Ausstellungseröffnung in Brinkum Die Herausforderung des ersten Strichs

Am kommenden Sonntag, 9. Februar, eröffnet im MGH Brinkum die Ausstellung „Weite, Wolken, Wasser“ mit zwei Dutzend Werken von Wolfgang Gerdes. Mittelpunkt ist die norddeutsche Küste mit all ihren Facetten.
07.02.2020, 18:16
Lesedauer: 2 Min
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Von Gerald Weßel

Der Bezug zur Nordsee begleitet ihn durch sein Leben. So sind die zwei Dutzend Öl-Bilder im Flur und in den Räumen des Mehr-Generationen-Hauses keine Überraschung, wenn man sich mit dem Künstler und pensionierten Kunstlehrer Wolfgang Gerdes unterhält: Wolken so weit man blickt, Strände oder Kaimauern, an denen sich heranrauschende Wellen brechen, und der in der Ferne liegende Horizont, vor dem sich die norddeutsche Szenerie bei Wind und Wetter erstreckt. Am Nachmittag des kommenden Sonntags, 9. Februar, wird seine Ausstellung „Weite, Wolken, Wasser“ in Brinkum eröffnet. Bereits als Kind war er oft an der Nordsee, entweder mit der Familie oder der Schule, und auch später zog es ihn zusammen mit seiner Ehefrau immer wieder an die Küste, wo sie sich sogar ein Ferienhaus kauften. Hier verbringt der seit zehn Jahren pensionierte Lehrer viel Zeit, um Vorbilder für seine Ölgemälde zu finden.

Auf den Werken von Wolfgang Gerdes sind nicht nur Strände oder der Kai von Bremerhaven zu sehen, sondern auch viele weitere Motive wie ein Kutterhafen oder ein Galopprennen im Watt. Die Vielfalt ist groß, und auch wenn sich Motive ähneln, ändere doch eine Abweichung beim Wetter oder Tageszeit den Eindruck einer Szenerie stark, so Gerdes.

„Ich versuche, mich jedem Motiv vertiefend hinzugeben, um für mich zu ergründen, wie kann ich das Ganze umsetzen?“, erläutert er sein Vorgehen. Die eigentlichen Bilder malt er aber nur sehr selten – und in dem Fall dann mit Aquarell – draußen, sondern fast immer von einer Fotovorlage zuhause. Um die 20 Stunden brauche er für sogar eher kleinformatige Bilder, die für ihn eine naturalistische Eins-zu-eins-Umsetzung der Realität darstellen. Er interpretiere nicht, er stelle dar, was er sehe. Die Umsetzung seiner eigenen Eindrücke und des Fotos sei die Herausforderung für ihn. Auch eine politische Botschaft suche der Kunstliebhaber vergeblich bei ihm: „Meine Bilder stehen für sich“, ist er überzeugt. Die größte Herausforderung bei jedem Bild sei immer der erste Strich und die zweitgrößte der letzte.

Die Vernissage findet am kommenden Sonntag, 9. Februar, ab 15 Uhr im Mehr-Generationen-Haus, Bremer Straße 9, in Brinkum statt. Wolfgang Gerdes wird im Anschluss an die Grußworte eines Mitgliedes des Vorstandes der Bürgerstiftung eine kurze Einführung in die ausgestellten Werke geben. Das MGH ist allerdings bereits ab 14.30 Uhr geöffnet. Wer also möchte, kann laut Daniela Gräf bereits vorher die Ausstellung anschauen. Während der Vernissage werden Knabbereien und ein Glas Sekt gereicht. Auch für Musik wird dank der Gruppe Sixpack gesorgt sein. Die Veranstaltung geht in das Sonntagscafé über. Die Ausstellung endet am 13. Mai und ist kostenlos zu den Öffnungszeiten des MGHs (montags bis freitags 9 bis 17 Uhr) zu sehen. Ein Verkauf der Bilder ist denkbar, aber bei jedem Werk eine Einzelfallentscheidung. Bei Interesse solle sich der Besucher an die Mitarbeiter des MGH wenden, um Kontakt zum Künstler zu bekommen, heißt es.

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