Fußball TSV Heiligenrode hat sein Ziel erreicht

Der Aufstieg des TSV Heiligenrode in die 1. Fußball-Kreisklasse ist für Trainer Kolja Schnackenberg nur der Anfang . Er hat sich für die neue Saison noch weitere Ziele gesetzt.
06.07.2022, 16:30
Lesedauer: 4 Min
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TSV Heiligenrode hat sein Ziel erreicht
Von Nastassja Nadolska

Kolja Schnackenberg kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Völlig durchnässt nach einer ordentlichen Wasserdusche nahm der Trainer des TSV Heiligenrode die Glückwünsche zum Aufstieg in die 1. Fußball-Kreisklasse an. „Dramatischer hätte es wohl kaum laufen können. Während der Saison haben wir viel liegen gelassen, dennoch habe ich irgendwie gehofft, dass es klappt und das hat es am Ende auch“, sagte ein sichtlich erleichterter Kolja Schnackenberg, während seine Spieler weiterhin feierten und „Der TSV ist wieder da“ auf dem Platz sangen.

Am finalen Spieltag der Aufstiegsrunde der 2. Kreisklasse ging es für einige Teams in der Liga noch um alles. Dabei spielte vor allem das Torverhältnis eine große Rolle. Die ersten vier Plätze lagen sehr eng beieinander. Die Heiligenroder standen mit 15 Punkten und einer Differenz von acht Toren auf Platz vier. Die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst II belegte Platz drei, ebenfalls mit 15 Punkten, aber einer Differenz von neun Treffern. Seckenhausens Drittvertretung stand mit einem Punkt mehr und der gleichen Differenz auf Rang zwei, während der SV Heiligenfelde II war mit 17 Punkten und einem Plus von 13 Treffern Spitzenreiter war. „Zwei Wochen vor dem letzten Spieltag war bei uns die Luft eigentlich schon raus, doch auf einmal waren wir wieder im Rennen. Am letzten Spieltag waren einige noch im Urlaub und ein Spieler hatte seinen Junggesellenabschied. Aber sie sind alle extra für dieses wichtige Spiel früher zurückgekommen“, berichtete der TSV-Coach.

Torfestival in Halbzeit zwei

Das Team SBS Kickers war zu Gast in Heiligenrode, ein möglichst hoher Sieg musste für die Gastgeber her. Nach acht Minuten kamen sie ihrem Ziel durch den Treffer von Nils-Maurice Soyke einen Schritt näher. Danach passierte lange Zeit nichts. Die Gäste aus Borstel und Siedenburg zeigten wenig und Heiligenrode ließ sich in den Strudel mit reinziehen, was Schnackenberg überhaupt nicht gefiel. „Da muss jetzt mehr kommen Jungs, wir haben eine Mission“, rief er seinen Spielern zu. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Celvin Fischer zum 2:0 (44.). Nach der Pause zeigten die Heiligenroder dann ein ganz anderes Gesicht. Hanno Kern schraubte das Ergebnis nach Wiederanpfiff auf 3:0 hoch (46.). Die Tormaschine des TSV kam allmählich so richtig ins Rollen. Obwohl die Schnackenberg-Elf zunächst einen Gegentreffer in der 50. Minute durch Leon Buchholz kassierte, tat das dem Spiel der Weiß-Blauen keinen Abbruch. Der eingewechselte Kilian Wessling (52.), Moritz Matzel (54.), erneut Soyke (65./79.), Konstantin Rosenthal (71.), Jannic-Olaf Kieselhorst (83.) und Kern (89.) spielten sich regelrecht in einen Torrausch und bescherten ihrem TSV den sehr deutlichen 10:1-Erfolg.

Der Weg soll weiter nach oben führen

Während des Spiels schauten einige Zuschauer immer wieder fieberhaft auf die anderen Ergebnisse. Denn das Torverhältnis entschied darüber, wer am Ende die Meisterschaft gewinnt. Tatsächlich erzielte die Zweitvertretung der Seckenhauser beim TuS Varrel ein 10:0 und durfte neben dem Aufstieg auch die Meisterschaft feiern. Doch am Ende war das nur Nebensache, denn das Ziel des TSV war mit dem Aufstieg erreicht. „Wenn wir es nicht geschafft hätten, hätte ich als Trainer aufgehört“, betonte Schnackenberg, der im Herbst Vater wird, sich der Aufgabe in der 1. Kreisklasse dennoch stellen möchte und bereits mitten in der Planung für die neue Saison steckt. „Wir möchten den Verein nach oben bringen und wollen die Jugend mehr einbeziehen. Wir wollen einen fließenden Übergang von den Junioren- bis hin in den Herrenbereich schaffen“, erklärte Schnackenberg, der sich den Heiligenrodern vor der Saison 2020/21 angeschlossen hatte. „Mit der ersten und zweiten Mannschaft standen wir zu diesem Zeitpunkt in den jeweiligen Ligen auf Rang eins. Leider hat uns Corona zurückgeworfen, doch wir haben uns wieder herangekämpft und uns mit dem Aufstieg in die 1. Kreisklasse belohnt.“

Zur neuen Saison wird sich sowohl in der Mannschaft als auch auf der Trainerposition einiges verändern. Neben externen Zugängen wie Kevin Soyke vom Bremer Landesligisten FC Huchting, den Schnackenberg als einen „besonderen und wegweisenden Transfer“ bezeichnet, sollen auch viele Spieler aus dem Juniorenbereich die Möglichkeit bekommen. „Wir möchten, dass die jungen Leute nachrücken. Außerdem schauen wir nicht darauf, wie hoch die Spieler gespielt haben, sie müssen auch vom Charakter her in das Team passen“, zählte der TSV-Coach die wichtigsten Merkmale auf. Kevin Soyke, der künftig mit seinem Bruder das Spitzenduo im Sturm bilden soll, freut sich auf das Abenteuer in Heiligenrode. „Ich wollte wieder mit meinem Bruder und meinen Freunden spielen. Das war der Hauptgrund, warum ich mich für den Wechsel entschieden habe. Die Kreisklasse wird natürlich ein anderes Niveau sein. Unser Ziel ist es aber, so schnell wie möglich aufzusteigen“, hat er sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt.

Co-Trainer Justus Runte verlässt den TSV, da er Vater wird. Dafür schließt sich Tim Engelke, der unter anderem auch der erste Vorsitzende des TSV ist, dem Trainerteam an. Yosha Nicol fungierte bisher als Torwarttrainer und wird auch zur neuen Saison bleiben. Eigentlich wollte der TSV-Coach seinen Spielern noch eine Pause gönnen, „doch der Andrang war so groß, dass wir schon in dieser Woche ins Training gestartet sind“, freute sich Schnackenberg über die hohe Teilnehmerzahl. Den Aufstiegshelden möchte er allerdings noch eine Pause gönnen. „Woche für Woche möchte ich mir einen rauspicken und ihm etwas Ruhe gönnen. Das haben sie sich auch verdient, den Kopf freizukriegen und dem Körper eine Pause gönnen.“

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