Zehn Jahre Bürgerstiftung Stuhr

Eine Erfolgsgeschichte

Die Stuhrer Bürgerstiftung hatte zum zehnten Geburtstag geladen und viele Gäste folgten der Einladung, um die Erfolgsgeschichte der Organisation im Rathaus zu feiern
13.01.2019, 19:47
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Eine Erfolgsgeschichte
Von Eike Wienbarg
Eine Erfolgsgeschichte

Sind zufrieden mit der Entwicklung der Bürgerstiftung: Mitgründer Ralf Sbresny (von links) und die aktuellen Vorstandsmitglieder Ulrike Dunkhase-Niemeyer, Angelika Hohenecker und Hanno Niemeijer.

Fotos: Jonas Kako

Stuhr. Eine Geburtstagsfeier braucht einen passenden Raum. Und welcher Raum könnte festlicher und angemessener sein als das Stuhrer Rathaus? Aus diesem Grunde feierte die Bürgerstiftung Stuhr ihren zehnten Geburtstag auch im Ratssaal und im Foyer des Stuhrer Verwaltungszentrums. Gemeinsam mit Mitgliedern, Spendern, Politikern und Gästen wurde auf die „Erfolgsgeschichte Bürgerstiftung“ angestoßen. Und vor allem auch den vielen Ehrenamtlern, die zum Gelingen der Stiftung beigetragen haben, gedankt.

Die Bürgerstiftung wurde am 10. Januar 2009 mit dem Ziel gegründet, einen Träger für das Projekt Mehr-Generationen-Haus (MGH) Brinkum und die Krippe „Löffelchen“ im sogenannten Schaumlöffel-Haus an der Bremer Straße zu haben. So übernahm die Stiftung am 1. Februar des Jahres die Verantwortung für die Krippe, im Juli 2009 folgte das MGH. Nach und nach folgten die weiteren „Töchter“ der Stiftung. So zum Beispiel die Stuhrer Freiwilligenagentur Mach mit, der Computertreff in Varrel, das Projekt Fit in der Ausbildung (Fida) und zuletzt das MGH in Fahrenhorst.

Einer, der von Anfang an mit dabei war, ist Ralf Sbresny. Gemeinsam mit dem bereits verstorbenen Johann Demoliner, Sabine Wessels und Ulrike Dunkhase-Niemeyer führte er die Bürgerstiftung in den ersten Jahren. „Der Anfang war sehr mühsam“, erinnerte sich Sbresny. „Aber wir waren immer Optimisten“, sagte er weiter. Die Arbeit in der Stiftung sei zu Beginn ein wahrer „Fulltime-Job“ gewesen. Mit der Zeit entwickelte sich die Stiftung seinen Angaben nach aber in die richtige Richtung. „Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung“, sagte Sbresny, der mittlerweile aus Altersgründen aus dem Vorstand der Bürgerstiftung ausgeschieden ist.

Voll des Lobes ist er auch für die vielen Projekte, die zum Beispiel unter dem Dach des Brinkumer MGH ablaufen. „Daniela Gräf ist unsere wertvollste Mitarbeiterin“, sprach Sbresny ein Lob für die MGH-Leiterin aus. „Wir haben das Haus immer gerappelt voll“, weiß der ehemalige Vorstand weiter zu berichten. Während in den Anfangsjahren rund 150 Menschen pro Monat die Angebote der Bürgerstiftung in Anspruch nahmen, seien es heute genauso viele, aber an einem Tag.

Für den aktuellen Stiftungsvorstand begrüßten Ulrike Dunkhase-Niemeyer, Hanno Niemeijer und Angelika Hohenecker die zahlreichen Gäste im voll besetzten Ratssaal. Aufgrund einer Erkrankung konnte der geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Thomas Schaumlöffel, nicht an der Feier teilnehmen. Ebenso wie Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen. Dunkhase-Niemeyer dankte vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich in den verschiedenen Projekten beteiligen und engagieren.

Als Vertreterin des Bürgermeisters sprach Sigrid Rother. Sie lobte das Engagement der Stiftung als eine Einrichtung „von Bürgern für Bürger“. „Wer kein Vermögen einbringen möchte, kann sich selbst und seine Ideen einbringen“, sagte Rother. „Und das klappt seit zehn Jahren wunderbar“, resümierte sie. Als Mitglied des Kuratoriums der Stiftung ergriff auch Uwe Schweers das Wort. Auch er lobte die „tolle Arbeit“. „Als Kuratorium haben wir wenig Arbeit“, sagte er mit einem Schmunzeln. „Ich kann nur hoffen, dass es so weitergeht.“

Einen besonderen Clou hatte sich der ehemalige Stuhrer Bürgermeister und jetzige Landrat des Landkreises Diepholz, Cord Bockhop, ausgedacht: Da er verhindert war, schickte er eine Videobotschaft an die Anwesenden. So könne er sich noch gut an die Gründung der Bürgerstiftung vor zehn Jahren, ebenfalls im Rathaus Stuhr, erinnern. Als Geschenk hatte der Landrat einen Strohhut auf, der auf gar wundersame Weise kurz darauf im Rathaus zu finden war. Dieser solle zum Spenden sammeln gedacht sein, so der Landrat. Und dazu wurde er auch fleißig genutzt.

Der aktuelle Spendenzweck ist dabei auch schon klar. So steht im MGH Brinkum die Renovierung der Backstube, also des großen Aufenthaltsraums des Hauses, an. Laut MGH-Leiterin Daniela Gräf müsse dort der Boden erneuert werden. Auch das Podest, auf dem aktuell die Sitzgruppen stehen, soll verschwinden. Alles aber so, dass der „Charme der Backstube“ erhalten bleibt, betonte Gräf.

Die MGH-Leiterin selbst hatte der Bürgerstiftung ein ganz besonderes Geschenk gemacht. So hat sie eine Ausstellung mit insgesamt 21 Bilderrahmen gestaltet, die die Geschichte und Entwicklung der Bürgerstiftung sowie ihrer sechs Töchter aufzeigt. Und auch auf die Zukunft geht Gräf ein. So solle der „Gedanke der Stiftung möglichst in alle Ortsteile übertragen werden“, sagte Gräf. Erst kürzlich hatte Stiftungsvorstandsmitglied Ulrike Dunkhase-Niemeyer den Wunsch nach einem „MGH für jeden Ortsteil“ geäußert.

Den feierlichen Rahmen für den Geburtstag der Bürgerstiftung schufen auch die musikalischen Beiträge. So unterhielten die Bremer Pianistin Julia Rodatz, die bereits zum fünften Geburtstag der Stiftung mit von der Partie war, und der Kinderchor aus Heiligenrode die Gäste. Des Weiteren stellten die Töchter der Bürgerstiftung ihre Tätigkeiten im Foyer des Rathauses vor. Dort konnte auch die Chronik der Stiftung erworben werden, die Ralf Sbresny zusammengetragen hat.

Die Ausstellung „Zehn Jahre Bürgerstiftung“ ist ab sofort bis zum 31. März im Brinkumer Mehr-Generationen-Haus an der Bremer Straße 9 zu den Öffnungszeiten des Hauses zu sehen.

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