Bei der Kita Varrel

Anbau für rund zwei Millionen Euro geplant

Die Kita Varrel an der Schillerstraße soll einen Anbau bekommen. Darin sollen zwei neue Gruppen untergebracht werden. Die Gemeinde Stuhr plant mit einer Investition von 2,2 Millionen Euro.
16.09.2021, 17:33
Lesedauer: 3 Min
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Anbau für rund zwei Millionen Euro geplant
Von Eike Wienbarg

Stuhr-Varrel. Die Kindertagesstätte Varrel an der Schillerstraße soll einen Anbau mit zwei neuen Gruppenräumen bekommen. Diese Planung hat am Mittwochabend der Stuhrer Gemeinderat bei seiner Sitzung in der Mensa der Brinkumer Kooperativen Gesamtschule (KGS) einstimmig auf den Weg gebracht. Rund 2,2 Millionen Euro sollen dafür aufgewendet werden, berichtete Ann-Kathrin Dannemann, Fachdienstleiterin für die Bereiche Bildung, Jugend und Sport bei der Stuhrer Gemeindeverwaltung.

Hintergrund der geplanten Erweiterung ist der zusätzliche Bedarf an Kita-Plätzen vor allem im Bereich der Ortsteile Stuhr und Moordeich, wie Dannemann den Ratsmitgliedern erklärte. Für dieses Gebiet habe das Entwicklungskonzept der Stuhrer Kindertagesstätten einen Bedarf für eine neue vier- bis fünfgruppige Kita ergeben. Mit der Inbetriebnahme der neuen Kita in Blocken habe sich der Bedarf auf die Bereiche Moordeich und Varrel verlagert, so Dannemann weiter. Daher sollen Planungen für eine neue Kita in diesem Gebiet vorangetrieben werden. 

Bereits für das aktuelle Kita-Jahr ist aber gerade für den Ortsteil Varrel bei den Anmeldungen ein Mehrbedarf von 25 Plätzen für Kinder ab drei Jahren festgestellt worden, sagte Dannemann weiter. Dieser Mehrbedarf sei aber durch "organisatorische Maßnahmen" kompensiert worden. Zum Kita-Jahr 2022/2023 wird dann aber sogar ein Mehrbedarf von 50 Plätzen prognostiziert. Daher sei eine kurzfristige Lösung vonnöten, so die Fachdienstleiterin.

Als erste Idee standen zwei zusätzliche Gruppenräume in Mobilbauten auf dem Gelände der Kita Varrel im Raum, berichtete Dannemann. Allerdings gebe es in der Kita schon jetzt ein "grundsätzliches Problem" mit fehlenden oder zu kleinen Räumen. So gebe es zu wenig Ruhe- und Differenzierungsräume und Essensplätze. Auch ein Pausenraum für die Beschäftigten, ein ausreichend großes Mitarbeiterzimmer sowie ein Besprechungsraum fehlten, zählte Dannemann auf. "Die Kita Varrel ist sehr beengt", sagte sie. Das komme vor allem daher, dass die Kita noch für andere Voraussetzungen – zum Beispiel eine Betreuungszeit nur von 8 bis 12 Uhr – konzipiert wurde. "Das Leben in den Kitas hat sich verändert", erklärte Dannemann weiter.

Um all diese Raumprobleme zu lösen, sei ein Anbau erforderlich. Dieser sei "effizient und bedarfsgerecht", so Dannemann. Der neue Kita-Teil soll westlich an das bestehende Gebäude anschließen und einen bislang wenig nutzbaren Teil des Grundstücks sowie einen Teil des Außengeländes belegen. Die Grundfläche beträgt laut Gemeindeangaben rund 600 Quadratmeter. Dadurch, dass ein Teil des Außenspielgeländes in Anspruch genommen werden muss, soll das Kita-Gelände in Richtung Süden erweitert werden. Die Fläche dort ist ebenfalls in Besitz der Gemeinde, so Dannemann.

Im Anbau sollen dann laut Thorben Jahn von der Gemeindeverwaltung zwei "symmetrische" Gruppenräume mit jeweils rund 53 Quadratmetern Fläche für jeweils eine Gruppe mit 25 Kindern über drei Jahren entstehen. An beide Räume werden jeweils ein Ruhe- und Differenzierungsraum, eine Umkleide sowie die Sanitäranlagen angeschlossen. Hinzu kommt eine Teeküche für beide Räume, so Jahn.

Darüber hinaus ist eine Erweiterung des Küchenbereichs inklusive Umkleide- und Sanitärraum erforderlich. Einher geht der Umbau auch mit der Schaffung eines ausreichend großen Mitarbeiterzimmers, eines Pausenraums, eines Besprechungsraums und Räumen für Materialien und Putzmittel. Insgesamt rechnet die Gemeinde mit Kosten von rund 2,2 Millionen Euro. Mit einer Fertigstellung soll dann zum Kita-Jahr 2022/2023 geplant werden, sagte Dannemann.

Vorübergehend wäre die Kita Varrel dann sechsgruppig, erklärte sie. Nach der Fertigstellung einer weiteren Kita im Bereich Varrel und Moordeich soll sie dann aber wieder fünfgruppig werden, um auch den Vorgaben des Niedersächsischen Kita-Gesetzes zu entsprechen, erklärte die Fachdienstleiterin.

Der derzeitige Stand sei aber lediglich eine "Vorentwurfsplanung", betonte Dannemann. Diese sei wichtig, um den Planungsprozess voranzubringen, damit die Kita auch pünktlich fertig werden kann. "Es ist eine besondere Herausforderung, den Anbau zu lösen", sagte sie mit Blick auf die "sehr verwinkelte Dachkonstruktion" des Bestandsgebäudes.

"Es ist unabdingbar, dass wir den Beschluss fassen", sagte SPD-Fraktionschefin Susanne Cohrs in Hinblick auf den "dringenden Handlungsbedarf" vor Ort. Auch Bernd-Artin Wessels (CDU) stimmte dem Vorschlag zu. Er mahnte aber abermals den "Investitionsstau" in der Gemeinde an. So habe der Rat viele Entscheidungen getroffen, die stocken würden. Er befürchte, dass andere Projekte "noch weiter geschoben werden". Grünen-Fraktionschefin Kristine Helmerichs befand, dass der Investitionsstau noch aus dem "alten Verwaltungsvorstand" stamme. "Wir müssen gucken, dass auch da ist, was wir beschlossen haben", sagte sie. Auch Helmerichs sah einen "dringenden Bedarf" des Kita-Ausbaus. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Finn Erik Kortkamp mahnte einen Blick auf die Verkehrssituation vor Ort an. "Wir haben eine Verkehrsproblematik an dieser Stelle", sagte er in Bezug darauf, dass die Kita mitten in einem Wohngebiet liegt. Gerade die Zu- und Abfahrt müsste genau betrachtet werden, so Kortkamp. Am Ende der Diskussion stimmte der Rat dem Vorhaben einstimmig zu.

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