Eiserne Hochzeit in Stuhr Eine sportliche Ehe

Sie engagieren sich in der Gemeinde Stuhr und sind dafür auch schon ausgezeichnet worden. Nun feiern Irene und Wolfgang Albrecht Eiserne Hochzeit.
26.01.2022, 13:04
Lesedauer: 2 Min
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Von Ina Ulbricht

Stuhr-Seckenhausen. Es war der Sport, der sie zusammenführte: Irene und Wolfgang Albrecht lernten sich 1952 bei der TSG Seckenhausen kennen und teilten fortan ihre Begeisterung für den Sport. Nun feiert das Paar seine Eiserne Hochzeit. Während Irene Albrecht auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Seckenhausen großgeworden ist, wurde ihr Mann in Bremen geboren, wuchs in Cuxhaven auf und landete schließlich durch die Kriegswirren ebenfalls in dem Stuhrer Ortsteil, wie er erzählt.

"Damals gab es nicht viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen", erinnert er sich. Also sei er in den Verein eingetreten, um Leute zu treffen. Seine Frau war bereits mit 17 Jahren Mitglied in der TSG. "Vor Kurzem wurde ich für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt", berichtet sie. 55 Jahre lang sei sie zudem Übungsleiterin gewesen.

Die erste Zeit im Verein sei schwierig gewesen. "Alles war durch den Krieg zerstört", sagt Wolfgang Albrecht. "Also haben wir die Geräte in einer Dreyer Gaststätte aufgebaut." Die Jungs hätten den Mädchen beim Tragen der schweren Geräte geholfen. Irene und Wolfgang Albrecht lernten sich kennen, kamen 1953 zusammen und heirateten 1957. Ein Jahre später begann Wolfgang Albrecht gemeinsam mit seinem Schwager das Haus zu bauen, in dem das Paar auch heute noch wohnt. Sieben Kinder und drei Enkel machten die Familie komplett.

Nachdem sie 1948 ihren Schulabschluss gemacht hatte, wollte Irene Albrecht eigentlich einen Beruf lernen, wie sie erzählt. Am liebsten Schneiderin, wie ihre Mutter. Dazu sei es allerdings nicht gekommen. Der Vater brauchte sie und ihre Schwester im landwirtschaftlichen Betrieb. So sei es letztendlich der Sport gewesen, mit dem sie sich verwirklichen konnte, sagt Irene Albrecht. "In die Tätigkeit als Übungsleiterin bin ich so hineingerutscht", erzählt sie. Zunächst als Vertreterin, später sei sie in die Aufgabe hineingewachsen. Zu ihren Kursen zählten Mutter-Kind-Turnen, Kinderturnen und Damengymnastik. "Bis 2020 habe ich Hockergymnastik angeboten", erzählt sie.

Wolfgang Albrecht absolvierte eine Ausbildung zum Maschinenbauer. Das sei jedoch nicht das richtige gewesen. "Nach zehn Jahren habe ich mich nach etwas anderem umgesehen", sagt er. Bereits damals habe es Lehrkräftemangel gegeben. So war es möglich für ihn, eine Sonderausbildung zum Sportlehrer zu absolvieren. Nachdem er an der Volkshochschule seine Hochschulreife nachgeholt hatte, studierte Wolfgang Albrecht schließlich auf Lehramt für Grund- und Hauptschule die Fächer Sport, Mathematik und Werken.

Parallel engagierte sich Wolfgang Albrecht tatkräftig in der Gemeinde. So erhielt er im Jahr 2012 die Auszeichnung zum Stuhrer Wolf, unter anderem als Mitbegründer des Gesundheitszentrums und für sein Engagement im deutsch-französischen Austausch. "Meine Frau hätte diese Auszeichnung ebenso verdient", findet Wolfgang Albrecht, der, wie seine Frau, ein begeisterter Frankreich-Fan ist. "Der Austausch hat unser Leben bereichert", betont diese. Was 1980 als Jugendaustausch begann, wurde zur Leidenschaft der Familie. Auch privat habe die Familie ganz Frankreich mit ihrem VW-Bus bereist, erzählt das Paar.

Ihr Haus und der Garten seien auch ein gemeinsames Hobby, erzählt Irene Albrecht. Das Gemüse, das sie im Garten ernte, koche sie auch heute noch ein. Ebenfalls sehr wichtig sei der große Freundeskreis. Das Paar ist gerne in Gesellschaft. "Wir hatten immer ein offenes Haus für die Freunde unserer Kinder", betont Irene Albrecht.

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