Feuerwehr Stuhr Kommandowagen soll mit Löschsystem für E-Fahrzeuge ausgestattet werden

Die Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt könnte bald einen neuen Kommandowagen bekommen. Dieser soll dann mit einem speziellen Löschsystem für Elektrofahrzeuge ausgestattet sein.
08.09.2021, 18:19
Lesedauer: 2 Min
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Kommandowagen soll mit Löschsystem für E-Fahrzeuge ausgestattet werden
Von Eike Wienbarg

Stuhr. Immer öfter werden auch die Feuerwehren aus der Gemeinde Stuhr zu Brandeinsätzen mit Elektrofahrzeugen gerufen. Aufgrund der Unterschiede zu konventionellen Verbrennern gibt es bei der Löschung solcher Brände einiges mehr zu beachten. Um auf diese Einsätze besser vorbereitet zu sein, will die Gemeinde nun einen neuen Kommandowagen mit einem speziellen Löschsystem anschaffen. Darüber debattierte vor Kurzem auch der Stuhrer Ausschuss für Verkehr, Ordnung und Soziales.

Die Neubeschaffung von Fahrzeugen ist dabei im "Beschaffungskonzept für Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Stuhr" geregelt, das im Jahr 2016 beschlossen wurde. Aus diesem Konzept ist für die Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt im Jahr 2021 die Anschaffung eines sogenannten Kommandowagens (KDOW) vorgesehen, berichtete Michaela Schierenbeck von der Stuhrer Verwaltung den Ausschussmitgliedern. Dabei handelt es sich um die "turnusgemäße Ersatzbeschaffung für das vorhandene Mannschaftstransportfahrzeug und den Einsatzleitwagen von 2001", so Schierenbeck weiter.

Das neue Fahrzeug soll mit einer vorderen Sitzreihe mit zwei Sitzplätzen und weiteren zwei Sitzplätzen in der dahinter befindlichen Reihe ausgestattet werden, damit sich die dort sitzenden Personen bereits auf der Anfahrt zur Einsatzstelle mit Atemschutzgeräten ausrüsten können, erklärte Schierenbeck. Da auch das neue Fahrzeug dauerhaft einen schweren Anhänger ziehen soll, soll es mit einem
Allradantrieb ausgerüstet werden. Sollte in dem Kleintransporter noch Platz sein, könnten auch noch zwei weitere Notsitze eingebaut werden.

Ausgestattet werden soll das Fahrzeug dann auch mit dem speziellen Löschsystem "Coldcut Cobra". Dabei handelt es sich laut Verwaltungsangaben um eine besondere Löschtechnik, die eine "Kombination aus Schneidlöschgerät,
Wärmebildkamera und Überdrucklüftern" ist und somit vor allem zur sicheren Löschung von Elektrofahrzeugen genutzt werden kann. "Es ist eine Art überdimensionierter Hochdruckreiniger", sagte Schierenbeck. Das Löschsystem könne auch bei Garagenbränden, Bränden in geschlossenen Räumen sowie bei Niedrigenergiehäusern eingesetzt werden.

Die Notwendigkeit dieses neuen Geräts sei gegeben, sagte Groß Mackenstedts Ortsbrandmeister Thomas Türke. "Das wird uns häufiger begegnen", sagte er mit Blick auf den erhöhten Anteil von E-Autos. Derzeit seien in der Gemeinde Stuhr 823 Elektrofahrzeuge zugelassen, rechnete Michaela Schierenbeck vor. Allerdings würde das Löschsystem eben auch bei Bränden auf den Kreis-, Landes- und Bundesstraßen sowie auf der Autobahn zum Einsatz kommen. Außerdem könne durch das neue System und den damit einhergehenden größeren Abstand der Schutz der Einsatzkräfte erhöht werden, ergänzte Hartmut Martens, Fachbereichsleiter für Bürgerservice, Verkehr und Feuerwehr bei der Gemeinde Stuhr.

Mit der Stationierung des Systems im neuen Wagen in Groß Mackenstedt sei die Stuhrer Feuerwehr "gut gewappnet", sagte auch Stuhrs Gemeindebrandmeister Michael Kalusche. "Es ist ein schnelles und flexibles Fahrzeug, das in der ganzen Gemeinde eingesetzt werden kann", befand er. Zunächst reiche eines dieser Systeme aus, sagte auch Michaela Schierenbeck. Ob mit der vermehrten Verbreitung von E-Autos weitere Systeme angeschafft werden müssen, werde die Zukunft zeigen.

Die Finanzierung des Löschsystems für Elektromobilität ist im Haushalt 2021 bereits in Höhe von 80.000 Euro berücksichtigt. Der Betrag deckt die Beschaffung des Löschsystems sowie den Einbau in ein Fahrzeug. Der Kommandowagen soll dann noch einmal 70.000 Euro kosten, so die Gemeindeverwaltung zum finanziellen Aufwand des Vorhabens. Die Ausschreibung könnte nach dem Beschluss in die Wege geleitet werden. Der Ausschuss beauftragte den Verwaltungsausschuss einstimmig, das Verfahren in Gang zu setzen.

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