Leichtathletik

Stuhrs Goldstücke

Mit Carolin Evers und Jason Lee Hoppe hat der LC Hansa Stuhr zwei spannende Nachwuchstalente in seinen Reihen. Sie sind die jungen Leichtathletik-Hoffnungsträger des Vereins.
11.11.2020, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Stuhrs Goldstücke

Entschlossener Blick und starke Leistungen: Carolin Evers (Mitte) kann im richtigen Moment ihr Bestes abrufen.

Christiane Golenia

Der Blick auf das Hier und Jetzt ist wegen der Corona-Pandemie auch bei den Leichtathleten des LC Hansa Stuhr getrübt. In die mittel- bis langfristige Zukunft können sie dennoch recht optimistisch schauen. Es gibt einige hoffnungsvolle Talente in ihren Reihen. Zwei davon hebt Berthold Buchwald, Leichtathletikabteilungsleiter der Stuhrer und zugleich Trainer, hervor und spricht von „unseren Goldstücken“. Gemeint sind Carolin Evers und Justin Lee Hoppe. Das Duo hat ein ganz starkes Jahr 2020 hinter sich – vor allem aber noch viele gute Jahre vor sich, wenn es nach Buchwald geht.

Einen durchaus wichtigen, aber vor allem beachtlichen Schritt haben Evers und Lee bereits gemacht. Sie stehen im Entwicklungskader des Bezirks Hannover, haben sich im Auswahlverfahren unter 150 Athletinnen und Athleten behauptet und es unter die besten 30 geschafft. Sie bringen also ein gutes Gesamtpaket mit. Denn die jungen Athleten wurden auf ihre Fähigkeiten in vielen verschiedenen Bereichen getestet, unter anderem Ausdauer, Koordination, Sprungkraft und Sprinten standen dabei im Fokus.

Aus den verschiedenen Einzeldisziplinen ergab sich ein Gesamtbild, grafisch erfasst in einem Leistungsdiagramm. Dieses Bild gibt nicht nur Aufschluss darüber, in welchen Disziplinen die Talente ihre Stärken und Schwächen haben, sondern liefert durchaus auch ein Indiz, in welche Richtung es mal gehen kann, wenn die Athletinnen und Athleten älter werden und sich spezialisieren. Im Detail müssen sich damit allerdings weder Carolin Evers, die der Altersklasse W12 angehört, noch Jason Lee Hoppe (M14) momentan beschäftigen. Dafür sind sie noch zu jung.

Ganz so einfach wird die Entscheidung wohl nicht zu fällen sein. Das legt zumindest Buchwalds Blick auf die Leistungsdiagramme seiner beiden Schützlinge nahe. Hoppes Auswertung weise quasi keine Schwäche auf, ist der Trainer erfreut. „Der Sport gibt ihm unwahrscheinlich viel“, berichtet er davon, wie wissbegierig der Nachwuchshoffnungsträger der Stuhrer ist. Der junge Athlet mache sich zum Beispiel im Internet darüber schlau, wie ein Trainingsplan aussehen könne oder wie gewisse Techniken funktionierten. „Das zeigt mir einfach, was für unheimliche Fähigkeiten man entwickeln kann, wenn man Lust auf etwas hat. Es ist eine wahre Freude“, schwärmt Buchwald. Diese Lust ist in Hoppes Fall die Leichtathletik.

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Der Hochsprung ist eine der besten Disziplinen von Jason Lee Hoppe. Der junge Athlet kann aber in nahezu allen Bereichen überzeugen. Er ist ein Multitalent.

Foto: Golitschek

Der Stuhrer punktet unter anderem mit seiner Bewegungsfähigkeit. Dass er in jeder Disziplin gute bis sehr gute Leistungen zeigen würde, kam nicht ganz unerwartet, denn es hatte sich in zahlreichen Wettkämpfen angedeutet. „Er hat immer überzeugt und sehr gute Ergebnisse geliefert“, erklärt Buchwald. Auch in den Blockwettkämpfen, die auch im kommenden Jahr für Hoppe eine wichtige Rolle spielen werden. Dort soll er sich laut Buchwald in Richtung der Deutschen Meisterschaften orientieren. Im Block S/S (Spring/Sprung) belegt Hoppe deutschlandweit Rang 13, in Niedersachsen ist er Dritter. Eine der Paradedisziplinen des Multi-Talents ist der Hochsprung. Hier liegt seine Bestmarke bei 1,78 Metern – in ganz Niedersachsen ist in derselben Altersklasse nur Asendorfs Leon Michelmann (1,84 Meter) in diesem Jahr stärker gewesen. Auch über 80 Meter Hürden ist Hoppe Zweiter (12,71 Sekunden), im Speerwurf lässt die Bestweite von 35,64 Metern (Rang sechs in Niedersachsen) auf weitere Top-Platzierungen hoffen. Buchwald will nicht ausschließen, dass es für seinen Schützling irgendwann Richtung Zehnkampf geht. „Aber“, erinnert er, „noch ist es zu früh, um das ganz genau vorherzusagen.“

Dass aus Carolin Evers später eine Siebenkämpferin wird, hält der LCH-Trainer dagegen für unwahrscheinlich. Der Medizinballwurf beim Entwicklungskader-Test war die einzige schwächere Disziplin des Talents. Dafür stimmten die Leistungen in den anderen Bereichen durch die Bank. Als Typ sei Evers ganz anders als Hoppe, erklärt Buchwald: „Carolin ist mehr kopfgesteuert. Sie ist keine, die aus der Nachahmung lernt. Sie will alles genau erklärt haben und legt sich alles im Kopf zurecht. Das ist auch als Trainer sehr spannend.“ Das junge Mädchen habe eine herausragende Fähigkeit: „Sie kann sich unwahrscheinlich konzentrieren und im richtigen Moment ihre Kräfte abrufen.“ Mental ist Evers für ihr junges Alter also bereits sehr stark. Auch sie wird in Zukunft in Blockwettkämpfen zeigen, was sie kann. Buchwald sieht ihre Stärken unter anderem im Hochsprung (Bestleistung: 1,50 Meter) und im Hürdenlauf (10,51 Sekunden). Auch in Evers – und das stimmt den Trainer positiv – schlummert noch ganz viel Potenzial.

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