Fußball Maximilian Degenhardt vom Brinkumer SV: „Ich will mich in allen Bereichen verbessern“

Maximilian Degenhardt spielt seine erste Saison im Herrenbereich und hat schon einige Einsätze gesammelt. Gegen den SV Werder Bremen III stand er zum ersten Mal in der Startelf.
16.10.2019, 14:43
Lesedauer: 4 Min
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Von Thorin Mentrup
Herr Degenhardt, im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen III haben Sie Ihr Startelfdebüt gefeiert. Wann hat Trainer Mike Gabel Sie darüber informiert, dass Sie von Beginn an auf dem Platz stehen werden?

Maximilian Degenhardt: Wir haben die gesamte Woche über immer wieder miteinander gesprochen. Schon davor hatte er mir immer wieder gesagt, dass ich gut trainiere, aber eben auch, dass wir drei Innenverteidiger (zusätzlich zu Degenhardt sind das Esin Demirkapi und Hasan Dalkiran, Anm. d. Red.) auf einem Leistungshoch sind. Dass ich am Wochenende dann ganz rechts ran durfte, hat mich schon überrascht. Aber es hat ja zum Glück alles ganz gut geklappt.

Sie haben es angesprochen: Eigentlich sind Sie Innen- und nicht Rechtsverteidiger. Wie groß ist die Umstellung, die Rolle auf der Außenbahn zu übernehmen?

Es war schon neu, neben Esin und Hasan auf dem Platz zu stehen. Aber da die Seite zuzumachen, mit Auge zu spielen, ganz gelassen zu bleiben und nicht hibbelig zu werden, das hat funktioniert. Ich hatte auch gute Hilfe durch Tom (Gronewold) vor mir. Das hat es natürlich erleichtert.

Ihre Aufregung war also nicht sehr groß?

Genau. Es war ja wie im Training: der gleiche Platz, geregnet hatte es die Tage vorher ja auch schon die ganze Zeit (lacht). Das war also keine große Umstellung. Es ging am Anfang viel über den Kampf und den Willen. Das Spielerische kam dann später dazu.

Wie haben Sie Ihre eigene Leistung gesehen und welches Feedback haben Sie von Ihren Trainern bekommen?

Das Feedback war gut. Das hatte ich aber auch von mir erwartet. Ich bin mit mir selbst sehr kritisch. Die ersten Aktionen waren zum Glück gut. Ob ich anders reagiert hätte, wenn sie misslungen wären, glaube ich nicht. Aber das hat auf jeden Fall geholfen. Die erste Hälfte war gut. Die zweite auch, auch wenn wir sofort das Gegentor bekommen haben. Dann mussten wir nach vorn nachlegen, deshalb haben wir dann auch durchgetauscht. Kevin (Artmann, spielender Co-Trainer) hat mir gesagt, dass meine Auswechslung nichts mit der Leistung zu tun hatte. Auch von Mike war das Feedback positiv.

Haben Sie während des Spiels noch an die Wende geglaubt? Die Zeit ist Ihnen und Ihrem Team nach dem Rückstand ja mehr und mehr davongerannt.

Natürlich haben wir an uns geglaubt. Aber es war auch schwierig. Die Chancen waren in der ersten Halbzeit da. Wie in den letzten Wochen hatten wir die ersten zwei, drei Dinger auf dem Fuß, haben sie aber nicht gemacht. Das war schon im Pokal so. Gegen Bremen blieben die Chancen dann nach der Pause so ein wenig aus. Wir hätten es einfach besser durchspielen müssen. Das können wir eigentlich auch. Aber wir haben es ja noch geschafft.

Bis zum Bremen-Spiel mussten Sie sich hinten anstellen, sind aber stets als Einwechselspieler zum Zug gekommen. War das für Sie ein Zeichen, dass Ihre Zeit bald kommt?

