht, sich dagegen zu stemmen.“ Dass es am Ende dennoch nicht reichte, machte Offermann an der Qualität des Gegners aus: „Auf allen Positionen hat Oberneuland eine höhere Geschwindigkeit als wir und ein brutales Tempo“, stellte er fest. Wenn der FCO-Express erst einmal ins Rollen kam, dann wurde es stets brandgefährlich. Aus diesen Momenten machten die Gäste aus Sicht von Arambasic allerdings zu wenig: „Wir haben kein gutes Spiel gemacht und nicht alles abgerufen, was wir können. Das waren 90 Prozent“, ordnete der Coach die Leistung seines Teams ein, das sich zu viele einfache Fehler und Unkonzentriertheiten erlaubt habe. „Der Kunstrasen kommt uns eigentlich entgegen, weil wir fußballerisch gut sind. Aber das haben wir nicht immer gezeigt. So selbstkritisch müssen wir sein.“

Trotzdem hatte seine Elf ein deutliches Übergewicht und erspielte sich auch nach der Pause weitere Gelegenheiten. Die beste vergab Ebrima Jobe allerdings zunächst: Einen von Calvin Helms an Ifeadigo verursachten Foulelfmeter jagte er über den Kasten (48.). Kurz darauf aber durfte er jubeln, nachdem seine Mitspieler das passive Zweikampfverhalten der Gastgeber genutzt hatten, um ihn in Szene zu setzen. Da war selbst Olatunji machtlos (54.). Auch dem dritten und dem vierten Treffer der Gäste gingen böse Brinkumer Patzer voraus. Onur Uzun (65.) und Tom Trebin (70.) hatten anschließend wenig Mühe. „Das ist das, was so ärgerlich ist: Dass war diese drei Tore durch individuelle Fehler selbst einleiten. Oberneulands Sieg ist klar verdient und es hätte mich nicht gestört, wenn sie ihre gut herausgespielten Chancen genutzt hätten, aber diese Gegentore sind unnötig, weil sie in der Entstehung einfach nicht fallen dürfen“, haderte Offermann. Auch wenn Titelträger Brinkum dem Titelanwärter Oberneuland nicht das Wasser reichen konnte, war dennoch nicht alles schlecht. „Man hat gesehen: Wenn wir konzentriert spielen, bekommen wir auch unsere Chancen“, sagte Offermann mit Blick etwa auf Tiras' Pfostentreffer (73.) oder auf die Gelegenheit des eingewechselten Marcel Dörgeloh (79.). Das Chancenplus aber verbuchten die Gäste. Sie hätten höher gewinnen können, wenn nicht sogar müssen. Letztlich aber erfüllte das Team seine Pflicht im Meisterschafts-Zweikampf. Das erkannte auch Arambasic an: „Wir haben die drei Punkte, das ist das Wichtigste.“

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