Fest im MGH Brinkum

Eher ein „Bürgerbrutzeln“

Das Angebot an Speisen war breit beim achten Bürgerbrunch der Bürgerstiftung Stuhr. Angesichts der hohen Temperaturen war aber besonders eine Sache gefragt – und etwas anderes intensiv gesucht.
30.06.2019, 18:13
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Eher ein „Bürgerbrutzeln“
Von Sebastian Kelm
Eher ein „Bürgerbrutzeln“

Generationenübergreifende Geselligkeit: Beim Bürgerbrunch wurden wieder alle Altersgruppen angesprochen – wobei die Älteren in der Überzahl waren.

Sebastian Kelm

Stuhr-Brinkum. Es gab verschiedene Cocktails und Bratwürste, unterschiedliche selbst gemachte Salate und Kuchen. Besonders begehrt war beim achten Bürgerbrunch der Bürgerstiftung Stuhr im und am Mehr-Generationen-Haus Brinkum am Sonntag aber etwas anderes. Was, das brachte eine Besucherin auf den Punkt, die mit Blick auf den letzten in die Gläser ausgeschenkten Tropfen feststellte: „Das war schon die dritte Flasche Wasser.“ Und da war die Veranstaltung gerade einmal drei Stunden alt.

Immerhin: Die Bürgerstiftung war vorbereitet. „Wir haben diesmal das Doppelte an Getränken besorgt“, sagte Vorsitzender Thomas Schaumlöffel. Was sich laut MGH-Mitarbeiter Oliver Müller in der Hitze der Mittagssonne ebenfalls als richtig erwies: „Wir haben uns schnell noch um mehr Sonnenschirme und Sonnensegel gekümmert. Wie man sieht, suchen die Leute darunter Zuflucht.“ Außerdem sei noch schnell etwas anderes auf die Karte gesetzt worden: erfrischender Eiskaffee.

Ohnehin: Kühler war es drinnen, wo es neben den Tombolapreisen Haushaltsartikel-Schnäppchen gab, gestellt von der örtlichen Firma Bremermann. Aber bei dieser Auflage sollte draußen tatsächlich mehr los sein – wenn auch eher geschützt unter Überständen oder unter dem Zeltdach. „In den letzten Jahren hatten wir ja immer Regen“, wollte sich Schaumlöffel über die hohen Temperaturen nicht beschweren, obwohl es ein paar Grade weniger auch getan hätten, wie er meinte.

Gegen Mittag schätzte Müller, dass mehr Menschen gekommen waren als in den Vorjahren zur gleichen Zeit. 300 bis 400 Gäste wurden ihm zufolge jedes Mal begrüßt. Das Wetter schien also offenbar kein allzu großes Hemmnis zu sein. Wobei Thomas Schaumlöffel zu bedenken gab, das nachmittags immer mehr Betrieb sei. Ist da die Bezeichnung „Bürgerbrunch“ überhaupt noch treffend, wenn es vielen doch anscheinend eher ums Grillen oder die Torte als ums späte Frühstück geht? Der Vorsitzende räumte ein, dass die Frage nicht unberechtigt sei. Neue, passendere Namensvorschläge nehme er gern per E-Mail an info@buergerstiftung-stuhr.de entgegen. Außerdem überlege man, für die Feier einen festen Termin im Jahr zu suchen.

Die Grundidee aber bleibt. Sie fasste Schaumlöffel wie folgt zusammen: „Ein Fest für die Menschen, aber auch die Ehrenamtlichen.“ Rund 50 von ihnen waren beteiligt, viele kennen sich laut Schaumlöffel gar nicht persönlich. „Wenn sie an anderen Tagen im MGH aktiv sind, treffen sie sich nie“, erklärte er.

Unterstrichen wurde insbesondere auch der Mehr-Generationen-Gedanke. So wechselten sich mit Live-Auftritten Nachwuchstalent Ameel Hotaky und Senior Karl Andermann ab. „Zusammen sind sie genau 100 Jahre alt“, wusste Schaumlöffel. Geboten wurde zudem wieder einiges für die kleineren Gäste, nach seinen Angaben sogar mehr als zuletzt. Das, obwohl der Bauernmarkt diesmal fehlte – abgesehen von dem „Wahrzeichen“, dem alten Trecker von Klaus Niemeyer. Alterstechnisch eher zum „Spätmittelalter“ gehörte derweil Stuhrs künftiger Bürgermeister Stephan Korte. Schon ein dienstlicher Termin für ihn? Korte widersprach: „Nein, ich bin privat hier. Ich kenne Familie Schaumlöffel schon lange.“

Gesammelt wurde übrigens für die Renovierung der Backstube. Wie im Ofen fühlte sich so mancher Besucher – mehr in der Sonne brutzelnd als brunchend.

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