B-Jugendfußball Der JFV Weyhe-Stuhr bezwingt Werder und steht sensationell im Finale

Große Sensation am Stuhrer Brunnenweg: Die B-Junioren des JFV Weyhe-Stuhr haben im Pokalhalbfinale den Bundesligisten Werder Bremen ausgeschaltet. Im Endspiel wartet nun der Blumenthaler SV.
26.05.2022, 10:27
Lesedauer: 2 Min
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Von Sven Hermann

Wie schön kann Fußball doch sein! Als Mannschaftskapitän Arndt Bockhop vom Verbandsligisten JFV Weyhe-Stuhr im Halbfinale des Bremer Fußball-Landespokals der B-Junioren gegen den hoch favorisierten Bundesligisten SV Werder Bremen im entscheidenden Elfmeterschießen den finalen Schuss zum 4:3 (0:0)-Endstand im Tor unterbrachte, gab es aufseiten des Underdogs kein Halten mehr. In einer großen Jubeltraube feierten die JFV-Kicker und Verantwortlichen diesen außergewöhnlichen und sensationellen Triumph, den eigentlich niemand für möglich gehalten hatte. Mit einer unglaublichen Energieleistung zwang das Team von Trainer Rainer Bindemann den haushohen Favoriten in die Knie und zog damit ins Endspiel ein, in dem der Blumenthaler SV am 8. Juni der Gegner sein wird.

Trainer Bindemann kniete nach dem entscheidenden Elfmeter von Bockhop einige Zeit ungläubig und allein in der Nähe des Mittelkreises. Er brauchte Minuten, um diesen Triumph überhaupt zu fassen. "Ich glaube, bei der Vatertagstour mit meiner Habenhauser Ü40 wird Grothenn's Gasthaus abgerissen. Man kann nicht begreifen, was hier gerade passiert ist. Einsatz und Wille stimmten, unsere Abwehr war einfach bärenstark. Jetzt soll auch der Pokal her", jubelte Bindemann. 

Von Beginn an erwiesen sich die über sich hinauswachsenden JFV-Akteure als Mentalitätsmonster. Sie kämpften um jeden Zentimeter auf dem Brinkumer Kunstrasen, gaben keinen Zweikampf verloren und hatten in den ersten 40 Minuten auch die klareren Chancen. Nach einer Ecke von Thies Marold Hafke köpfte Linksverteidiger Fynn Ole Eickhoff am Tor vorbei (19.). Vier Minuten später landete ein Pass von Fabian Bindemann beim pfeilschnellen Elly Senayah, der mit seinem Schuss nur die Latte traf. Alles, was auf das Tor der Gastgeber kam, war leichte Beute für JFV-Torhüter Daniel Gerke. "Daniels Strafraumbeherrschung war einfach fantastisch", lobte Bindemann seine Nummer eins.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Werderaner den Druck. Erneut lenkte Gerke einen Schuss, den dieses Mal der ehemalige JFV-Spieler Isaac Omoike abgefeuert hatte, über das Tor (48.). Grandios waren auch Gerkes Paraden gegen Wallenßus (58.) und eine Minute später gegen Boral, dessen Schuss er an die Latte lenkte. Doch auch die Platzherren hatten ihre Chancen zum Siegtreffer. Alejandro Jesus Kellnar blieb nach einem Konter und Zuspiel von Senayah an Krein hängen (69.). In der Nachspielzeit legte Abdo quer auf Ryan Müller, der ebenfalls an Krein scheiterte (80.+2). 

Es folgte das dramatische Elfmeterschießen, das es absolut in sich haben sollte. Den ersten Schuss beförderte Werders Wallenßus an den Querbalken. Die nächsten vier Schützen – die Weyher Senayah und Abdo sowie die Werderaner Nils Lindemann und Marsel Zrnic – verwandelten allesamt. Dann trat Kellnar an, dessen Schuss erst am linken und schließlich am rechten Innenpfosten landete, jedoch nicht ins Tor, sondern zurück ins Spielfeld trudelte. Während Patrik Zrnic und Tetje Dziubinski danach trafen, parierte Gerke den anschließenden Schuss von Alessandro Fitter. Anschließend machte Bockhop den Finaleinzug perfekt und der Jubel im JFV-Lager kannte keine Grenzen mehr. "Ich war vor meinem Schuss überhaupt nicht nervös. Die Mentalität, die jeder von uns an den Tag gelegt hat, war einfach famos. Jetzt schaffen wir auch den Pokalsieg", sagte Kapitän Bockhop. "Mir fehlen einfach die Worte. Alle haben super gespielt und hundert Prozent oder mehr gegeben", ergänzte JFV-Schlussmann Daniel Gerke. "In der Vergangenheit haben wir mit unserer Mannschaft eigentlich regelmäßig Elfmeterschießen verloren. Umso erstaunlicher, dass wir es jetzt ausgerechnet gegen Werder gepackt haben. Werder hatte schon Respekt vor der Elfmeterentscheidung. Wir hatten nichts zu verlieren, Werder alles", ergänzte der glückselige JFV-Coach Rainer Bindemann.

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