Hotel Weinhof in Groß Mackenstedt

Familiensache seit 25 Jahren

Von der Milch zum Wein: Diesen Schritt ist das Paar Bielefeld aus Groß Mackenstedt vor 25 Jahren gegangen. Seither ist das Hotel Weinhof mit seiner Probierstube Familiensache geblieben.
30.12.2018, 15:01
Lesedauer: 3 Min
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Familiensache seit 25 Jahren
Von Alexandra Penth
Familiensache seit 25 Jahren

Geben dem Hotel Weinhof ein Gesicht (v.l.): Carsten, Annette und Christina Seeger sind immer persönlich für ihre Kunden da.

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Stuhr-Groß Mackenstedt. Dunkle Balken an der Decke, Sitzgruppen aus Eichenholz, mit kariertem Stoff bezogene Bänke und Stühle: Die Weinstube der Familie Seeger strahlt rustikale Gemütlichkeit aus. Die alte Diele ist auch das Herzstück des Weinhofs in Groß Mackenstedt. Der existiert seit 25 Jahren. Die Milchviehhalter Marianne und Herbert Bielefeld entschlossen sich damals, von der Landwirtschaft in die Gastronomie zu gehen und eröffneten auf ihrem Hof eine Weinstube. 1997 folgte die Fertigstellung des Hotels.

Tochter Annette Seeger, deren Ehemann Carsten und in dritter Generation nun auch Christina Seeger führen den Hof an der Eggeseer Straße 17 in Groß Mackenstedt fort. Das Telefon klingelt in der Weinstube. Christina Seeger stürmt zum Tresen, auf den Gäste beim Betreten sofort zugehen. Die 27-Jährige nimmt eine Reservierung auf. Ihr Sohn Finn kommt aus dem Nebenzimmer mit dem Bobby-Car freudestrahlend angerast. Das Hotel Weinhof ist durch und durch ein Familienbetrieb.

Wenn es absolut erforderlich ist, werden Aushilfen eingestellt. Grundsätzlich stemmen die Gastronomen den Betrieb aber selbst – den Service, die Küche, genau wie kleine Reparaturarbeiten. Annette Seegers Eltern waren etwa in ihrem heutigen Alter, als sie sich für den Neustart entschieden. Der Zeitpunkt war ideal, findet die Familie. „Heute würden wir es nicht mehr wagen“, sagt die 52-Jährige. Die Auflagen seien um ein Vielfaches mehr, die Branche nicht gerade einfacher geworden. Man müsse Zeit einplanen, bis man sich einen Namen gemacht hat. Den hat sich der Weinhof inzwischen längst über die Grenzen der Gemeinde Stuhr hinaus erarbeitet.

In den ersten Jahren war die Weinprobierstube ein Selbstläufer. Annette Seeger berichtet, dass mehrere belegte Tische auch unter der Woche bis nach Mitternacht keine Seltenheit waren. Diese Art der Geselligkeit habe stark nachgelassen. 60 Weine aus Deutschland standen einmal auf der Karte, alle von Winzern, die das Paar Bielefeld persönlich ausgesucht hatte. Die alten Geschäftsbeziehungen währen zum Teil noch bis heute, allerdings ist die Auswahl der Weine auf die Hälfte geschrumpft. Hauptsaison hat der Weinausschank nach wie vor in den warmen Monaten, wenn Spaziergänger und Radfahrer die Abende im Sommergarten mit rund 50 Plätzen verbringen.

„Das Hauptaugenmerk liegt mittlerweile auf dem Hotel“, sagt Annette Seeger. 14 Zimmer mit 22 Betten, acht Doppel- und sechs Einzelzimmern, zählt das dreieinhalb Sterne Hotel. Dabei trägt jede Unterkunft einen Namen mit Bezug zur Gemeinde Stuhr. Heiligenrode, Malsch und Backhaus etwa stehen mit fein säuberlicher Handschrift auf den Türen.

Auf Bestellung können auch Nicht-Hotelgäste ab einer Gruppengröße von zehn Personen in der Weinstube frühstücken. An Wochenenden kommen ab 15 Uhr selbst gebackene Torten und Kuchen auf den Tisch. Mohn-Eierlikör-Torte und Kartoffeltorte mit Preiselbeerfüllung, Sahne und Marzipan sind beliebte Klassiker, die Annette Seeger für ihre Kunden backt. Um besser planen zu können, bittet die Gastronomin um Anmeldungen.

Im Hotel begrüßt die Familie Seeger Gäste aus aller Welt. Viele aus den Niederlanden, Dänemark und Schweden übernachten in Stuhr, oft sind Monteure zu Gast, Hochzeiten oder Familienfeiern bescheren dem Hotel zwischendurch zahlreiche Gäste. Durch die Lage direkt am Radwanderweg Osnabrück-Bremen sind auch viele Radfahrer unter den Übernachtungsgästen. Das Hotel ist zwar vom Ortskern und der Hauptstraße abgelegen, doch genau das suchten Gäste aus Großstädten häufig. „Man kann hier getrost bei offenem Fenster schlafen“, sagt Annette Seeger.

Auch der Nachwuchs ist mit Überzeugung an Bord. Tochter Christina ist gelernte Hotelfachfrau und Kauffrau im Großhandel, „damit ich neben der Kundenbetreuung auch das Kaufmännische einbringen kann“, erklärt die junge Frau. So bleibt der Weinhof weiter Familiensache.

Der Weinhof befindet sich noch in der Winterpause und ist ab Sonntag, 6. Januar, wieder geöffnet. Der Hotelbetrieb läuft ganzjährig. Kontakt für Reservierungen unter der Rufnummer 0 42 06 / 9 03 00 oder per E-Mail an info@hotelweinhof.de.

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