Leseförderung in Stuhr

Lesen und vorlesen lassen

An der Lise-Meitner-Schule waren diese Woche Stuhrer Grundschüler zu Gast, um sich vorlesen zu lassen. Die mehrtägige Aktion der weiterführenden Schule dient als Vorlauf des bundesweiten Vorlesetags am Freitag.
13.11.2019, 17:04
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Von Gerald Weßel
Lesen und vorlesen lassen

Nach dem Lauschen einer Geschichte folgt das eigene Stöbern oder auch das Lesen in kleinen Gruppen.

Braunschädel

Stuhr-Moordeich. Kaum ist der letzte Satz der Geschichte um den Stinktroll verhallt und das Buch zugeklappt, trappeln mehr als zwei Dutzend Kinderfüße über den Teppichboden des Leseraumes in der Lise-Meitner-Schule. Erlösung von Langeweile ob der Geschichte, die Charlotte Seekamp, zwölf Jahre jung und Schülerin der Gymnasium-7C, vorgelesen hatte, ist es nicht, was die Kinder so schnell hat aufspringen lassen. Vielmehr locken in den Regalen an den Wänden des mit Teppich ausgelegten Raumes hunderte Bücher, in denen die Kinder nun noch nach Lust und Laune stöbern können.

Der Ausflug an die Lise-Meitner-Schule Anfang der Woche ist Teil der Woche des bundesweiten Vorlesetages am kommenden Freitag, 15. November. Hier kommt traditionell regionale Prominenz an die Schule, um den dortigen Schülern etwas vorzulesen. Doch erst einmal ist es Tradition, so Dirka Schweer-Hots, Leiterin des Regionalschulzweiges, anderen etwas vorzulesen. Genauer gesagt: Es lesen die Schüler der Mittelstufe aus Gymnasium und der Realschule. Im Haus an der Danziger Straße wird Lesen großgeschrieben. Es ist laut Schweer-Hots integraler Bestandteil der Schule. Vor allem in der 5. und 6. Klasse steht jede Woche eine Stunde in der „Leseoase“ im Stundenplan, erklärt Ute Güner, Leiter des Gymnasialzweiges.

An den ersten Tagen dieser Woche hatte die weiterführende Schule – wie auch in den Jahren zuvor – begonnen, Schüler der vierten Klassen dreier Stuhrer Grundschulen (Varrel, Moordeich und Heiligenrode) einzuladen. „So können sie sich nicht nur den Leseraum schon einmal anschauen und eine Geschichte hören, sondern die Schule als Ganzes bereits kennenlernen“, so Schweer-Hots. Denn im kommenden Jahr werden viele von ihnen zur Schule an die Danziger Straße wechseln, um hier entweder das Gymnasium oder die Realschule bis zur zehnten Klasse zu besuchen.

Charlotte Seekamp ist eine der Vorleserinnen des Mittwoch-Vormittages und ist nach eigener Aussage „süchtig nach Büchern“. Die Zwölfjährige liest quasi ständig, erzählt sie. „Ich lese alles. Wenn mir langweilig ist, lese ich sogar manchmal Wörterbücher.“ Jemand Besseren hätten sich die jungen Stuhrer also wohl gar nicht wünschen können, um sich etwas vorlesen zu lassen. Mit viel Ruhe und Bedacht auf Betonung trug sie die Geschichte vor.

Neben dem Zuhören kam auch die Kunst nicht zu kurz. So begleitete Melanie Schneider, Freiberuflerin an der Schule, die Schüler bei einem Projekt mit Aquarell und Ölkreide zur Geschichte rund um den Stinktroll.

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