Abientlassung der KGS Brinkum Glückwünsche und Mahnung zur Reflexion

Gute Wünsche, aber auch eine Mahnung sprach Mirko Truscelli, der Schulleiter der KGS Brinkum, bei der Entlassungsfeier des diesjährigen Abiturjahrgangs aus.
03.07.2022, 16:21
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Glückwünsche und Mahnung zur Reflexion
Von Alexandra Penth

Stuhr. Mit einem kleinen Exkurs stieg Schulleiter Mirko Truscelli in die Rede anlässlich der Entlassungsfeier des diesjährigen Abiturjahrgangs der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Brinkum ein. Denn das Abitur gelte ja immerhin auch als "Reifezeugnis". Die Haupt- und Realschulklassen der KGS hätten ihren "Chaostag" jedoch konzeptionell besser vorbereitet und sich besser an Regeln gehalten als die Abiturienten. "Nicht nur, dass wir gestern einen Krankenwagen rufen mussten, weil ein Abiturient so betrunken war, dass er nicht mehr ansprechbar war." Ein weiterer Abiturient sei mit glasigen Augen zur Schule gekommen, habe das Angebot, einen Alkoholtest durchzuführen, jedoch deutlich abgelehnt. "Nehmt diese deutliche Kritik mit und lernt daraus, denn das ganze Leben ist ein ewiges Lernen und Weiterentwickeln", sagte der Schulleiter. Die Feier fand am Sonnabend auf dem Gut Varrel statt. Neben Musikbeiträgen beglückwünschte auch der Stuhrer Bürgermeister Stephan Korte die Abiturienten zu ihrem neuen Lebensabschnitt.

Mirko Truscelli ging auch auf die aktuelle politische Situation ein. Er sei, bedingt durch die Erziehung der "1968er-Eltern", ein erklärter Pazifist und Gegner von Krieg im Allgemeinen. Die Schilderungen der Großeltern als Kriegsgeneration hätten ihn stark geprägt. Grenzkontrollen passieren und Geld wechseln habe er bei Urlauben durch Europa noch kennengelernt. "Heute fährt man von Stuhr nach Rom oder Madrid ohne Grenzkontrollen und bezahlt alles in Euro."

"Meine große Angst ist, dass ihr, dass eure Generation das Gefühl für die Schrecken eines Krieges verliert, da ihr kaum noch reale Kontakte zu Menschen habt, die einen solchen Schrecken miterlebt haben." Frieden, Demokratie, Meinungsfreiheit, Menschen- und Grundrechte seien Güter, für deren Existenz und Erhalt man immer wieder hart arbeiten müsse. Der Schulleiter nannte das Zitat Willy Brandts: „Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts.“ Der Krieg in der Ukraine zeige nach dem Jugoslawien-Krieg in den 1990er-Jahren, wie nah auch heute noch ein Krieg an Deutschland herankommen kann. Eine praktikable Lösung, um alle kriegerischen Handlungen auf dieser Welt einzustellen, sei doch der zu großer Bekanntheit gelangte Ausspruch: „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin!“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+