Leichtathletik Neue Motivation in neuem Trikot

Das Jahr 2020 ist für Sprinter Elvio Kremming überhaupt nicht nach Plan verlaufen. Mit dem Wechsel vom LC Hansa Stuhr zum SV Werder Bremen hofft das Leichtathletik-Talent nun auf neue Bestleistungen.
09.02.2021, 13:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek

Stuhr. Nach mehreren Jahren immer neuer Leistungssteigerungen hat Elvio Kremming im vergangenen Jahr 2020 nicht an seine positive Entwicklung angeknüpft. Das Sprint-Talent des LC Hansa Stuhr verbuchte keine neuen Bestleistungen und auch in der Landesbestenliste tauchte er nicht mehr ganz vorne auf.

Gleichzeitig hat der 18 Jahre alte Kremming ein in mehrfacher Hinsicht schwieriges Sportjahr hinter sich. „Das war komplett durcheinander“, bilanziert er. Mit ständig veränderten Trainingsbedingungen und zwischenzeitlichen Platzsperrungen wegen der Coronavirus-Pandemie war ein geregeltes Training für die Leichtathleten kaum möglich.

Dazu ist wichtig zu wissen: Die Athleten planen einen Großteil der Saison bereits im Frühjahr vor. Auf den Terminplan werden Trainingspläne und die privaten Kalender abgestimmt. Der März mit den Kontaktbeschränkungen, Veranstaltungsabsagen und einem unvorhersehbaren Saisonbeginn wirbelte dann einiges durcheinander. „Man konnte sich auf nichts einstellen und auf nichts hintrainieren“, erklärt Kremming.

Nachdem ihn der Schlüsselbeinbruch bei einem Hürdensturz im Jahr 2019 bereits für mehrere Monate zurückgeworfen hatte, wollte er nun wieder voll durchstarten. „Es sollte eigentlich mein Jahr werden – aber es war zum Scheitern verurteilt“, sagt er enttäuscht. Denn trotz dieses Rückschlags hatte er 2019 noch starke Zeiten geliefert.

Diese Umstände hätten dann auch an seiner Motivation genagt. „Ich habe nicht die Zukunft“, sagt Kremming. Das machte sich dann auch an den Zeiten bemerkbar, als er wieder bei Wettkämpfen starten durfte. Über 100 Meter verpasste er die Gelegenheit, eine Zeit mit einer zehn vor dem Komma zu laufen, um mehr als zwei Zehntel. In 2019 hatte Kremming mit 11,08 Sekunden noch an diesem Meilenstein gekratzt. Über 200 Meter blieb er sogar mehr als eine halbe Sekunde hinter seiner eigenen Bestmarke von 22,75 Sekunden.

Abschied vom LC Hansa

Trotz dieser enttäuschenden Resultate in diesem Jahr hat Kremming inzwischen wieder neuen Mut gefasst. Dafür wird er allerdings nach zehn Jahren das Trikot des LC Hansa Stuhr abstreifen. „Schon Ende 2019 hatte ich den Plan, mich auf Sprint zu fokussieren“, begründet er den Wechsel zum großen Nachbarn SV Werder Bremen. Im Sprint gelten die Grün-Weißen als eine der Spitzenadressen im Norden und stellten mit der 4x100-Meter-Staffel in diesem Jahr das bundesweit schnellste Quartett. Dem will sich nun auch Kremming anschließen, in Stuhr sehe er mehr den Schwerpunkt auf dem Mehrkampf.

Nach Gesprächen mit dem Trainer und einem Probetraining habe er an der Weser schnell ein gutes Gefühl gehabt, sagt Kremming: „Ich bin zufrieden mit der Entscheidung.“ Denn nun, da auch Lasse Pixberg zu Werder Bremen wechseln wird (wir berichteten), hätte er beim LCH keinen Trainingspartner auf ähnlichem Niveau gehabt. „In Bremen habe ich super Kollegen auf meiner oder höherer Ebene“, sagt Kremming über sein neues Umfeld.

Durch seinen Umzug in die Hansestadt verkürzen sich für den Sprinter zudem die Anfahrtswege zu den Übungseinheiten erheblich. Dadurch bleibe ihm nun mehr Zeit zwischen seiner Ausbildung zum Industriemechaniker und den wöchentlich fünf Trainingseinheiten über jeweils zwei Stunden. „Der Fokus liegt auf 100 Metern, das Training ist aber auch auf 200 Meter ausgelegt“, sagt er über seinen neuen Schwerpunkt.

Kremming setzt sich neue Ziele

An die zehn Jahre und die zahlreichen Erfolge an der Pillauer Straße werde er dennoch gerne zurückdenken. „Wir hatten eine gute Zeit zusammen, ich gehe nicht im Schlechten“, betont er.

Mit dem neuen Verein kommen bei Kremming auch neue Ziele. „Wir wollen mit der Staffel die Deutsche Meisterschaft nächstes Jahr“, hofft er auf weitere Titel auch in der höheren Altersklasse. Auf die persönlichen Ambitionen angesprochen, macht er kein Geheimnis daraus, dass er angesichts seiner bisherigen Bestleistung über 100 Meter gerne die Zehn vor dem Komma stehen hätte. „Ich will mir grundsätzlich keine Zeiten setzen“, sagt er. Zumal ein Wechsel immer Veränderungen mit sich bringe. Doch die Motivation ist nun wieder voll da.

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