Fusion zweier Brinkumer Sportvereine

Die Vertragsgespräche können beginnen

Die Gespräche zur Fusion des Brinkumer SV mit dem FTSV Jahn Brinkum sollen bald starten.
31.07.2020, 18:24
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Von Sven Hermann
Die Vertragsgespräche können beginnen

Eine kleine Runde war die Versammlung des Brinkumer SV. Die Mitglieder sprachen sich für die Fusion mit dem FTSV Jahn aus.

Michael Galian

Brinkum. Die Anzahl der Mitglieder, die der erste Vorsitzende Thomas Willmann zur Jahreshauptversammlung des Brinkumer SV begrüßte, war überschaubar: Nur neun Stimmberechtigte kamen zum Brinkumer Gastronomiebetrieb Bremer Tor. Dabei stand mit dem Thema Fusion mit dem FTSV Jahn Brinkum ein wichtiger Tagesordnungspunkt auf dem Programm. Aufgrund dessen fand sich mit dem ersten Vorsitzenden Rolf Meyer und Geschäftsstellen-Mitarbeiter Alexander Piossek auch eine kleine Delegation des FTSV ein, die sich den Fragen der BSV-Mitglieder stellte und mit Ratschlägen und Informationen zur Stelle war. Es wurden einige Punkte diskutiert. Am Ende überwogen die Argumente für eine Verschmelzung der beiden Brinkumer Vereine. Auch die Mitglieder des BSV sprachen sich am Ende für die Fusion aus.

„Die Gespräche zwischen den beiden Vereinen werden in Kürze, vermutlich noch im August beginnen. In diesen wird dann der Vertrag ausgearbeitet. Anschließend wird eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, auf der die einzelnen Punkte des Vertrages besprochen werden und über diesen schließlich abgestimmt wird“, schildert Willmann den weiteren Fahrplan. Der Vorstand des BSV, der einstimmig entlastet und in seinen Ämtern bestätigt wurde, macht zunächst einmal weiter. „Was dann nach der Verschmelzung geschieht, muss man sehen“, ergänzt Willmann. Die Frage bleibt offen, wie es für ihn persönlich und auch für Stefan Hoyer, der sich um die Verwaltungsaufgaben beim BSV kümmert, weitergeht. Fußball-Abteilungsleiter Jörg Bender und auch Jugendleiter Rainer Besser dürften nach der Fusion beider Klubs auch in Zukunft ihre Betätigungsfelder finden, ebenso Benjamin Facklam, der auf der Versammlung als stellvertretender Abteilungsleiter der Fußballsparte installiert wurde.

Keine Altlasten

„Ich denke, der Verein ist gesund. Auch was den Kunstrasen betrifft, sind wir mit dem Finanzamt auf dem Laufenden“, sagte Hoyer, der beim BSV kommissarisch das Amt des Rechnungsführers ausübt. „Wichtig für uns war, dass alle Altlasten beseitigt waren“, unterstrich FTSV-Vorsitzender Rolf Meyer die Bedeutung der finanziellen Situation aufseiten des Fusionspartners. Aus sportlicher Sicht sind sich beide Klubs einig, das hoben Jörg Bender, der auch dem Vorstand des JFV Weyhe-Stuhr angehört, und Jugendleiter Rainer Besser hervor. Die A- und B-Junioren des JFV agieren in der höchsten Bremer Spielklasse, der Verbandsliga. Die erste C-Jugend schaffte den Aufstieg in die Regionalliga und die zweite C-Jugend spielt künftig in der Verbandsliga. Dieser Spielklasse gehört auch das BSV-Team der ersten D-Junioren an. „Vier Jugendmannschaften stellte der Brinkumer SV zuletzt“, schildert Besser. Und dann wäre da noch das Team der ersten Herren, das nach einer möglichen Fusion weiterhin im Bremer Verband spielen würde. Hinzu kommen die zweite Mannschaft, die Ü40 und die Frauen, die zukünftig mit dem FC Huchting eine Spielgemeinschaft bilden. Viel fußballerische Qualität, über die sich die FTSV-Verantwortlichen in Zukunft freuen dürfen. „Unser neuer Kunstrasenplatz hat das Seine getan. Da gibt es keinen vergleichbaren Platz in der Region. Die Rahmenbedingungen haben sich dadurch verbessert, das lockt natürlich Spieler. Und auch unser Hauptplatz zählt durch die neue Bewässerungsanlage zu einem der besten Rasenplätze“, weiß Bender. Spiele der Bremen-Liga-Elf sollen in der kommenden Saison überwiegend sonntags und möglichst auf dem Hauptplatz ausgetragen werden. „Wir werden auf dem großen Hauptplatz auch die Corona-Auflagen erfüllen können. Das werden wir hinkriegen, möglicherweise mit einer Maskenpflicht am Eingang“, schildert Bender.

Insgesamt 306 Mitglieder zählt der BSV. Diese würden bei einer Fusion im FTSV eine neue Heimat und ein vielfältiges Sportangebot vorfinden. Weitere Punkte, die für eine Verschmelzung sprechen, zählte Rolf Meyer auf. „Der BSV verfügt über keinen klassischen Vorstand. Es werden kaum Ehrenamtliche gefunden, die bereit sind, eine Aufgabe zu übernehmen. Ein weiterer Vorteil ist unsere sehr gut besetzte Geschäftsstelle. Es wäre für sie keine Hürde, den Verwaltungsaufwand und die Verwaltungsaufgaben aufzufangen, die die neuen Mitglieder verursachen. Der BSV wäre vom Verwaltungsaufwand befreit und könnte sich den sportlichen Aufgaben widmen. Zudem wäre es schade, wenn Fußball in Brinkum möglicherweise nicht mehr existieren würde. Ein Verein mit einem Potenzial von über 3000 Mitgliedern kann gegenüber der Politik und Behörden auch ganz anders auftreten als mit einem Zehntel der Mitglieder“, zählt Meyer wesentliche Argumente auf, die für einen Zusammenschluss sprechen. Ein negatives Argument lässt er nicht außer Acht. „Es wird einen Verein weniger geben, das muss man deutlich sagen.“

Votum für den Großverein

Die Zeiten, in denen beim BSV eine Kooperation mit dem FTSV Jahn undenkbar war, gehören der Vergangenheit an. „Wir gehen seit Jahren vernünftig miteinander um. Es ist ein Miteinander geworden und kein Gegeneinander mehr. In vielen Dingen wie der Platz- und Hallenbelegung kooperieren wir seit Jahren harmonisch. Den vielen Kindern und Jugendlichen zuliebe, denen ein breitgefächertes Sportangebot geboten werden könnte, müssen die Vereine diese Chance nutzen. Es macht Sinn, dass man ein Großverein wird“, schildern die BSV-Verantwortlichen Willmann und Bender. Die Zeichen stehen auf Fusion.

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