Feier der Heiligenroder Kunststipendiaten Ein Kunstbaum zu Weihnachten

Die aktuellen Kunststipendiaten Alexander Janz und Jonas Habrich haben mit kreativer Unterstützung einen Weihnachtsbaum geschmückt. Freunde aus der Kunstszene und Nachbarn aus Heiligenrode waren eingeladen.
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Von Niklas Golitschek

Stuhr-Heiligenrode. Eine Weihnachtsfeier in der Wassermühle. Die besinnliche Zeit haben die beiden aktuellen Kunststipendiaten Alexander Janz und Jonas Habrich genutzt, um in einem Gemeinschaftsprojekt einen eigenen Weihnachtsbaum zu gestalten. Am Freitagabend war dann die Nachbarschaft eingeladen, bei Glühwein und Bier ins Gespräch zu kommen. Auch einige befreundete Künstler waren vor Ort.

Es sei ein Mittel gewesen, die Leute einzuladen, sagte Alexander Janz. „Wir haben gedacht, dass der Baum auch sichtbar ist, wenn wir über Weihnachten weg sind“, erklärte er. Durch das Fenster lässt sich auch von außen ein Blick darauf erhaschen. Mehr als 50 befreundete Künstler haben sich mit Arbeiten daran beteiligt. Zusendungen erhielten die beiden auch aus dem Ausland, unter anderem aus Wien und Kopenhagen.

Wie es sich für Künstler gehört, hängen an dem Baum auch so manche Kuriositäten. „Es sind relativ kleine Arbeiten, die da am Baum hängen“, umriss Janz. Da wäre etwa ein Tannenzapfen, umhüllt mit Fischschuppen oder ein ausgelaserter und zweckentfremdeter Duftbaum. An anderer Stelle hängt eine lange Wunschliste für einen Online-Versandhandel. Sogar ein Tablet-Computer, zur Karaoke-Maschine umfunktioniert, ist zwischen den Tannenästen platziert. „Wir haben den Baum ein Stück erhöht, das war eine Intervention“, erläuterte Janz weiter. Die Baumspitze schnitten die beiden Kunststipendiaten ab und verbanden sie wieder per Zwischenstück mit dem Rest des Baumes. Ideenvorschläge seien auch von den Freunden gekommen.

„Das war ganz schön. Die Idee ist schnell und spontan entstanden“, sagte Jonas Habrich. Bis zur Umsetzung habe es rund zwei Wochen benötigt. Die beiden erstellten eine Liste mit Freunden, die sie für das Projekt gewinnen wollten und kontaktierten sie. „Ich bin erstaunt, dass alles angekommen ist und am Baum hängt“, sagte er; auch der Postbote habe versprochen, am Abend noch einmal vorbeizukommen, um das Werk zu betrachten. Für Habrich sei es außerdem ein schöner Auftakt in der Künstlerstätte gewesen, er ist erst vor knapp einem Monat eingezogen. Beim Schmücken habe es dann auch immer wieder „absurde Momente“ gegeben, wenn sich die beiden etwa fragten, wo sie eine Cola-Glaskugel am besten aufhängen. „Es hat Spaß gemacht, das mit Ernsthaftigkeit anzugehen“, sagte Habrich.

Für ihn sei das Stipendiat nun eine schöne Möglichkeit, nach dem Studium zu experimentieren. In den vergangenen Monaten habe er für mehrere Ausstellungen stets ortsspezifisch gearbeitet. „Jetzt habe ich Atelierarbeiten vor Augen, will Themen finden“, freute sich Habrich über die Freiheiten in der kommenden Zeit.

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