Mögliches Schwimmbad in Stuhr Zwei Varianten im Blick

Die Machbarkeitsstudie für ein mögliches Schwimmbad in der Gemeinde Stuhr liegt vor. Am 24. September sollen zwei Varianten im Ausschuss diskutiert werden.
17.09.2020, 17:26
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Zwei Varianten im Blick
Von Eike Wienbarg

Stuhr. Die Gemeinde Stuhr könnte bald ein eigenes Schwimmbad bekommen. Wie berichtet, hatte die Verwaltung auf Initiative der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine Machbarkeitsstudie für ein Bad in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dieser Studie sollen nun am Donnerstag, 24. September, in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Freizeit und Kultur vorgestellt werden. In der Vorlage werden zwei Bad-Varianten präsentiert.

Anlass für die Studie und den Antrag der Stuhrer Grünen Ende 2018 war, dass immer mehr Kinder gar nicht mehr oder nur unzureichend schwimmen können. Schwimmkurse in der Region sind oftmals weit im Voraus ausgebucht, der Schwimmunterricht in den Stuhrer Schulen ist mit langen Fahrtzeiten zu Bädern in anderen Kommunen verbunden. Teilweise kann der Unterricht auch gar nicht angeboten werden. „In den vergangenen Jahren konnte der Schwimmunterricht an den Grundschulen überwiegend verlässlich erteilt werden, jedoch nicht an allen Schulen im erforderlichen Umfang. Die Kooperativen Gesamtschulen waren in den vergangenen Jahren aufgrund fehlender Kapazitäten in Schwimmbädern nicht in der Lage, den Schwimmunterricht im erforderlichen Umfang zu gewährleisten“, heißt es dazu von der Gemeinde. Am Ende der vierten Klasse können rund 20 bis 30 Prozent der Schüler nicht schwimmen, verfügen nicht über das Schwimmabzeichen Bronze. An den KGSen nimmt die Zahl der Kinder, die am Ende der sechsten Klasse nicht schwimmen können, zu. Der Anteil beläuft sich auf rund 30 Prozent, so die Verwaltung. Anfang 2019 wurde dann der GSF-Planungsgesellschaft für Sport- und Freizeitbauten aus Hamm der Auftrag erteilt, zu prüfen, ob ein Schwimmbad mit Sportbecken, Lehrschwimmbecken und Sprungturm realisiert und so die Situation in Stuhr verbessert werden kann.

Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, „dass es für den Standort Stuhr angemessen ist, mit einem Schwimmbad insbesondere ein Angebot für Familien und die ältere Generation zu schaffen, da diese in der Gemeinde zukünftig einen hohen Anteil in der Bevölkerung darstellen werden“. Mit einem Schwimmbad könne die Attraktivität der Gemeinde gesteigert werden. „Neben der grundlegenden Bedarfsdeckung zur Gewährleistung des Schwimmbetriebes im Schul- und Vereinssport kann mit einem Schwimmbad über die Grenzen von Stuhr hinaus eine gewisse Strahlkraft in den umliegenden Kommunen erzielt werden“, heißt es in der Vorlage.

In der Machbarkeitsstudie werden dabei zwei Bad-Varianten genannt. Variante 1 zeigt, an welchen Standorten in Stuhr ein Hallenbad adäquat, unter Beachtung der vorhandenen Bedarfe, am wirtschaftlichsten und unter Darstellung einer optimierten Attraktivität errichtet und betrieben werden kann. Die beiden potenziellen Standorte befinden sich dabei in Brinkum, favorisiert wird eine gemeindeeigene Fläche am Brunnenweg in der Nähe zur KGS. Teil der ersten Variante sind unter anderem eine Schwimmhalle mit einem Wettkampfbecken, eine Sprunganlage, ein Aktivbecken mit flexibler Wassertiefe, ein Wasserspielbereich, eine Textilsauna, ein Außenbereich mit einem Ganzjahresbecken sowie ein Gastronomiebereich, der vorrangig als „Automaten-Gastronomie“ ausgestaltet sein sollte. Als Investitionskosten wurden dafür 15,5 Millionen Euro ermittelt. Der Betrieb würde 816 000 Euro kosten.

Die zweite Variante sieht die Beschränkung des Bades auf die Versorgung des Schul- und Vereinssports vor. Das beinhaltet ein Lehrschwimmbecken mit Hubboden. Investition hier: 4,6 Millionen Euro. Die Betriebskosten würden sich auf 140 000 Euro belaufen, so die Verwaltung.

Die Studie soll laut Verwaltung „als Diskussionsgrundlage auf dem Weg zu einer den individuellen Vorstellungen der politischen Gremien angepassten Variante“ fungieren. Beide Varianten seien grundsätzlich geeignet, das politisch formulierte Ziel einer verbesserten Schwimmfähigkeit bei Kindern zu erreichen. Die Gutachter empfehlen dabei die Umsetzung der Variante 1, da diese mehr Möglichkeiten biete. Außerdem wäre das Bad auch für Zielgruppen aus dem Umland attraktiv.

Nach einer grundsätzlichen politischen Entscheidung müsste dann die Umsetzung geprüft werden. Neben der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Gemeinde stünden dann der Personalbedarf, die Energieversorgung, die Gestaltung der Öffnungszeiten, der Eintrittspreise, des Bades und der Gastronomie, die Wahl der Betriebsform auf dem Plan, so die Verwaltung. Ziel müsse die Optimierung der Betriebskosten sein. Bei jedem Faktor gebe es Potenzial zur Kostenreduktion. „Die Möglichkeiten der Generierung von finanziellen Fördermitteln für das Gesamtvorhaben sind nach ersten Prüfungen im Wesentlichen beschränkt“, heißt es in der Vorlage weiter. Durch die verschiedenen Stellschrauben könnte der jährliche Zuschuss aber auf rund 694 200 Euro gesenkt werden, kalkuliert die Gemeinde.

Die Verwaltung schlägt daher „den Bau eines Hallenbades nach den grundsätzlichen Maßgaben der Variante 1“ vor. Außerdem solle ein Gutachten für ein Umsetzungskonzept zur Optimierung der Kosten entwickelt werden.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Jugend, F reizeit und Kultur am Donnerstag, 24. September, ab 18 Uhr im Ratssaal an der Blockener Straße 6 vorgestellt werden. Außerdem geht es um zwei Anträge des TuS Varrel auf Sportförderung sowie den Jahresbericht der Bibliotheken. Die Zahl der Gäste ist aufgrund der Corona-Pandemie begrenzt. Interessierte müssen sich bis zum 24. September, 12 Uhr unter 04 21 / 5 69 52 54 anmelden. Die Teilnahmewünsche werden nach Zeitpunkt des Eingangs berücksichtigt. Die Einhaltung des Abstandsgebotes und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sind verpflichtend.

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