CDU Stuhr regt Ausbau an

Bessere Radwege-Verbindung in Neukrug gefordert

Mit zwei Radwegen in Neukrug könnte eine durchgehende Verbindung von Wildeshausen bis Syke entstehen. Die Stuhrer CDU hofft deshalb nun auf neue Unterstützung von Land und Landkreis.
13.07.2021, 14:41
Lesedauer: 3 Min
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Von NOE Niklas Golitschek
Bessere Radwege-Verbindung in Neukrug gefordert

Bei einem Ortstermin machte sich die Stuhrer CDU selbst ein Bild vom Radweg an der Hauptstraße, der aber an Wildeshauser und Ristedter Straße nicht weiter geht.

Niklas Golitschek

Stuhr. Mehr Bewegung, einfachere Fortbewegung dank eines teils elektrischen Hilfsmotors, ein Beitrag zur Klimawende – Gründe für das Fahrradfahren finden sich genügend. Einer dagegen ist die bisweilen mangelhafte Infrastruktur wie etwa in Neukrug. Die Stuhrer CDU will sich deshalb nun für Radwege entlang der Wildeshauser Straße bis zum Dreimädelhaus in Kirchseelte und der Ristedter Straße bis Ristedt einsetzen. Bislang müssen sich die Drahtesel die Fahrbahn mit Autos, Bussen und Lastwagen teilen.

Für Ralph Ahrens, Vorsitzender des Gemeindeverbands, liegt der Nutzen eines Radweges an dieser Stelle auf der Hand: Er würde eine Verbindung von Wildeshausen bis nach Syke schaffen. „Der Kreuzungspunkt macht uns bei der Erreichbarkeit mit dem Fahrrad Sorgen“, merkte er bei einer Ortsbegehung am Montagabend an. Zumal der Warwer Sand als Naherholungsgebiet stark frequentiert sei.

Hinzu komme, dass der Kreistag in der kommenden Woche über einen Vorschlag zur Förderung des Radwegebaus an Kreisstraßen (wir berichteten) abstimmen soll. Der könnte für die Gemeinde Stuhr interessant sein, wenn sie an dieser Stelle die Initiative an der Ristedter Straße ergreift. Der Landkreis Diepholz hat zwar als Ziel ausgegeben, alle Kreisstraßen mit Radwegen auszustatten. Derzeit wird aber pro Jahr nur einer ausgebaut. Dabei arbeitet der Landkreis eine Prioritätenliste ab. Entscheiden sich die Kommunen aber, einen Radwegebau vorzufinanzieren, können sie bis zu 60 Prozent der Herstellungskosten gestaffelt erstattet bekommen, davon ausgenommen sind die Planungskosten. Die Gemeinde Martfeld hat auf diesem Wege bereits einen Radweg vorfinanziert, Stuhr und Borstel sind dabei.

Den Vorschlag zur stückweisen Erstattung wertete Volker Meyer, Landtagsmitglied und Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, als das bessere Programm. „Überall gibt es den Wunsch, dass der Radwegebau schnell vorangeht“, sagte er. Zumal sich abzeichne, dass es sich beim Bedarf nach Radwegen nicht nur um eine Momentaufnahme handele. Gleichzeitig messe die Politik dem Thema auch schon eine deutlich größere Bedeutung als noch vor einem Jahrzehnt bei. Auch der Landkreis Diepholz kümmere sich mit dem Radwegeunterhaltungsprogramm um den Erhalt der Radrouten und reagiere schnell bei Schäden.

Schwieriger als an der Ristedter Straße dürfte sich jedoch der Ausbau eines Radwegs an der Wildeshauser Straße gestalten. Denn hier ist das Land Niedersachsen zuständig. Mit dem „Sonderprogramm Stadt und Land“ fördert die NBank zwar bis zu 80 Prozent der Kosten für den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur. Meyer beschrieb diesen Weg allerdings als schwierig, da alle Akteure unter einen Hut gebracht werden müssten. Insbesondere beim notwendigen Kauf von Grundstücken könne das jedoch schwierig werden. „Das geht bei kleinen Abschnitten, hier geht es aber um fünf bis sechs Kilometer“, gab er zu bedenken.

Deshalb regte er an, dass die Gemeinde Stuhr hier ebenfalls überlegen könnte, die Planung zu übernehmen. Er könnte als Landtagsabgeordneter dann Kontakt zum Wirtschaftsministerium suchen, um den Bau zu beschleunigen. Auch das Land habe großes Interesse, den Radwegebau zu stärken. Doch sanierungsbedürftige Straßen, Autobahnen und Brücken schöpften die Planungskapazitäten derzeit aus. Die sah Meyer allgemein als Herausforderung: „Jedes Büro ist voll mit Aufträgen, auch beim Hochbau.“ Das liege auch daran, dass ein Großteil der Infrastruktur vor rund 70 Jahren gebaut worden sei – und deshalb nun eine Reihe an Bauarbeiten zu erledigen sei.

Doch Fördermittel könnten angesichts dieser schwierigen Konstellation teilweise gar nicht genutzt werden. Einen Zeitrahmen von drei bis fünf Jahren für den Bau der Radwege an der Ristedter Straße und der Wildeshauser Straße hält er jedoch für realistisch, so Volker Meyer. Finn Kortkamp, Kreistagsabgeordneter und Vorsitzender der Stuhrer CDU-Gemeinderatsfraktion, regte daher an, künftig vorausschauender zu denken. „Wir müssen da hinkommen, dass wir die Pläne schon haben. Dann sind wir vorbereitet, wenn es Fördermittel gibt“, sagte er.

Zur Sache

Bestrebungen anderer Parteien

Auch seitens anderer politischer Parteien gibt es in der Gemeinde Stuhr Bestrebungen, den Radverkehr zu verbessern. So hat die SPD im September 2020 eine Arbeitsgemeinschaft (AG) Radverkehr ins Leben gerufen, um so eine Fahrrad-Lobby in der Gemeinde zu initiieren und die Infrastruktur für den Radverkehr zu verbessern. Die Mitglieder des Teams „Gemeindeentwicklung“ der FDP Stuhr engagieren sich ebenfalls für eine bessere Situation für Fahrradfahrer in Stuhr und haben dafür den Zustand von Geh- und Radwegen überprüft. Ziel der FDP ist es dabei, ein Radwegekataster zu erstellen.

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