Lange Nacht der Volkshochschule in Stuhr

Einige Räume bleiben beinahe leer

100 Jahre Volkshochschule (VHS) feierte auch die Niederlassung in Stuhr am Freitagabend mit einer Nacht voller Angebote zum Ausprobieren. Nur blieb die erhoffte Resonanz aus.
22.09.2019, 18:38
Lesedauer: 2 Min
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Von Femke Liebich
Einige Räume bleiben beinahe leer

Das Angebot Kunst als Erfahrung zog gleich mehrere Interessierte im Gebäude der VHS an der Jupiterstraße an. Andere Räume wiederum blieben beinahe leer.

Braunschädel

Stuhr-Brinkum. Lebenslang lernen – dieses Motto haben sich die Volkshochschulen in ganz Deutschland seit genau 100 Jahren auf die Fahnen geschrieben. Auch wenn sich die Inhalte und Strukturen der Angebote in dieser Zeit deutlich verändert haben, so ist der Slogan doch aktueller denn je. Das wurde am Freitagabend in der VHS-Räumen an der Jupiterstraße in Brinkum mehr als deutlich. Arbeitsstellenleiterin Brigitte Witte und ihre Mitstreiter luden an diesem Abend zur „Langen Nacht der Volkshochschule“ ein und stellten dazu verschiedene Kurse vor.

„Ich könnte wirklich weinen“, verkündete Brigitte Witte zur fortgeschrittenen Stunde leicht sentimental. Der Grund war offensichtlich: in den Fluren und Räumen der VHS herrschte zunehmend gähnende Leere. Dabei hatte der Jubiläumsabend doch so vielversprechend begonnen. Eine Schulbläsergruppe der Kooperativen Gesamtschule Brinkum sorgte für den musikalischen Auftakt. Für die rund 25 Schülerinnen und Schüler aus den sechsten und siebten Jahrgängen war das der erste Auftritt vor Publikum überhaupt. Diesen bestanden sie laut Meinung der zahlreichen Anwesenden mit Bravour. Unter den Zuhörern befanden sich allerdings größtenteils auch deren Familienangehörige und Freunde.

Das wurde deutlich, als die „Lange Nacht der Volkshochschule“ mit dem eigentlichen inhaltlichen Programm startete. „Wir haben für heute einen bunten Strauß an Angeboten ausgewählt, in die in den nächsten Stunden nach Herzenslust hineingeschnuppert werden kann“, kündigte Brigitte Witte an. So stellten die zuständigen Dozenten in verschiedenen Räumen Kurse wie „Starker Rücken“, „Literarisch in die Nacht“, „Kunst als Erfahrung“, „Taijiquan zum Kennenlernen“, „Blitzlichtgewitter“, „Englisch hören, sprechen und verstehen“, „Yoga zum Kennenlernen“ und „Rund um den 3-D-Druck“ an. Was so erfolgversprechend klang, stieß zum Bedauern der Mitwirkenden leider nicht auf die erhoffte Resonanz. Jutta Lotze-Scheub konnte jedoch eine kleine Runde in ihrem Raum begrüßen. Unter den Literaturinteressierten waren auch Christa Lilienthal und Anne Scheen, die gespannt den Buchvorstellungen der Dozentin lauschten. „Schade, dass so ein Programm nicht besser angenommen wird. Dabei hat die Volkshochschule so viele schöne Angebote zu bieten“, sagte Christa Lilienthal, die sich neben Literatur auch für Sprachen interessiert.

Während auch Gerold Leschke zumindest drei Teilnehmer in die Technik der chinesischen Kampfsportart Taijiquan einweisen konnte, blieben die Räume bei den anderen Dozenten weitestgehend leer. „Ich könnte viel über Fotografie erzählen“, kündigte Uwe Ehlmers augenzwinkernd an, während er mit seiner Kamera durch die Flure ging.

„Ich hatte wirklich gehofft, dass sich heute mehr Besucher für unser Programm interessieren würden“, gestand Brigitte Witte. Immerhin biete die Volkshochschule auch in Stuhr für jeden Geschmack und jede Altersklasse etwas. Vor allem etablierte Gesundheitskurse wie Yoga, Stressbewältigung und Entspannung seien zurzeit besonders gefragt. Das Gleiche gilt auch für Sprachen. „Neben Englisch sind mittlerweile auch Norwegisch und Arabisch sehr beliebt“, teilt die Arbeitsstellenleiterin mit. Auch Kochangebote kommen nach wie vor sehr gut an. „In diesem Bereich bin ich immer auf der Suche nach neuen Themen, damit unser Programm nie langweilig wird“, ergänzt sie. Die mangelnde Resonanz zu der „Langen Nacht der Volkshochschule“ ist für die Organisatorin aber längst kein Grund, um den Kopf in den Sand zu stecken. Ganz im Gegenteil: „Ich könnte mir eine ähnliche Veranstaltung zusammen mit einer Art von Flurmusik vorstellen – dann aber vielleicht zu einer anderen Zeit.“

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