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Alles auf Anfang

Der TuS Varrel zieht seine Mannschaft aus der Fußball-Kreisliga zurück und fängt in der 2. Kreisklasse neu an.
03.07.2020, 12:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Jannis Klimburg
Alles auf Anfang

Der TuS Varrel (blaue Trikots) stellt sich in Zukunft neu auf. Die erste Herren startet in der 2. Kreisklasse.

Michael Braunschädel

Aufgrund der vielen Abgänge zur neuen Fußball-Saison hatte es sich bereits abgezeichnet, nun ist es also gewiss: Der TuS Varrel wird seine erste Herrenmannschaft aus der Kreisliga zurückziehen und somit einen kompletten Neustart in der 2. Kreisklasse wagen. Aus der Zweitvertretung wird dann die erste Garde.

Und zur kommenden Spielzeit stellt sich der TuS Varrel auch komplett neu auf. Stefan Blasy, der während der Saison interimsweise für Kolja Schnackenberg übernommen hatte, hat sein Traineramt jüngst niedergelegt. „Am 30. Juni habe ich aufgehört“, erklärt er. „Die erste Herren, wie man sie kannte, wird es in dem Sinne nicht mehr geben.“ Das Kommando übernimmt absofort Benjamin Rohlfs, der in der zurückliegenden Spielzeit die zweite Herren in der 2. Kreisklasse trainiert hat. Jedoch ohne jeglichen Erfolg. Lediglich einen Sieg heimste die Reserve ein, landete damit auf dem letzten Platz. Aber absteigen wird die Mannschaft aufgrund der Corona-Krise und der damit verbundenen Regelung nicht. „Das wundert mich aber auch nicht, dass wir so schlecht abgeschnitten haben. Die Mannschaft ist extrem jung und besteht fast nur aus unserer eigenen A-Jugend“, unterstreicht Rohlfs, der zukünftig von Sascha Buchek unterstützt wird. Dieser hat vor drei Jahren bereits die zweite Herren beim TuS Varrel trainiert und spielt schon seit Ewigkeiten – genauso wie Rohlfs – im Verein. „Ich glaube, Sascha ist schon seit seinem 10. Lebensjahr im Verein und ich selber kicke hier auch schon seit 30 Jahren“, bekräfigt Rohlfs.

Ein komplett neuer Kader

Die erste Herrenmannschaft des TuS Varrel wird sich in der Saison 2020/21 mit einem neuen Gesicht präsentieren. Zahlreiche Spieler werden die Schwarz-Weißen verlassen und sich eine neue Herausforderung suchen. Alleine acht Spieler treibt es zum alten Übungsleiter Kolja Schnackenberg, der nun die Geschicke beim TSV Heiligenrode leitet. Außerdem wandern Emre Vatansever und Pardes Khil zum Bezirksliga-Aufsteiger TSG Seckenhausen-Fahrenhorst rüber. Ein weiterer Akteur solle wohl noch zum FC Huchting wechseln, verrät Rohlfs. Übrig bleibt aus dem jetzigen Kader nur ein Spieler: Bjarne Winneguth, ein Ur-Varreler, verlässt das sinkende Schiff nicht. Zudem werden drei weitere Spieler die Fußballschuhe an den Nagel hängen.

Aber natürlich wird sich der TuS Varrel ebenfalls in der 2. Kreisklasse neu aufstellen. „Zurzeit besitzen wir einen 27-Mann-Kader“, meint Rohlfs. Einige Akteure kommen aus der Jugend hinzu, andere wieder von den Nachbarvereinen. „Wir haben eine sehr junge Truppe zusammen. Der Altersdurchschnitt beträgt um die 20 Jahre“, so der Coach. Doch das größte Problem für die kommenden Jahre sei dagegen der fehlende Nachbau. „Es dauert jetzt sechs Jahre, bis wieder Spieler aus der A-Jugend zu den Senioren dazustoßen. Wenn sie denn bis dahin überhaupt bei der Stange bleiben. Da müssen wir uns auf jeden Fall besser aufstellen. Wir können uns ja nicht nur Spieler von außerhalb holen“, erklärt Rohlfs. „Natürlich haben wir hier in der Region mit der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, dem TV Stuhr und TSV Heiligenrode auch eine große Konkurrenz.“

TuS will oben mitspielen

Trotz des großen Umbruchs peilt der TuS Varrel direkt eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte an. „Wir wollen definitiv oben mitspielen. Ich denke schon, dass von Platz eins bis sieben alles möglich ist. Allerdings muss sich die Mannschaft auch erst finden. Das bedarf etwas Zeit“, sagt Rohlfs und denkt direkt weiter: „Innerhalb von fünf Jahren wollen wir schon zurück in die Kreisliga. Das ist unser großes Ziel.“

Alexander Carapinha Hesse, der im Vorstand des TuS Varrel aktiv ist, will dagegen erst einmal kleinere Brötchen backen: „In der Kreisliga wären wir nur Kanonenfutter gewesen. Das ist natürlich sehr schade, dass wir jetzt wieder bei Null starten müssen. Die jungen Spieler müssen jetzt erst einmal Erfahrung im Herrenbereich sammeln. Das ist dann doch ein anderes Spielklima als in der Jugend. Wir schlagen jetzt einfach ein neues Kapitel auf beim TuS Varrel.“

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