Kammermusik statt Herbstkonzert

Majestätische Klänge in der Gutsscheune

Die Klassische Philharmonie Nordwest ist ein Stück zu Hause auf Gut Varrel. Zum Neustart nach dem Lockdown kommt das Orchester in kleinerer Besetzung für zwei Auftritte nach Stuhr.
24.09.2020, 17:48
Lesedauer: 2 Min
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Majestätische Klänge in der Gutsscheune
Von Alexandra Penth
Majestätische Klänge in der Gutsscheune

Ulrich Semrau und Orchester kommen nach Stuhr.

Steffen Schmid

Stuhr-Varrel. Ulrich Semrau kehrt ins „Wohnzimmer“ zurück. So sehr fühlt sich der Musiker auf dem Gut Varrel inzwischen Zuhause. Immerhin haben die Herbstkonzerte der Klassischen Philharmonie Nordwest, deren Leiter und Gründer Semrau ist, Tradition. Das große Ensemble hat der Trompeter bei zwei Auftritten am Sonntag, 11. Oktober, in der Gutsscheune jedoch nicht dabei, sondern deren Kammerorchester, das Classic Chamber Orchestra. Stuhr ist einer der Startpunkte des Ensembles nach dem Lockdown.

Die Bühne ist das Sahnehäubchen

„Das Virus hat uns eiskalt ausgebremst“, sagt Semrau über die vergangenen Monate. Am 14. März sollte das Ensemble noch in der Glocke in Bremen spielen, wenige Tage zuvor kam die Absage. Seitdem war lange erstmal nichts. Die ausgefallenen Konzerte vom März holt das Orchester im Oktober nach. Semrau, der an der Kreismusikschule im Landkreis Diepholz und an der Universität Vechta lehrt, freut sich gemeinsam mit den Kollegen, wieder vor Publikum spielen zu können. „Der Unterricht ist eben unser Beruf, auf der Bühne zu stehen ist aber das Sahnehäubchen.“

Das Gut Varrel ist auch vor den Auftritten jeweils um 15 und um 18 Uhr ein Ankerpunkt für die Musiker. „Unser Probenraum ist in Bezug auf Corona zu klein“, schildert Semrau. Die Gemeinde Stuhr hat da raumtechnisch ausgeholfen. Der Trompetensolist und das Classic Chamber Orchestra präsentieren Werke der Barockmusik, die „mich in meinem musikalischen Leben begleitet haben“, sagt Ulrich Semrau. Im Mittelpunkt stehen Ausschnitte der im März 2019 in der Klosterkirche Heiligenrode aufgenommenen CD. Werke von Georg Friedrich Händel, Tomaso Albinoni, Henry Purcell, Pietro Baldassare und anderen stehen auf dem Programm. Die Musik des Barocks ist festlich und strahlend, sagt Semrau. Der Trompete kommt dabei eine ganz besondere Rolle zu: „Die Stimme Gottes wurde durch die Trompete dargestellt.“ Sie sei „die Stimme des Majestätischen“ in dieser Musik gewesen.

Das Classic Chamber Orchestra als Untergruppierung der Philharmonie spielt am 11. Oktober jeweils 75 Minuten ohne Pause. Bereits vor der Corona-Krise, sagt Ulrich Semrau, war geplant, öfter als Orchester in kleinerer Besetzung aufzutreten. Weil es auch verstärkt Auftritte im Ausland absolvieren soll, hat das Ensemble eben auch einen englischen Namen erhalten. Mit Semrau bilden sieben Musiker das Classic Chamber Orchestra: die Stimmführer der Streichergruppen der Philharmonie samt einer Cembalistin aus Bremen.

Viele Musikerkollegen, sagt Semrau, leiden stark unter den Einschränkungen für den Kulturbetrieb. Für Berufsmusiker ist es nicht nur finanziell „eine harte Zeit“, „weil es das ist, wofür wir leben. Das ist uns so ein bisschen genommen worden.“

Weitere Informationen

Der Eintritt für die Konzerte um 15 und um 18 Uhr beträgt jeweils 15, ermäßigt zwölf Euro und ist vor Ort zu zahlen. Eine verbindliche Anmeldung per Telefon unter 04 21 / 5 69 52 94 oder per E-Mail an g.aden@stuhr.de mit der Angabe, welche Vorstellung gewünscht ist, ist notwendig. „Hier werden auch Kontaktdaten aller Besucherinnen und Besucher aufgenommen“, erklärt Daniel Unsworth von der Gemeinde das Prozedere. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, maximal vier Besucher können wegen des Infektionsschutzes nebeneinander sitzen. Getränke werden ausschließlich in der Einlassphase angeboten. Der Mund-Nasen-Schutz ist zu tragen, sofern die Besucher nicht am Platz sitzen.

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