Digitalisierung an Schulen Gemischte Zwischenbilanz für Stuhrer Medienentwicklungsplan

84 digitale Tafeln wurden für die Stuhrer Schulen bereits beschafft, während der Corona-Pandemie wurden einige Schüler mit mobilen Endgeräten ausgestattet. Beim Netzausbau an den Schulen hakt es allerdings.
05.05.2021, 16:38
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Gemischte Zwischenbilanz für Stuhrer Medienentwicklungsplan
Von Eike Wienbarg

Stuhr. Wie steht es um den Fortschritt des Stuhrer Medienentwicklungsplans? Um diese Frage ging es am Dienstag im Stuhrer Schulausschuss. Ann-Kathrin Dannemann, Fachdienstleiterin für die Bereiche Bildung, Jugend und Sport bei der Stuhrer Verwaltung, gab den Ausschussmitgliedern einen Zwischenstand des im Jahr 2019 beschlossenen Plans, der für den Erhalt von Mitteln aus dem Digitalpakt des Bundes nötig war und für die notwendige Digitalisierung der Stuhrer Schulen sorgen soll.

So wurde das erste Geld aus dem Digitalpakt im vergangenen Jahr in 42 interaktive Tafeln investiert, berichtete Dannemann. Die Beschaffung sei im Dezember über die Bühne gegangen. Anfang dieses Jahres wurde dann der Auftrag für weitere 42 interaktive Tafeln auf den Weg gebracht. Im ersten Schritt wurden so 295.000 Euro investiert, im zweiten folgen 200.000 Euro, sagte sie. Insgesamt benötige die Gemeinde 145 solcher interaktiven Displays. „Wir haben über 50 Prozent der Räume damit ausgestattet“, berichtete Dannemann weiter.

Aufgrund der Corona-Pandemie hatte die Verwaltung auch Zugriff auf weitere Fördermittel. Für rund 130.000 Euro wurden Tablets und Laptops für Schüler angeschafft, die kein eigenes Endgerät besitzen, aufgrund des Home-Schoolings aber solche Geräte benötigen. Mittlerweile seien fast alle Geräte beschafft. „Eine Lieferung steht noch aus“, so Dannemann. So sei die „Marktlage angespannt“. Für Lehrer gebe es seit vergangener Woche ein ähnliches Förderprogramm, bei dem die Kommunen das Land bei der Beschaffung von Endgeräten unterstützt. Das umfasse Kosten von 147.000 Euro, sagte die Verwaltungsmitarbeiterin.

Um all diese Geräte auch angemessen nutzen zu können, brauchen die Schulen ein gutes Netz. So soll der W-Lan-Ausbau in allen Schulen der Gemeinde verstärkt angegangen werden. Jürgen Böckmann, Schulleiter der Moordeicher Lise-Meitner-Schule, erkundigte sich nach einem konkreteren Zeitplan. „Die Umsetzung wird mindestens ein Dreivierteljahr in Anspruch nehmen“, sagte Dannemann. So seien für den Netzausbau „umfangreiche bauliche Maßnahmen“ vonnöten, teilweise müssten „komplett neue Leitungen gezogen“ werden. „Das ist uns im letzten Jahr leider nicht so gelungen, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Dannemann. Sie hoffe nun auf einen Zeitraum bis zum Herbst, es könne aber auch bis Frühjahr/Sommer 2022 dauern.

Anlässlich des Breitbandausbaus des Landkreises Diepholz sollen auch die Bildungseinrichtungen mit einem Glasfaser-Anschluss ausgestattet werden. „Da müssen wir uns aber in Geduld üben“, sagte Dannemann. Einen solchen Anschluss werde es wohl erst im Zeitraum 2022/2023 geben.

Im Bereich des IT-Supports ist die Gemeinde Stuhr derzeit mit dem Landkreis verbunden. Gemeinsam mit den Schulen soll aber auch geschaut werden, wie ein Ausbau möglich ist und der Support besser gelingen kann. „Es wird für die Schulen zu einem riesigen Problem“, monierte Jürgen Böckmann. Gerade für die Pflege der vielen neuen Geräte brauche es mehr Personal. Derzeit müsse die Schule Lehrkräfte für diese Aufgabe aus dem Unterricht herausnehmen. „Das ist eine klare Aufgabe des Schulträgers“, sagte Böckmann. Kerstin Frohburg, Fachbereichsleiterin für Bildung, Soziales und Freizeit in Stuhr, sagte, dass der Gemeinde das Problem bewusst sei. In internen Besprechungen solle nun über ein Konzept gesprochen werden.

Auch ein Einwohner übte Kritik an der Umsetzung des Medienentwicklungsplans. „Digitalisierung ist mehr als die Tafel in einen Fernseher zu verwandeln“, sagte er. Ihm seien die aktuellen Entwicklungen zu kurz gedacht. Ann-Kathrin Dannemann und Stuhrs Erste Gemeinderätin Bettina Scharrelmann nahmen den Hinweis auf und betonten, dass es natürlich um noch viel mehr gehe. Zum Beispiel um digitale Lernplattformen oder Lehrinhalte. Scharrelmann regte auch einen möglichen Arbeitskreis mit externen Experten zu dem Thema an.

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