Stuhrer Rat beschließt Erweiterung 2,65 Millionen Euro für die Grundschule Seckenhausen

Die Raumnot in der Grundschule Seckenhausen dürfte in absehbarer Zeit ein Ende haben: Der Stuhrer Rat hat am Mittwochabend die Erweiterung der Schule für 2,65 Millionen Euro beschlossen.
20.05.2021, 18:25
Lesedauer: 3 Min
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2,65 Millionen Euro für die Grundschule Seckenhausen
Von Claudia Ihmels

Stuhr. Die Grundschule Seckenhausen wird erweitert. Der Rat der Gemeinde Stuhr hat sich am Mittwochabend einstimmig für einen Anbau sowie für Umbauten im vorhandenen Gebäude ausgesprochen. Damit einher geht eine Investition von rund 2,65 Millionen Euro aus der Gemeindekasse. Die Bauarbeiten sollen im Herbst dieses Jahres beginnen und werden voraussichtlich bis ins Frühjahr 2023 dauern. Thema der Ratssitzung in der Mensa der Kooperativen Gesamtschule Brinkum waren außerdem mehrere Bebauungspläne und der Lärmaktionsplan der Gemeinde – in diesen Fällen fielen die Entscheidungen aber weniger einvernehmlich aus.

Ziel der Erweiterung ist es zum einen, mit vier zusätzlichen allgemeinen Unterrichtsräumen die Grundschule Seckenhausen dauerhaft dreizügig planen zu können, zum anderen sollen weitere Räume geschaffen werden, darunter ein PC-Raum für eine volle Klassenstärke. Durch die An- und Umbauten sind auch Umstrukturierungen im Gebäude geplant, wie Kerstin Frohburg, Fachbereichsleiterin für Bildung, Soziales und Freizeit, während der Sitzung erläuterte. "Der Verwaltungstrakt wird dann besser für Besucher erreichbar sein", so Frohburg. Auch sollen die Rektorin und die Konrektorin künftig jeweils ein eigenes Büro bekommen, bislang teilen sie sich eines. Im Lehrerzimmer soll zudem Platz für das gesamte Kollegium inklusive des pädagogischen Personals entstehen. Im Anbau wird außerdem ein Fahrstuhl eingebaut, sodass das ebenfalls erweiterte Obergeschoss der Schule dann auch barrierefrei zu erreichen sein wird.

Durch die Erweiterung werden der Grundschule dann zusätzliche 960 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Dafür rechnet die Gemeinde mit Kosten von 2,4 Millionen Euro. Der Umbau im Bestand betrifft eine Fläche von 293 Quadratmetern und wurde mit 210.000 Euro kalkuliert. Neben den Baukosten plant die Gemeinde mit 40.000 Euro für die Ausstattung der neuen Räume. "Das ist ein großes Paket. Aber die Investition ist es wert", kommentierte Ralph Ahrens (CDU) das Vorhaben. Jan-Alfred Meyer-Diekena (FDP) wollte wissen, ob zusätzliche Kosten durch gestiegene Bau- und Materialpreise auf die Gemeinde zukommen könnten. "Noch gehen wir davon aus, dass wir das abfedern können", antwortete Frohburg.

Nach dem einstimmigen Votum für die Grundschul-Erweiterung stand der in den Vorberatungen viel diskutierte Bebauungsplan Kirchseelter Straße in Fahrenhorst zur Abstimmung. Wie berichtet, sollen dort vier Gebäude entstehen. In der Diskussion ging es immer wieder um die Erschließung der Grundstücke sowie ein kleines Eichenwäldchen auf dem Gelände. Problematisch war auch die Situation für die Müllabfuhr, da der Wendehammer zu klein für die Fahrzeuge ist. Statt eines durch das Wäldchen verlaufenden Weges zum Transport der Tonnen ist nun eine Müllsammelstelle an der Kirchseelter Straße vorgesehen.

Peter Schütte vom Fachdienst Stadtplanung stellte im Rat nun die Ergebnisse der Offenlegung und der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange vor. Durch beides hätten sich aber keine Änderungen im Bebauungsplan ergeben. Kritik kam anschließend von Besser-Fraktionschef Gerd-Wilhelm Bode: "Je länger ich über den Bebauungsplan nachdenke, desto unsympathischer wird er mir." Das Zustandekommen des Bebauungsplanes verglich Bode mit einem "Kuhhandel", was wiederum von anderen Ratsmitgliedern stark kritisiert wurde. Für Kristine Helmerichs ist der vorliegende Plan vielmehr ein "Zeichen für gute Kommunalpolitik". "Ich bin froh, dass wir mit allen Beteiligten zu einem guten Kompromiss gekommen sind", sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende.

SPD-Fraktionschef Dennis True hob positiv hervor, dass es mittlerweile auch "ein Einvernehmen mit den Anliegern" gebe. "Wir haben es über alle Fraktionen geschafft, den Bürgern Genugtuung zu verschaffen. Das Wäldchen hätte auch weggeholzt werden können", fügte Frank Schröder (CDU) hinzu. Peter Strohmeyer (SPD) bezeichnete den Entstehungsprozess des Bebauungsplanes als "Beispiel für Bürgernähe". Die vier Besser-Ratsmitglieder konnte das nicht überzeugen, sie enthielten sich bei der Abstimmung, alle anderen Politiker stimmten zu. Ebenso fielen die Entscheidungen zum Bebauungsplan Bahnhof Brinkum (Aufstellungsbeschluss und Durchführung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung) und zum Bebauungsplan Auf dem Steinkamp in Brinkum (Ergebnisse der Offenlegung und Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, Satzungsbeschluss) aus.

Mit dem Beschluss zum Lärmaktionsplan der Gemeinde konnten sich dann weder die Grünen noch Besser anfreunden, die insgesamt neun Ratsfrauen und -herren stimmten dagegen. "Ich finde den Plan zu kurz gesprungen", kritisierte etwa Kristine Helmerichs. Als "kurios" bezeichnete sie es, dass in dem Plan drei Umgehungsstraßen in Heiligenrode, Groß Mackenstedt und Alt-Stuhr vorgeschlagen werden. "Für uns ist das ein Papiertiger. Das können wir uns schenken", kommentierte anschließend Gerd-Wilhelm Bode den Lärmaktionsplan. Diese Aussagen waren dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Finn Kortkamp zu pauschal. Zwar sehe man, dass solche Pläne immer auch an Grenzen stoßen würden, man könne aber auch nicht sagen, dass gar nichts daraus würde. "Man muss dann auch Anträge stellen", so Kortkamp. Der Plan wurde trotz der Gegenstimmen beschlossen, da CDU, SPD und FDP geschlossen zustimmten.

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