Handball

Glück im Unglück

Die HSG Stuhr ist noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Das Schlusslicht darf auch in der kommenden Saison in der Landesliga auflaufen.
05.07.2020, 17:00
Lesedauer: 3 Min
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Glück im Unglück
Von Jannis Klimburg
Glück im Unglück

Die HSG Stuhr (rote Trikots) muss sich in der kommenden Saison gehörig steigern, um ihre Ziele zu erreichen.

Michael Braunschädel

Noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen: Rein sportlich gesehen müsste die HSG Stuhr in der kommenden Saison eigentlich in der Handball-Landesklasse antreten. Denn die Mannen von Trainer Sven Engelmann, der zukünftig nicht mehr auf der HSG-Bank Platz nehmen wird, verbuchten in der Landesliga-Spielzeit lediglich vier mickrige Punkte. Da der Verband aber aufgrund der Corona-Krise entschieden hat, dass es keinen Absteiger geben wird, darf sich die HSG Stuhr auch in der kommenden Saison in der Landesliga beweisen.

Doch warum stand die Handballspielgemeinschaft zu diesem Zeitpunkt eigentlich auf dem letzten Tabellenplatz? Engelmann führt gleich mehrere Gründe an. „Zum einen die schlechte Vorbereitung“, sagt der Coach. „Wir hatten nie alle Spieler beim Training zusammen, konnten somit nur wenig Konzepte und Ideen einstudieren. Ein gezieltes Training war kaum möglich.“ Hinzu käme noch die erschreckende Verletztenmisere. So musste die HSG Stuhr unter anderem acht Wochen auf Leistungsträger Sebastian Beckmann verzichten. Auch Torhüter Ashkan Sadeghi war einige Zeit zum Zugucken verdammt. „So konnten wir eigentlich nie das volle Potenzial des Kaders ausschöpfen, weil immer wieder jemand gefehlt hat“, moniert Engelmann, der außerdem noch von einer schlechten Chancenverwertung spricht. „Wir haben uns in der Regel immer sehr gut durchkombiniert, aber vor dem gegnerischen Keeper waren wir nicht kaltschnäuzig genug. Das hat uns sehr viele Punkte gekostet.“

Und wie es dann im Sport eben so ist: Wenn du unten drin stehst, hast du auch kein Glück. Das belegen die zahlreichen knappen Niederlagen der HSG Stuhr. Viele Duelle hat das Schlusslicht lediglich mit einem Tor Unterschied verloren. Und das, obwohl es oft sogar lange Zeit in Führung lag. „Uns hat in den entscheidenden Phasen das Quäntchen Glück gefehlt. Denn vom Kampf her kann ich den Jungs absolut keinen Vorwurf machen. In 90 Prozent der Spiele haben sie immer alles in die Waagschale geworfen. Das hat mich sehr beeindruckt“, so Engelmann.

Engelmann sieht Potenzial

An der grundsätzlichen Qualität im Kader mangelt es demzufolge nicht. Sind doch in der Rückrunde mit Oliver Link und Meik Schäfer noch einmal zwei erprobte Kräfte hinzugekommen. „Es hat sich einfach wie ein roter Faden durch die Saison gezogen. Es sollte einfach nicht sein“, meint Engelmann, der sich aber trotzdem sicher ist, dass seine Schützlinge den Klassenerhalt auch noch aus eigener Kraft geschafft hätten. „Ob über die Relegation oder in der regulären Spielzeit, wir hätten den Abstieg noch vermieden. Denn nach der Corona-Pause hätten die meisten Spieler ihre Verletzungen auskuriert und wären topfit zurückgekehrt.“

Engelmann, der sich nach 14 Jahren als Trainer der HSG Stuhr nun verabschiedet, traut der Mannschaft und seinem Nachfolger Mike Owsianowski einiges zu in der kommenden Saison. „Wenn die Mannschaft so zusammen bleibt und noch punktuell verstärkt wird, kann sie auf jeden Fall im Tabellenmittelfeld landen. Das war jetzt der Schuss vor den Bug, den hoffentlich alle verstanden haben.“

Vier Neuzugänge für die HSG

Für die neue Landesliga-Spielzeit hat die HSG Stuhr personell bereits aufgerüstet. Vier Neuzugänge sind bekannt. So unter anderem der erwähnte Link, der schon in der Rückrunde mit von der Partie war. Der 22-Jährige soll in der Rückraum-Mitte die Fäden ziehen. Er wird keine Eingewöhnungszeit benötigen, sondern sollte eine Soforthilfe für die Handballspielgemeinschaft darstellen.

Des Weiteren stößt Marvin Klusmeyer aus der zweiten Herrenmannschaft der HSG Stuhr zur Erstvertretung. Der 23-Jährige kann im Rückraum spielen, aber auch über die Außen kommen. Darüber hinaus wurden zwei Talente vom TV Neerstedt verpflichtet: Niklas Buck und Henrik Müller. „Beide haben eine sehr gute Ausbildung genossen und haben in der Jugend bereits Landesliga-Erfahrung gesammelt“, sieht Owsianowski gute Grundlagen bei dem jungen Duo.

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