Tannenbaum-Abholung in Stuhr Herzlichkeit auch nach dem Fest

Am Wochenende waren im Stuhrer Gemeindegebiet wieder Jugendgruppen unterwegs, um Tannenbäume abzuholen und die Vereinskasse aufzubessern. Hunderte Haushalte haben das Angebot genutzt.
09.01.2022, 15:13
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek

Stuhr. Tannenbaum-Abholaktionen sind in der Gemeinde Stuhr eine jahrelange Tradition, mit der die Jugendabteilungen verschiedener Vereine gerne die Vereinskasse aufbessern – zum Beispiel in Fahrenhorst. Dass die Landjugend Hasbergen-Stuhr am vergangenen Sonnabend auf ihrem Gebiet zum ersten Mal für diesen Zweck mit Traktor und Anhänger ausrückte, war dem fünfköpfigen Team jedoch kaum anzusehen.

Routiniert stand Roman Strauß am Vormittag auf der ersten Ladung Tannenbäume. Noch ein wenig umsortieren und drücken, dann war auch schon wieder Platz für noch ein paar mehr Stämme. Verständlich, dass die Truppe jeden Zentimeter ausnutzen wollte – die rund sechs Kilometer von Varrel bis zum Abladeort in Blocken brauchten mit dem Traktor ihre Zeit.

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Während Lüder Corßen-Katenkamp am Steuer des Traktors im Schritttempo durch die August-Hinrichs-Straße, die Astrid-Lindgren-Straße und den Hermann-Löns-Weg in Varrel navigierte, sammelte der dreiköpfige Fußtrupp fleißig die Tannenbäume ein und reichte sie Strauß auf dem Anhänger. Bei frostigen Außentemperaturen half es gegen das Frieren, stets in Bewegung zu bleiben.

Rund 250 Adressen galt es für die Gruppe abzufahren. „Wir rechnen mit insgesamt rund 300 Bäumen“, schilderte Strauß. Denn manche meldeten für mehrere Haushalte an, manchmal lag auch einfach ein Baum mehr als angekündigt am Straßenrand. „Manche holen ihren Baum auch noch schnell, wenn sie uns sehen“, sagte Sabrina Rohlfs. Für die Landjugend galt: Kein Stamm wird zurückgelassen. Dabei waren es gar nicht so wenig zusätzliche. „Das ist schon eine recht hohe Quote“, sagte Strauß über die spontanen Beigaben und konnte sich das Schmunzeln nicht verkneifen. Für die engagierten Sammler war das kein bedeutsamer Mehraufwand – und brachte mehrfach einen willkommenen zusätzlichen Obolus. „Nur der Zeitplan gerät durcheinander“, merkte Strauß an.

Da es die erste Aktion dieser Art der Landjugend Hasbergen-Stuhr war, hatte das Team ohnehin großzügig kalkuliert. „Die Planung war hart“, räumte Strauß ein. Schließlich mussten vorab alle Adressen in einer Tabelle gesammelt werden, um dann im Routenplaner die besten Strecken herauszufinden: „Das hat bestimmt zehn bis zwölf Stunden gedauert.“ Die Annahme und das Antworten auf die vielen Nachrichten sei da noch gar nicht mitgezählt.

Dass die Landjugend Hasbergen-Stuhr diese Mühe auf sich genommen hat, hing auch mit der Coronavirus-Pandemie zusammen. „Wir haben sonst den Scheunenball, der ist jetzt aber zweimal ausgefallen“, erläuterte Corßen-Katenkamp. Aus einer Schnapsidee sei dann eine Aktion geworden: „Viele hatten Lust dazu.“ Mit drei Gespannen und 13 Helfern war das Team am Sonnabend bis 18 Uhr unterwegs. Am Ende hatten sie rund 350 Bäume eingesammelt. Und auch finanziell habe sich die Aktion gelohnt, resümierte Roman Strauß. "Wir sind sehr zufrieden", sagte er.

Trotz zahlreicher Einschränkung sei das Vereinsleben noch intakt. „Wir sind ein Freundeskreis, der öfter was zusammen macht“, sagte Strauß. Vor der Pandemie habe sich die Gruppe auch mal mit 15 bis 20 Teilnehmern getroffen: „Plötzlich durfte man das nicht mehr.“ So konnte das Tannenbaumsammeln auch als Gemeinschaftsaktion an der frischen Luft verstanden werden. „Viele kommen auch raus für einen kurzen Schnack“, sagte Helfer Roger Strauß – Herzlichkeit mit Abstand.

Fast zeitgleich war auch die Jugendabteilung des Schützenvereins Fahrenhorst in ihrem Ortsteil und in Neukrug unterwegs. Zwei Gespanne und zehn Helfer sammelten ebenfalls rund 300 Tannenbäume ein. „Letztes Jahr war schon super, jetzt waren es noch einmal mehr“, freute sich Jugendschießsportleiterin Carina Schierenbeck über die gute Resonanz. Auch unter den Zugezogenen werde die Aktion gut angenommen: „Wir steigern uns jährlich.“

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Anders als die Landjugend Hasbergen-Stuhr haben die Jugendschützen bereits mehr als 15 Jahre Routine mit dem Bäumesammeln. Da merkte Schierenbeck dann durchaus einen Unterschied zu den Vorjahren. „Sonst ist das wie eine Spaßveranstaltung, jetzt ist es mehr reduziert“, bedauerte sie. Es gehe mehr darum, schnell fertig zu werden und statt großen Gruppen seien pandemiebedingt vor allem die starken Jungs gefragt gewesen.

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