Verdichtete Sonnabend-Taktung erfolgreich

BSAG-Buslinie 55 verbucht steigende Fahrgastzahlen

Auch die Verdichtung der Sonnabend-Taktung der Buslinie 55 wird gut angenommen. Laut BSAG wird die Linie in Stuhr seit der Umstellung auch mehr von Ein- und Auspendlern genutzt.
08.10.2020, 18:00
Lesedauer: 2 Min
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BSAG-Buslinie 55 verbucht steigende Fahrgastzahlen
Von Alexandra Penth
BSAG-Buslinie 55 verbucht steigende Fahrgastzahlen

Dass die Linie 55 seit Frühjahr auch sonnabends öfter fährt, macht sich in den Fahrgastzahlen bemerkbar.

Janina Rahn

Seit der Taktverdichtung im November 2018 gehen die Fahrgastzahlen der Buslinie 55 „sprunghaft nach oben“. Das sagte Markus Hallenkamp, Verkehrsplaner bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), kürzlich im Stuhrer Ausschuss für Verkehr, Ordnung und Soziales.

Die Taktung war vor zwei Jahren von 30 auf 20 Minuten in der Zeit von 8 bis 13 Uhr und 16 bis 19 Uhr verdichtet worden. Die Steigerung der beförderten Fahrgäste betrage im Schnitt 20 bis 25 Prozent im Vergleich zu den fünf Jahren davor. „Spürbar ist der deutliche Zuwachs an Ein- und Auspendlern“, sagte Hallenkamp. Einen Einbruch habe es bei der Linie, die vom Roland-Center in Huchting über Moordeich, Stuhrbaum, Brinkum ZOB und schließlich bis zur Kooperativen Gesamtschule (KGS) am Brunnenweg fährt, auch nicht während der Sperrung der Haferflockenkreuzung im vergangenen Jahr gegeben.

Die Anfang Mai gestartete Taktverdichtung am Sonnabend wird laut Hallenkamp sogar besser angenommen, als prognostiziert. „Wir liegen etwas über 20 Prozent höher als erwartet“, sagte er. Grund dafür seien zwei Effekte: Die Corona-Krise hat die Fahrgastzahlen zwar sinken lassen, die Taktverdichtung hat das aber wieder aufgeholt. Die BSAG hatte aus dem Stundentakt von 9.30 bis 19 Uhr einen halbstündlichen gemacht und damit zehn zusätzliche Fahrten geschaffen.

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Der Gesamtauslastungsgrad der Linie 55 betrug 2019 wochentags im Schnitt 13,6 Prozent. Damit liege Stuhr auf einem ähnlichen Niveau wie andere Bremer Linien. Aufgrund der derzeitigen Situation ist der Trend aber ein anderer: „Wir fahren lieber einmal mehr, aber auszulasten ist im Moment einfach nicht populär.“ Die Krise hat auch zu einem abrupten Einbruch der Fahrgastzahlen geführt. „Wir sind runtergecrasht“, sagte der Verkehrsplaner. Bei der Linie 55 waren die Nutzerzahlen auf 26 Prozent der Werte des Vorjahres heruntergegangen. Inzwischen sei die BSAG dort wieder bei 79 Prozent angekommen.

Ob auf der Linie 55 mit E-Bussen zu rechnen sein wird, interessierte Bernhard Helmerichs (Grüne). Derzeit gibt es noch keinen Anbieter, der eine Flotte identischer E-Busse liefern könne, so Hallenkamp. Aber die E-Mobilität sei auch Teil des Bremer Verkehrsentwicklungsplanes, laut dem zunächst fünf Fahrzeuge mit Elektroantrieb angeschafft werden sollen, denen 20 weitere folgen. „Dass die auf die Linie 55 kommen, ist selbstverständlich“, sagte Hallenkamp.

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Ist die gute Entwicklung von Dauer und rechnet sich dann überhaupt noch eine Straßenbahn? Das wollte Gerd-Wilhelm Bode (Besser) wissen. Der Verkehrsplaner sagte: „Corona hilft uns nicht gerade, die Menschen für den ÖPNV zu begeistern.“ Vieles sei schwer vorhersehbar. Die Gäste in Verbindung mit Veranstaltungen wie etwa Fußballspielen im Weserstadion fehlen derzeit. Ungeachtet dessen gelte das Gutachten zur Straßenbahn. Hallenkamp wies auch darauf hin, dass die Zahlen nicht automatisch mehr Ticketverkäufe bedeuten, da am Wochenende häufig Vergünstigungen genutzt würden.

Arno Büchel (SPD) fragte, ob zukünftige Busse mehr Platz für Kinderwagen, Fahrräder und Gehhilfen bieten. Hallenkamp sagte, dass dies von sich ändernden Vorgaben abhänge: „Derzeit ist mehr Platz für Sitz- als für Stehplätze.“ Als „doch sehr erfreulich“ bezeichnete Heiner Lampe (CDU) die Entwicklung der Buslinie. Er wollte wissen, ob ein derartiger Effekt außergewöhnlich ist. Hallenkamp: „Das ist überall so, wenn wir verdichten.“

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