Bremer Akkordeonorchester in Stuhr

Ein klangvolles Erlebnis in der Gutsscheune

Bekannten Filmmelodien gab das Orchester Die Bremer Stadtmusikanten einen neuen Anstrich: Es spielte sie in der Varreler Gutsscheune nämlich ausschließlich auf dem Akkordeon.
11.03.2019, 17:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Bayer-Thiemig

Stuhr-Varrel. Wer ein echter Akkordeonfan ist, konnte am Wochenende in Stuhr auf seine Kosten kommen, denn sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag hat das Akkordeonorchester Die Bremer Stadtmusikanten einen bunten Mix aus Filmmusiken dem Beobachter geliefert. Wieder einmal hat das 16-köpfige Ensemble seine große musikalische Bandbreite bei seinen Auftritten in der Varreler Gutsscheune gezeigt. Was seit 2001 seine Tradition hat, ist längst zum Publikumsmagnet geworden. Vor gut besuchtem Haus präsentierte sich das Orchester in bester Spiellaune. „Wir freuen uns jedes Mal, wenn sie kommen,“ erzählte ein 76-jähriger Stuhrer.

Schifferklavier, Quetschkommode, Ziehharmonika – viele Bezeichnungen für das Akkordeon zeugen von einer schweren Unterschätzung dieses vielseitigen Instruments. Und auch wenn es in Deutschland immer wieder gerne in eine Schublade gesteckt wird, trifft das bei den Bremer Stadtmusikanten längst nicht mehr zu. Sie bieten immer wieder ein sehr breites Klangvolumen, und so erklang manches bekannte Stück in völlig neuem Gewand.

Einmal mehr erstaunte der bläserähnliche Klang und bestätigte, dass das Akkordeon durchaus fetzige Qualitäten besitzt. So waren Klassiker aus „My Fair Lady“ ebenso zu hören wie die Musik aus dem Actionfilm „Mission: Impossible“. Ein gutes Beispiel für Filmmusik, die losgelöst vom Film mindestens ebenso populär geworden ist. Die Melodie aus dem Soundtrack von Lalo Schifrin ist mittlerweile ein Klassiker und begeisterte auch die Gäste in Varrel. „Film ab“ war das zweistündige Konzert überschrieben, verriet Brigitte Bartling. Die erste Vorsitzende der Bremer Stadtmusikanten fügte nicht ganz ohne Stolz hinzu, dass alle Stücke neu einstudiert waren. Und das Repertoire konnte sich durchaus sehen lassen: „Rocky in Concert“, „Karl May Suite“ oder „The Blues Brothers“, keine Filmmusik war nicht willkommen.

Was die agierenden Musiker unter der Leitung ihrer Dirigentin Birgit Pedotti aufzeigten, fand schnell Anhänger. Schon früh wurde mitgeklatscht, einige der Gäste waren zudem sehr textsicher. Das virtuose Zusammenspiel, ausgezeichnet abgestimmte Harmonien und die vielfältige Auswahl der Stücke überzeugten die Angereisten restlos. „Ich bin immer wieder gerne dabei“, war ebenso zu hören wie: „Ich freue mich jedes Jahr auf dieses Konzert.“

Wolfgang Spauszus entpuppte sich als geschickter Entertainer, der humorvoll, und mit vielen Informationen durch das vielseitige Programm führte.

Unterstützt von Schlagzeug (Thomas Janssen) und Anja Purnhagen am Bass gab es immer wieder Ohrwürmer zu hören. Dazu mal eine Federboa oder Cowboyhut, Nonnenkostüm, Filmplakate oder eine Pistole (natürlich ohne scharfe Munition). Das kam an. Mit beeindruckender Präsenz und einer bestechenden Dynamik servierten die Instrumentalisten Medleys und Auszüge aus „James Bond“ und „Bonanza“. Dazu Evergreens wie „Mary Poppins“ oder Melodien aus „Sister Act“ – die Vielseitigkeit des Tasteninstruments wurde immer wieder deutlich.

In der Pause konnten die Zuhörer in gemütlicher Atmosphäre bei Kaltgetränken, Kaffee und jeder Menge hausgemachtem Kuchen mit Gästen und Orchestermitgliedern ins Gespräch kommen. Am Ausschank übrigens ausschließlich Familienangehörige. „Wir sind eine große Familie“, verriet Brigitte Bartling schmunzelnd.

Die große Bandbreite des musikalischen Angebots des Bremer Ensembles führte schon früh zu beachtlichen Konzerterfolgen im In- und Ausland. Das Orchester bewegt sich dabei gleichermaßen von klassischer Musik, über Musical, Originalkompositionen bis hin zum Jazz und Pop. Mit viel Applaus und etlichen Zugaben ging das musikalische Wochenende vor insgesamt mehr als 500 Besuchern in der Gutsscheune zu Ende.

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