Neuer Buchclub im MGH Brinkum Fleißige Mitleser gesucht

Das MGH Brinkum ist um ein Angebot reicher. Diesmal sind Lesebegeisterte angesprochen. Martina Klein aus Moordeich ist genau das und wird daher einmal monatlich einen Buchclub leiten.
14.01.2020, 16:43
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Fleißige Mitleser gesucht
Von Alexandra Penth

Literatur ist eine große Leidenschaft von Martina Klein – die sie mit anderen Menschen aus Stuhr nun teilen möchte, ab dem 22. Januar an jedem vierten Mittwoch im Monat im Mehr-Generationen-Haus (MGH) in Brinkum. „Lesefreunde – der Buchclub im MGH“ heißt das Angebot. Klein ist in der Stuhrer Freiwilligenagentur engagiert, die sich unter dem Dach des MGH an der Bremer Straße 9 befindet. So kam die 34-Jährige auch auf die Idee, dort einmal anzufragen.

Seit fast einem Jahr ist die Moordeicherin in einem Buchclub in Syke aktiv. „Das reicht mir aber noch nicht“, sagt Martina Klein in der Hoffnung, dass sich auch andere Stuhrer über Bücher austauschen wollen. MGH-Mitarbeiter Oliver Müller, selbst begeisterter Leser, war von der Idee jedenfalls gleich angetan, wie er sagt. Obwohl da noch ein großes „Aber“ im Raum stand. Eigentlich ist das MGH als Institution, in der sich Bürger auf freiwilliger Basis engagieren, gut ausgelastet. In Abstimmung mit Einrichtungsleiterin Daniela Gräf fiel die Entscheidung dann aber doch schnell: „Keine zwei, drei Tage hat es gedauert, dann kam die Zusage“, berichtet Müller. Das MGH habe ohnehin eine beachtliche Sammlung an Literatur. Das Bücherboard habe sich zu so etwas wie einer kleinen Bibliothek gemausert, inzwischen auch mit DVDs, die verliehen werden.

Martina Klein hofft nun auf viele Gleichgesinnte, die zusammen mit ihr lesen und diskutieren wollen. Den Ablauf der anderthalbstündigen Treffen stellt sie sich folgendermaßen vor: Zunächst sprechen die Teilnehmer über den zu Hause gelesenen Roman – wie die Geschichte, der Schreibstil ihnen gefallen, was sie begeistert hat und mit welcher Figur sie sich identifizieren können. Auch um die Menschen hinter den Geschichten soll es am Rande gehen. „Ich finde es immer Interessant, einen Vergleich zwischen den Werken eines Autors ziehen zu können“, sagt Klein.

Was gelesen wird, soll in gemeinsamer Abstimmung festgelegt werden. Romane sollen es sein, keine Fachbücher. Außerdem muss die Länge auch für nicht so schnelle Leser innerhalb eines Monats zu bewältigen sein. Die künftige Leiterin des Literaturkreises selbst liest keine Krimis, auch Science-Fiction- oder Liebesromane sind eher nichts für sie, wie sie sagt. Will die Mehrheit aber Bücher aus den bisher verschmähten Genres lesen, wolle sie sich darauf einlassen. Auch Klassikern gegenüber ist sie aufgeschlossen – aber auch da solle der Geschmack der Gruppe entscheiden.

Zwei bis vier Bücher wälzt die Verwaltungsangestellte bei der Universität Bremen im Monat. „Ich habe eine persönliche Freude am geschriebenen Wort“, sagt sie. Auf ein Lieblingsbuch oder einen favorisierten Autoren möchte sich Martina Klein nicht festlegen. Verschiedene Aspekte können ihrer Meinung nach ein gutes Buch ausmachen. Bei einigen steht für sie die Geschichte im Vordergrund, andere stechen durch Dialoge, Stil oder Personenbeschreibungen hervor. Wie vielfältig ihr Geschmack ist, zeigt ihre derzeitige Lektüre: „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ vom israelischen Autoren Yuval Noah Harari. Martina Klein greift dabei nicht nur zu populären Büchern und Autoren, es könne durchaus auch afrikanische oder asiatische Literatur sein. Gerne erfährt sie etwas über andere Zeiten und Kulturen. Übrigens greift Klein, obwohl ein digitales Gerät vorhanden ist, ausschließlich zum gedruckten Buch. „Ich mag das einfach von der Haptik her.“ Zudem unterstütze sie den lokalen Buchhandel.

Mit Anfang, Mitte 20 hatte sie so richtig zum geschriebenen Wort gefunden. Die Bücher von Walter Moers zogen sie in den Bann. Inzwischen ist das Lesen wichtiger Bestandteil ihrer Freizeit. Wählerisch ist Martina Klein dabei geblieben: „Es muss nicht alles gelesen werden, was auf den Bestseller-Listen steht.“

Der Buchclub des MGH trifft sich jeden vierten Mittwoch im Monat von 18.30 bis 20 Uhr. Das kostenlos und ohne Anmeldung.

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