Silbersee-Triathlon

Jesse Hinrichs macht’s noch einmal

Rund 1000 Einzelstarter und 75 Staffeln sorgen für sportlich tolle Momente bei der 26. Auflage der Veranstaltung. Der Vorjahressieger triumphiert erneut.
29.07.2019, 16:53
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Thorin Mentrup
Jesse Hinrichs macht’s noch einmal

Mit dem Schwimmen eröffneten die Athleten den Silbersee-Triathlon. Jede Startgruppe hatte eine andere Kappenfarbe.

Thorin Mentrup

Manchmal geht es selbst den so aufmerksamen Organisatoren des Silbersee-Triathlons zu schnell: Als Jesse Hinrichs am Sonntag nach nur 1:53:46 Stunden und damit fast mit neuem Streckenrekord die Olympische Distanz bewältigt hatte, waren die Tri-Wölfe des LC Hansa Stuhr ausnahmsweise nicht perfekt vorbereitet. Das Banner für den Zieleinlauf fehlte. Also durchquerte Vorjahressieger Hinrichs den Zielbogen auf dem blauen Teppich noch einmal – und durfte dieses Mal das Banner des Siegers in Empfang nehmen.

Dieser kleine Fauxpas blieb der einzige bei der 26. Auflage des Triathlons, den die Tri-Wölfe des LC Hansa Stuhr gewohnt professionell über die Bühne brachten. „Wir bekommen ausschließlich positives Feedback“, freute sich Orga-Leiter Jan Neubauer schon während der Veranstaltung. Dass es Sportlern und Besuchern an nichts fehlte, dafür zeichneten rund 200 Helfer verantwortlich, die am Sonntag einen 18-Stunden-Tag einlegten. „Wenn der erste Startschuss gefallen ist, dann läuft es fast von allein“, erklärte Neubauer, dass es auch einen Moment des Aufatmens gibt.

Wobei Laufen bekanntlich nur eine von drei Disziplinen war. Auch im Schwimmen und Radfahren mussten die rund 1000 Einzelstarter und die 75 Staffeln ihr Können unter Beweis stellen. Keiner vermochte das so gut wie Jesse Hinrichs, der neue alte König vom Silbersee über die Olympische Distanz von 1500 Metern Schwimmen, 40 Kilometern auf dem Rad und zehn Kilometern Laufen. Um fast zwei Minuten verbesserte der Oldenburger seine Vorjahreszeit – und hätte sogar noch ein bisschen schneller sein können. „Aber ich starte am nächsten Wochenende noch in Berlin, da habe ich beim Laufen etwas Tempo rausgenommen“, erklärte Hinrichs, der mehr als vier Minuten Vorsprung hatte. Den Triathlon in Stuhr wollte er sich trotz des Wettkampfes in der Hauptstadt nicht nehmen lassen: „Ich fand es im letzten Jahr so nett hier, dass ich unbedingt starten wollte“, verriet er.

Begeistert zeigte sich auch Marie-Luise Klietz, die Siegerin der offenen Wertung bei den Frauen. „Die Veranstaltung ist super organisiert“, lobte sie die Tri-Wölfe. Für sie stoppte die Uhr bei genau 2:18:00 Stunden. „Ich befinde mich gerade in der Ironman-Vorbereitung, es war für mich also eine relativ kurze Distanz. Das Schwimmen lief nicht so gut, aber auf dem Rad habe ich eine Aufholjagd gestartet“, war sie am Ende mit sich und ihrem Rennen im Reinen. Für Verwunderung hatte ihr Verein gesorgt, startet sie doch für den MRRC München. Aus Bayern aber war sie nicht angereist, sondern aus Nordrhein-Westfalen: „Ich bin erst vor zwei Monaten von München nach Münster gezogen“, erklärte sie.

Und wie schlugen sich die hiesigen Athleten? Mehr als ordentlich, wie mehrere Top-Ten-Platzierungen in den Altersklassen bewiesen. Oliver Sebrantke war über die olympische Distanz der schnellste Tri-Wolf, er musste vor allem gegen den inneren Schweinehund ankämpfen. „Ich musste extrem viel überholen, das macht es nicht leicht“, sagte der Dritte der Altersklasse TM40. Vereinskamerad Marvin Beneke feierte seine Premiere auf der Olympischen Distanz und war mit 2:24:37 Stunden sehr zufrieden. „Eine Zeit unter 2:25 Stunden ist gut. Am Ende war ich ziemlich platt, aber so muss es sein“, hatte er seine letzten Körner auf der Strecke gelassen. Björn Jüttner, ebenfalls Tri-Wolf, kämpfte mit der Hitze – und mit dem Neoprenverbot beim Schwimmen. „Dadurch wird alles ein bisschen langsamer und anstrengender“, wusste er. Auf dem Rad habe er sich dann aber sehr gut gefühlt. Wie alle anderen Athleten bewies Jüttner Kampfgeist.

Den musste auch Daniel Lang vom Tri-Team Schwarme aufbringen. Beim Schwimmen wurde er zweimal unter Wasser gedrückt und musste beide Male neu seinen Rhythmus finden. Doch Triathleten sind hart im Nehmen – und so kämpfte er sich trotz eines angeschlagenen Nackens bis ins Ziel. „Irgendwann merkt man den Schmerz nicht mehr“, erklärte er. Er wurde Achter der TM35, Teamkollege Björn Grommisch (TM45) schaffte es in 2:19:59 Stunden sogar auf Rang drei. Im Sprinttriathlon wurde Tri-Wolf Mario Lawendel Vierter, Vereinskollege Sebastian Mielke siegte gar in der Altersklasse TM30.

Einen Schreckmoment gab es jedoch: Der Verdener Christian Siedlitzki stürzte mit dem Rad, kam verletzt ins Krankenhaus. Bittere Momente wie dieser waren aber eine Seltenheit, die schönen überwogen. Wie etwa bei Manfred Hinzmann: Der 80-jährige Stuhrer erreichte nach 3:45:43 Stunden das Ziel. Für den ältesten Teilnehmer im Feld war es der 25. Start und das 25. Finish beim Silbersee-Triathlon – dieses Jubiläum sucht seinesgleichen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+