Wechsel bei den Stuhrer Jusos

Mit dem Schulz-Zug an die Spitze

Im Frühjahr 2017 gründeten sich die Stuhrer Jusos neu. Jetzt folgte der erste Wechsel an der Spitze der Gruppe.
15.01.2019, 18:13
Lesedauer: 3 Min
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Mit dem Schulz-Zug an die Spitze
Von Eike Wienbarg
Mit dem Schulz-Zug an die Spitze

Hat viel vor: der neue Stuhrer Juso-Vorsitzende Sebastian Koch.

Michael Braunschädel

Stuhr. Wir schreiben das Jahr 2017. Martin Schulz wird mit 100 Prozent der Delegiertenstimmen zum Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten der SPD gewählt. Er gilt als Hoffnungsträger der Partei, der Schulz-Zug läuft an. Viele, gerade auch junge Menschen, schließen sich der Partei in der Hoffnung auf einen Politikwechsel an. So auch die beiden Moordeicher Sebastian Koch und Alexander Tartsch. Der Schulz-Zug ist mittlerweile Geschichte. Doch Koch und Tartsch sind den Sozialdemokraten treu geblieben. Seit Anfang Januar führen die beiden nun die Stuhrer Jusos als Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender an.

Sebastian Koch löst dabei den Gründungsvorsitzenden Djego Finkenstedt ab. Dieser ist nach dem Abschluss seines Bachelor-Studiums in Bremen nun zum Master nach Düsseldorf gezogen. „Deswegen kann ich nicht mehr den Zeitaufwand aufbringen, der nötig wäre“, erklärt Finkenstedt seinen Rückzug, den er bereits im Oktober vollzogen hat. Übergangsweise übernahm dann ein kommissarischer Vorstand die Geschicke der Stuhrer Jusos. „Wir wollten, dass rechtlich alles sauber ist“, so Finkenstedt weiter. Am 3. Januar folgte dann die offizielle Neuwahl des Vorstandes.

Und dabei wurde eben der Moordeicher Koch zum Vorsitzenden gewählt. „Ich möchte gern etwas für Jugendliche in der Partei machen“, benennt er seine Grundmotivation. „Vor allem auch in der Gemeinde Stuhr“, fügt Koch hinzu. Wenn der 19-Jährige auf den Beginn seiner politischen Tätigkeit zurückblickt, fällt ihm vor allem ein Name ein: Martin Schulz. Zwar sei er schon in der Schule immer politisch interessiert gewesen, aber erst mit Schulz kam die Motivation, sich bei den Jusos zu engagieren. „Er war für mich ein großer Hoffnungsträger“, sagt Koch. „Das hat sich ein wenig geändert“, muss er anfügen.

Trotzdem ließ sich Koch, der zurzeit ein duales Studium beim Finanzamt Syke absolviert, nicht von seinem Weg abbringen. In der Parteiarbeit gefalle ihm vor allem die Antragsarbeit, also das Arbeiten an politischen Inhalten, erzählt Koch. „Dabei habe ich viel gelernt“, sagt der Neu-Vorsitzende. Als dann die Frage nach dem Vorsitz in Stuhr kam, war Koch sofort aufgeschlossen. „Ich habe viel positive Resonanz bekommen“, berichtet er.

Für den Vorsitz hat sich Sebastian Koch viel vorgenommen. „Wir sind noch viel zu wenig auf den Straßen unterwegs“, findet er. Gerade den anstehenden Europawahl-Wahlkampf möchte er nutzen. „Die EU ist das größte Friedensprojekt aller Zeiten“, sagt Koch. Diese Idee gelte es zu verteidigen. Hinzu komme die Auseinandersetzung mit der AfD. Seiner Ansicht nach helfe nur Aufklärung gegen die rechtspopulistischen Thesen der Partei. Und sein Vorgänger als Vorsitzender, Finkenstedt, ergänzt: „Der Antifaschismus ist das präsentestes Thema in den Juso-AGs.“ Deshalb hätten sich die Stuhrer Jusos auch an dem Konzert „Rock gegen Rechts“ vor Kurzem in Syke und der Aktion Wir sind mehr beteiligt. Auch die Zusammenarbeit mit den Jusos in Weyhe in diesem Feld könne er sich vorstellen, so Koch.

Als lokales Thema stehe vor allem die Verbesserung des ÖPNV im Vordergrund, betont Koch. Zurzeit warten die Nachwuchspolitiker auf die Antwort der Verwaltung auf einen Antrag, den sie gemeinsam mit der Stuhrer Jungen Union im vergangenen Jahr dazu gestellt hatten (wir berichteten). Positiv sei die Entwicklung im Bereich freies W-Lan in Stuhr zu bewerten, so Koch und Finkenstedt.

Als Stellvertreter unterstützt Alexander Tartsch die Arbeit von Koch. Auch er kam über die Begeisterung für Martin Schulz zu den Jusos. „Ich habe ihn auf einem Wahlkampfauftritt auf dem Bremer Marktplatz gesehen. Er war sehr überzeugend“, erinnert sich der 19-Jährige, der eine Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie macht. Seit einem Jahr ist er bei den Jusos. „Die Arbeitsweise hat mir sehr gut gefallen“, sagt er.

Die allgemeine Entwicklung der Jusos in Stuhr, die sich im Frühjahr 2017 wieder zusammenfanden, sei positiv, sind sich alle drei einig. Die Gruppe umfasse derzeit rund 20 Mitglieder im Alter von 15 bis 33 Jahre. Auch die Zusammenarbeit mit dem Ortsverein laufe gut. So sitzt Koch seit einiger Zeit mit im Ortsvereinsvorstand, mit Parteichef Dennis True führt sogar ein nomineller Juso den SPD-Ortsverein. So wie ihre Vorgänger zeigen sich auch Koch und Tartsch offen für die Zusammenarbeit mit den Jugendorganisationen von anderen Parteien. Ein späteres Engagement im Gemeinderat können sich die Nachwuchspolitiker ebenfalls vorstellen. Und auch ohne einen Martin Schulz in der ersten Reihe der SPD wollen die beiden an Bord bleiben.


Weitere Informationen zu den Stuhrer Jusos gibt es auf dem Facebook- und dem Instagram-Kanal der Gruppe. Außerdem können sich Interessierte beim Ortsvereinsvorstand oder per E-Mail an jusos@spd-stuhr.de melden.

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