Baumsetzlinge für Stuhrer Wälder

Ein Beitrag für die Umwelt

Während des einjährigen Projektes „Haustür gegen Baum“ verkaufte die Fenster & Türen Welt insgesamt 200 Haustüren. Durch den Verkauf spendet das Unternehmen im Herbst 1250 Baumsetzlinge für Stuhrer Waldflächen.
17.03.2020, 17:06
Lesedauer: 2 Min
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Von Niklas Johannson
Ein Beitrag für die Umwelt

Jens Schriefer (links) und Marc Plitzko berichten über das erfolgreiche Umweltprojekt der Fenster & Türen Welt. Beide erhoffen sich in Zukunft weitere Projekte dieser Art.

Michael Galian

"Für jede verkaufte Haustür spenden wir einen Baum oder mehrere Baumsetzlinge", sagte Jens Schriefer, Geschäftsführer der Fenster & Türen Welt, Anfang 2019 ehrgeizig. Ein Jahr später hatte das Stuhrer Unternehmen 200 Haustüren verkauft und wird nun im Gegenzug 1250 Baumsetzlinge für Stuhrer Waldflächen spenden. "Damit haben wir eine Wertspende in Höhe von 5000 Euro geschaffen. Wir sind sehr zufrieden mit der Aktion und finden, dass wir eine beachtliche Summe zusammenbekommen haben", betonte Schriefer. Über die Umsetzung der Bepflanzung hat Schriefer genaue Vorstellungen: "Wir erhoffen uns einen klassischen Babywald."

Positiv überrascht war das Stuhrer Unternehmen von seinen Kunden: „In der täglichen Kommunikation sind unsere Verkäufer oft auf diese Aktion angesprochen worden. Wir haben gemerkt, wie sich die Menschen in ihrer Heimatgemeinde engagieren wollen. Das ist ihnen mit dem Kauf einer Haustür gelungen“, freute sich Schriefer.

Die Bepflanzung der Baumsetzlinge steht aktuell aber noch in der Warteschleife, obwohl die Aktion schon längst beendet ist. Grund: Durch die schweren Sturmschäden im Harz werden die Baumsetzlinge dort dringender gebraucht als in Stuhr, wo sich die Waldschäden laut der Gemeinde in Grenzen gehalten haben.

Damit der Wald im Harz erhalten bleibt, helfen Waldbesitzer und Forstleute seit Monaten beim Umbau mit. Dabei werden vermehrt die Baumarten angepflanzt, die längeren Trockenphasen und Hitzewellen standhalten. Und dazu gehören eben auch die Baumsetzlinge. „Der Westharz wurde mit Urgewalt getroffen. Dort herrschte eine Notsituation, sodass der Markt für Baumsetzlinge quasi leergefegt war“, erklärte Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte und fügte hinzu, dass die Bepflanzung nur aufgeschoben und nicht aufgehoben sei.

Voraussichtlich sollen die Setzlinge in den Stuhrer Wäldern erst im kommenden Herbst gepflanzt werden. "In den Monaten Oktober und November herrscht eine gute Pflanzzeit", betonte der Umweltbeauftragte der Gemeinde Stuhr, Marc Plitzko, der die Aktion der Fenster & Türen Welt ausdrücklich lobte: "Wir freuen uns, dass sich ein Unternehmen so sehr für die Wälder einsetzt. Dieser Einsatz dient nicht nur dem Naturschutz, sondern ebenso der gesteigerten Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger aus Stuhr."

Wo die Bäume demnächst entstehen werden, soll in den kommenden Monaten entschieden werden. Konkret geht es dabei wohl um Waldgebiete am Warwer Sand und im Bradenholz. Aber auch die Steller Heide und Waldflächen in Heiligenrode könnten von der Aktion profitieren. Das seien laut Gemeinde alles Gebiete, die auch von Nicht-Stuhrern gerne als Naherholungsgebiete genutzt werden. „Vor allem im Warwer Sand haben wir vorrangig Nadelhölzer, die wir durch das Pflanzen von Laubbäumen, wie Buche, Linde und Ahorn ökologisch aufwerten möchten“, sagt Heinz-Dieter Tegtmeier, Revierförster der Niedersächsischen Landesforsten.

Nach dieser erfolgreichen Aktion erhofft sich die Gemeinde Stuhr weitere Projekte dieser Art. „Vielleicht gelingt es uns, durch dieses positive Beispiel auch andere Unternehmen in der Region zu mobilisieren“, betont Plitzko und ergänzt: „Ich weiß, dass es in unserer Gemeinde noch zahlreiche weitere Projekte im Umweltschutz gibt, deren Umsetzung erstrebenswert wäre.“ Nicht alle seien jedoch kurzfristig mit den zur Verfügung stehenden Geldern zu realisieren. „Da wären wir dankbar, wenn wir durch das Engagement der Bevölkerung das ein oder andere Projekt etwas früher, als es der Haushalt zulässt, in die Tat umsetzen können.“ Als einen weiteren Aufgabenbereich, bei dem Potenzial besteht, nennt Plitzko beispielsweise die Aufwertung der Stuhrer Fließgewässer.

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