Es ist hinter Esin und Hasan nicht einfach, weil beide stark sind. Ich versuche mich in jedem Training anzubieten. Ob ich spiele oder nicht, muss Mike dann entscheiden. Ich will mich in meiner ersten Herrensaison so schnell wie möglich in allen Bereichen verbessern. In den ersten Wochen und Monaten ging es darum, alle Spieler, die aus dem Jugendbereich gekommen sind, auf das Tempo, die Geschwindigkeit und die Härte einzustellen. Wir müssen da mithalten können. Jetzt will ich mich in jedem Training, in jeder Woche und jedem Spiel, das ich bekomme, zeigen. Mike soll sehen, dass ich spielen möchte und dass ich meine Leistung bringe. Ich hoffe, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Vielleicht bringt Mike mich ja auch noch einmal auf rechts. Maxi Wirth will aber natürlich auch spielen und nicht nur auf der Bank sitzen. Mal sehen, was sich ergibt. Aber ich gebe alles. Wenn ich nicht außen spiele, versuche ich mich in der Innenverteidigung zu zeigen und mich da weiter zu verbessern, um irgendwann öfter zu spielen.

Das Ziel bleibt also auf lange Sicht, einen Platz in der Innenverteidigung zu ergattern? Oder ist die Hauptsache, auf dem Platz zu stehen?

Früher habe ich auch Sechser oder Achter gespielt. Das könnte auch klappen. Wo ich spiele, ist mir am Ende egal. Wenn ich irgendwo gebraucht werde, spiele ich da auch. Ich habe mich gegen Bremen auf der Rechtsverteidigerposition sehr wohlgefühlt, aber ich glaube, mir gefällt mir die Innenverteidigerposition schon besser, weil ich dann das Spiel zentral vor mir habe. Aber wenn Mike mich auf rechts aufstellt, bin ich damit auch total im Reinen.

Wie groß ist der Sprung vom Jugend- in den Herrenbereich?

Das Spielverständnis war vorher auch schon da bei mir. Jetzt hat sich aber die Geschwindigkeit verändert. Man muss im Kopf schneller sein. Körperlich ist es auch etwas anderes, wenn man im Training zum Beispiel gegen Dennis Krefta oder Diyar Kücük spielt. Dann muss man einfach dagegenhalten. Man darf sich nichts gefallen lassen und muss sich durchsetzen. Man muss sich aber vor allem im Kopf umstellen, schneller denken, den ersten Ball besser und schneller verarbeiten. Dann ist man in drei, vier Wochen schon ganz gut drin.

Also sind Sie mit Ihren ersten Monaten im Herrenbereich zufrieden?

Definitiv ja.

Auch für die Mannschaft läuft es sehr gut in der Liga mit sieben ungeschlagenen Spielen in Serie und fünf Siegen in Folge. Hatten Sie damit nach dem großen Umbruch im Sommer gerechnet?

Die Stimmung war von Beginn an gut, man konnte die ganze Zeit über sehen, wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt. Wir haben uns auch in den letzten Wochen immer weiter verbessert. Jeder hat sich gesteigert und will im 18-Mann-Kader sein. Dadurch ist die Trainingsqualität sehr hoch. Es war natürlich blöd, dass wir in den ersten Spielen auf den Bremer SV und den FC Oberneuland getroffen sind. Auch da hat man schon gute Ansätze gesehen. Seitdem läuft es richtig gut, bis auf das ärgerliche 3:3 gegen Lehe und das Pokal-Aus in Bremerhaven. Die Serie, die wir haben, wollen wir jetzt beibehalten.

Was ist denn ein realistisches Ziel für den Brinkumer SV?

Wir alle wollen so erfolgreich wie möglich die Saison abschließen. Wie weit wir kommen, hängt natürlich auch von den anderen ab. Wir konzentrieren uns aber erst einmal nur auf uns. So wie ich für mich sage, ich möchte mich so schnell wie möglich verbessern, gilt das auch für das Team. Wir wollen so viel wie möglich erreichen. Ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind.

Am Sonntag steht für Brinkum die Auswärtspartie beim ESC Geestemünde an. Da kann es doch nur Ihr Ziel sein, wieder in der Startelf zu stehen, oder?

Ja, das peile ich an. Mike hat gesehen, dass ich es kann. Aber ich muss mich im Training zeigen und Gas geben. Wichtig ist, dass die Trainer sehen, dass ich unbedingt will.

Das Gespräch führte Thorin Mentrup.

Info

Zur Person

Maximilian Degenhardt (19)

spielt sein erstes Jahr im Herrenbereich. Im Sommer schloss er sich dem Brinkumer SV an. In der Jugend hatte er zuletzt beim TuS Komet Arsten gespielt. Sein Vater Torsten ist Torwarttrainer bei der Elf vom Brunnenweg.

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