Talent Jannick Voß verlässt LC Hansa Stuhr

Neue Perspektiven

Trotz starker Resultate schaffte es Jannick Voß nicht immer, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Nun zieht es das Leichtathletik-Talent des LC Hansa Stuhr in die Landeshauptstadt.
07.01.2021, 15:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek

Stuhr. In einem chaotischen Sportjahr 2020 hat Jannick Voß trotz so mancher Enttäuschung neue Perspektiven gefunden. Nachdem das Leichtathletik-Talent des LC Hansa Stuhr im Stabhochsprung nicht mehr seinen Rhythmus gefunden hatte, entdeckte es zufällig den Speerwurf für sich und überzeugte in dieser Disziplin. Zum Jahreswechsel stand nun die nächste Veränderung an – und der Abschied aus dem Landkreis Diepholz. Voß, der in Westerstede wohnt, hat sich dem Zehnkampf-Team von Hannover 96 unter Landestrainerin Beatrice Mau-Repnak angeschlossen.

Die Entscheidung mag auf den ersten Blick verwundern. Zuletzt hatte sich Voß im September 2019 im Mehrkampf probiert, als er mit der U20-Startgemeinschaft Hansa-Ettenbüttel-Oldenburg auf Landesebene den Titel holte. Danach machte er vor allem in Einzeldisziplinen auf sich aufmerksam und trug sich im vergangenen Jahr vier Mal in die Top Drei der Landesbestenliste ein. Er kann also noch immer in mehreren Disziplinen glänzen.

Der zweitägigen Wettbewerbsform zeigt sich Voß nicht abgeneigt. „Ich mag Zehnkampf“, sagt er. Zwar habe er vor manchen Disziplinen Respekt. Als Beispiel nennt er den Hürdenlauf, wenn er künftig voraussichtlich mit den 96-Athleten Malik Diakité und Marcel Meyer bei den Männern startet. Thorben Hast, bisher der Dritte im Bunde, verabschiedet sich offenbar für längere Zeit ins Ausland. „Ich könnte mich einklinken“, sieht Voß seine Chance für den nächsten Schritt in seiner Laufbahn.

Bis auf das Trikot wird sich für den Westersteder derweil nur wenig ändern: „Meine Trainer bleiben dieselben.“ Er werde weiterhin überwiegend in Aurich, Oldenburg oder eben Westerstede trainieren; auf der Anlage in Moordeich war er ohnehin nur selten. Die Entscheidung sei ihm außerdem leichter gefallen, da auch andere Hansa-Talente wie Elvio Kremming und Lasse Pixberg ihre Zukunft bei anderen Vereinen sehen. Beide zieht es zu Werder Bremen. „Die Mannschaftsoption fällt damit weg“, erklärt Voß. In Hannover sehe er die Möglichkeit, sich auf seine Leistungen zu konzentrieren und sich weiterzuentwickeln.

Auf diesem Weg wünscht LCH-Trainer Berthold Buchwald seinem ehemaligen Schützling alles Gute. „Jannick hat für den Verein viel getan und viele Titel geholt“, wird er sich an erfolgreiche gemeinsame Jahre erinnern. Allein 2020 holte Voß mit dem Diskus, der Kugel und dem Speer drei Titel auf Landesebene.

Insbesondere mit der Leistungssteigerung im Speerwurf war nicht zu rechnen gewesen. „Das war eigentlich spaßeshalber“, erzählt Voß. Als die ersten Würfe dann schon in Richtung Qualifikationsnorm für die Deutsche Meisterschaft gingen, konzentrierte er sich mehr auf diese Disziplin.

Denn im Stabhochsprung, bei dem Voß in den Vormonaten vielversprechende Leistungen gezeigt hatte, kam er nur bedingt in Form. Nach einem Leistungseinbruch zum Ende der Freiluftsaison 2019 gelang ihm in der Halle mit 4,71 Meter eine neue Bestleistung. Doch daran knüpfte er in den Folgemonaten nicht an, hinzu kamen die eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten wegen der Corona-Pandemie im Frühjahr. „Ich habe technisch nicht viel machen können“, rekapituliert er. Dennoch habe er am Stab Fortschritte gemacht, gleichzeitig aber nicht den Kopf frei bekommen: Anlauf und Absprung wollen nicht mehr recht zusammenpassen.

Da kamen die Erfolge im Speerwurf gerade recht. Der Disziplin gab Voß deshalb bei der Deutschen U20-Meisterschaft in Heilbronn den Vorzug – auch wenn er mit 57,94 Meter die eigene Bestmarke verfehlte und sich mit Platz sieben zufrieden geben musste. „Da fehlte die Routine“, sagt Voß. Mit vielleicht 45 Würfen im Vorjahr habe er deutlich unter dem Schnitt der Konkurrenz gelegen.

Auch wenn einiges nicht so lief, wie Voß sich das zunächst erhofft hatte, zeigt er sich „im Großen und Ganzen recht zufrieden“ mit dem Jahr 2020. Schließlich stehen neben den vereinzelten Leistungssteigerungen mehrere neue Titel in seiner Vita. Als Mehrkämpfer für Hannover 96 will er nun daran anknüpfen. „Mal sehen, was das Jahr bringt.“

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