Stuhrer Kirchengemeinde Kalte Kirche auch in Stuhr

Auch in Stuhr bleibt die Kirche mit maximal 13 Grad in den Herbst- und Wintermonaten recht kühl. Im Gemeindehaus sollen ebenfalls Energiekosten gespart werden.
28.09.2022, 09:34
Lesedauer: 2 Min
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Von Ina Ulbricht

Stuhr. Die Energiekrise macht auch vor der Stuhrer Kirche nicht Halt. Aus diesem Grund wird die Evangelische Kirchengemeinde Stuhr die Temperatur im Gottes- und Gemeindehaus deutlich herunterregeln. Das teilt Pastor Robert Vetter mit. „Wenn weniger Gas für alle zur Verfügung steht, ist das Energiesparen auch eine Frage der Solidarität“, sagt Vetter. „Und da sind gerade wir als Kirchengemeinde gefragt. Wenn wir es schaffen, unseren Energieverbrauch erheblich zu reduzieren, lassen sich die Auswirkungen der Energiekrise auf das Leben der Menschen anderswo vielleicht etwas abmildern.“ Wie das konkret funktionieren soll hat Vetter jetzt gemeinsam mit dem Gemeindekirchenrat abgestimmt und festgelegt.

Große Opferbereitschaft erfordern die Maßnahmen von Gemeindegliedern, Gottesdienstbesuchern und den Nutzern des Gemeindehauses laut Vetter zwar nicht, wohl aber ein etwas dickeres Fell gegenüber niedrigeren Raumtemperaturen. So wird das Kirchengebäude an der Stuhrer Landstraße zu Gottesdiensten nur noch auf maximal 13 Grad aufgeheizt. „Wir sehen darin aber kein größeres Problem: Während der Gottesdienste im Winter zieht ja auch sonst niemand seinen Mantel oder die Jacke aus“, sagt der Pastor. „Und für besonders kälteempfindliche Besucher erwägen wir die Anschaffung von Decken, die zusätzlich über die Beine gelegt werden können.“ Außerhalb der Gottesdienste wird die Grundtemperatur in der Kirche auf nur acht Grad eingepegelt. Das entspricht dem Wert, der notwendig ist, um größere Schäden an der Orgel zu vermeiden, so Vetter.

Auch die Besucher des benachbarten Gemeindehauses werden sich während der Wintermonate umgewöhnen müssen. Die öffentliche Bücherei der Evangelischen Kirchengemeinde, das Kirchenbüro und der kleine Saal werden dann auf maximal 19 Grad geheizt. Alle anderen Räume werden, soweit möglich, vorübergehend aus der täglichen Nutzung ausgeklammert und bei einer Grundtemperatur von acht bis zwölf Grad in eine Art Winterschlaf versetzt. „Für die Gruppen, die sich regelmäßig in den Räumen unseres Gemeindehauses treffen, bedeutet das natürlich erhebliche Einschränkungen“, sagt der Pastor. „Darum wissen wir – und können nur um Verständnis bitten.“

Neben dem Grundgedanken des verantwortungsvollen Energieeinsatzes gibt es bei rasant steigenden Gaspreisen auch noch eine finanzielle Komponente, gibt Vetter zu bedenken. Nach derzeitigem Stand müsste die Kirchengemeinde Stuhr bei unverändertem Verbrauchsverhalten in einem Abrechnungsjahr über 8000 Euro mehr als zuvor bezahlen – allein für Gas. Gleichzeitig steigen auch die Strompreise stark an. Also werde gespart, wo es nur geht. „Denn jeden Cent, den wir nun zusätzlich für Energiekosten aufbringen müssen wüssten wir für das Gemeinwohl in unserer täglichen Arbeit wirklich besser einzusetzen“, so Vetter.

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