Geschäftsbericht: Ilona Flügel ist umgezogen „Die kleine Oase“ mitten im Gewerbegebiet

Ihr Geschäft ist ihre „Herzensangelegenheit“. Nun ist Ilona Flügel mit ihrer kleinen Oase für Deko und Mode quasi zu den Wurzeln zurückgekehrt, vom Glashaus ins benachbarte Gewerbegebiet Brinkum-Süd.
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„Die kleine Oase“ mitten im Gewerbegebiet
Von Claudia Ihmels

Der Name passte nie besser als heute. „Die kleine Oase“ hat Ilona Flügel ihr Geschäft vor über zehn Jahren genannt, doch nach dem Umzug vor Kurzem vom Brinkumer Glashaus ins benachbarte Gewerbegebiet wirkt das Geschäft mit viel individueller Deko und Damenmode tatsächlich wie eine Oase inmitten von grauen Gewerbehallen. „Der Laden ist meine Herzensangelegenheit“, sagt Ilona Flügel, die ihre Ausstellungsfläche nun auch in ihren eigenen Garten erweitert hat, teilweise auch bis in ihr Haus. So könnten die Kunden sehen, dass sie nicht einfach beliebige Waren verkauft, sondern auch tatsächlich so lebt. „Die Wertigkeit ist so auch eine ganz andere“, findet die 58-Jährige.

Neben der großen Halle an der Hertha-Sponer-Straße im Gewerbegebiet Brinkum-Süd wirken die roten Container ein wenig wie aus einer anderen Welt. Denn mit den klassischen Containern, die man ansonsten in einem Gewerbegebiet erwarten würde, hat die neue Heimat der kleinen Oase kaum etwas gemein. Ilona Flügel hat sie auch von außen ganz in ihrem Stil gestaltet, davor eine kleine Veranda bauen lassen, auf der schon einige Dekoideen zu sehen sind. Im Inneren finden sich auf 60 Quadratmetern vor allem dänische und italienische Mode sowie Möbel und Deko im Vintage-, Landhaus- und Shabby-Stil.

Das neue Geschäft – zumindest der Innenbereich – ist damit deutlich kleiner als die Ausstellungsfläche im Glashaus mit 330 Quadratmetern. Vieles möchte Ilona Flügel deshalb je nach Saison präsentieren. Die Entscheidung für den Umzug ist vor allem deshalb gefallen, weil sie ihren Laden in direkter Nähe zu ihrem Wohnhaus haben wollte. „Im August 2019 war ich im Urlaub in der Türkei und habe viel nachgedacht“, blickt die Geschäftsfrau zurück. Ihr sei bewusst geworden, dass sie viel Zeit damit verbringt, im Laden darauf zu warten, ob ein Kunde kommt. „Schon vor Corona habe ich deshalb entschieden, dass ich das nicht mehr will und meine Container wieder aufmache“, fügt sie hinzu.

„Wieder“, weil die kleine Oase damit auch zu ihren Wurzeln zurückkehrt. Vor 13 Jahren eröffnete Ilona Flügel in den Containern, die sie sich zwei Jahre vorher schon „mit Hintergedanken“ von einer insolventen Firma gekauft hatte, ihre Posten-Oase. Hauptsächlich betrieb sie damals in der großen Halle auf ihrem Grundstück noch eine Firma, die für andere Unternehmen Waren verpackte. Viele Waren hätten aber gar nicht verpackt werden dürfen, weil etwa die Farbe eine Nuance abwich. „Und bevor man alles wegschmeißt“, erklärt Ilona Flügel, was es mit der Posten-Oase auf sich hatte. Die Container, in denen das Geschäft untergebracht war, standen an derselben Stelle wie heute.

Doch als aus der Posten-Oase die kleine Oase wurde, waren die Container zunächst Geschichte. 2010 zog Ilona Flügel mit ihrem Geschäft an den ZOB in die Brinkumer Ortsmitte. „Dort war ich viereinhalb Jahre, hatte aber dann schon das Glashaus gekauft und zwei Jahre beides parallel betrieben“, erzählt sie. Im Glashaus bot sie anfangs auch Events wie Ladies Nights und Essen mit Musik an, was sich aber auf Dauer nicht durchsetzen konnte. Über die Jahre gewann die kleine Oase aber viele Stammkunden. „Viele brauchen gar nicht mehr anzuprobieren“, sagt Ilona Flügel. Sie wisse gleich, welche Jeans der Kundin passt.

Was die Deko und die Möbel angeht, gibt es bei Ilona Flügel vieles, das sich sonst nicht in Geschäften findet. „Ich habe auch viele Teile aus Haushaltsauflösungen“, verrät sie. So zum Beispiel einen Schrank, den sie dann selbst angestrichen hat. Durch Zufall ist sie auch an einige alte Bier-Kisten aus Holz geraten. Der Besitzer habe die Kisten entsorgen wollen, Ilona Flügel bereitete sie auf und hatte die Idee, sie als Aufbewahrungsboxen für eingerollte Handtücher zu verwenden. Ebenso rettete sie ein altes Fenster von der Delmenhorster Nordwolle, das nun zum Verkauf steht. „Das sind alles Einzelstücke und jedes etwas Besonderes“, sagt Ilona Flügel. Es gebe so viele schöne alte Sachen, die man umfunktionieren könne.

Nicht nur in der neuen kleinen Oase selbst, sondern auch um die Ecke in ihrem Garten zeigt die 58-Jährige gerne ihre zahlreichen kreativen Ideen. „Bei Bedarf können wir einfach rübergehen“, bietet Ilona Flügel an, die nach eigener Aussage „immer schon viel herumgebastelt“ hat. Viele Ideen würden ihr auch einfach zufallen. „Mir begegnet irgendwas und dann mache ich was daraus“, sagt sie. Da sind zum Beispiel auch die alten Hocker aus dem Glashaus, in dem vor dem Einzug der kleinen Oase eine Gastronomie war. „Die habe ich weiß gestrichen“, berichtet Ilona Flügel. So würden viele Dinge dann Charme bekommen und seien eben keine 08/15-Ware, die es überall zu kaufen gebe. „Ich kann zu vielen Dingen auch eine Geschichte erzählen“, verspricht sie.

Wichtig ist der Geschäftsfrau in Sachen Mode und Deko auch, dass das Gekaufte nicht nach einer Saison schon wieder entsorgt wird. „Ich habe viele neue Sachen, aber auch viele Klassiker, die in fünf Jahren noch gefallen“, sagt sie. Nachhaltigkeit spiele dabei eine große Rolle. „Man gibt einmal viel aus, hat dann aber auch lange was davon“, so Ilona Flügel.

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