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Nicolai Gräpler bleibt Brinkumer

Ein weiterer Leistungsträger bleibt dem Brinkumer SV treu. Nicolai Gräpler hat seine Zusage für eine weitere Saison gegeben.
28.03.2020, 18:01
Lesedauer: 4 Min
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Von Thorin Mentrup
Nicolai Gräpler bleibt Brinkumer

Stammspieler ist er bereits, nun soll Nicolai Gräpler beim Brinkumer SV Stück für Stück in eine Führungsrolle hineinwachsen.

Thorin Mentrup

Brinkum. Nicolai Gräpler bleibt dem Brinkumer SV eine weitere Saison erhalten. Nach Jannik Bender und Esin Demirkapi, die bereits beim Bremen-Ligisten zugesagt haben, will mit dem 25-Jährigen ein weiterer Leistungsträger den Weg, den der BSV unter Mike Gabel und Kevin Artmann eingeschlagen hat, weitergehen. Doch auch persönlich hat er einige Ziele in seinem dritten Jahr beim BSV.

Die Oberliga Niedersachsen ist für viele Bremen-Liga-Fußballer interessant. Das gilt auch für Nicolai Gräpler. „Natürlich habe ich mich damit beschäftigt“, gibt er zu. Dennoch hat er sich für Brinkum entschieden. Das hat mehrere Gründe: Zum einen den, dass mit Bender und Demirkapi bereits zwei langjährige BSVer verlängert haben, zum anderen den, „dass mir die Gespräche mit Mike gut gefallen haben“.

Zu einem Gesicht Brinkums werden

Der Coach hat dem linken Außenbahnspieler aufgezeigt, dass sportlich einiges möglich sein kann im kommenden Jahr. Aber auch, dass Gräpler in seiner persönlichen Entwicklung vorankommen kann. Für einen 25-Jährigen bedeutet das, mehr Verantwortung zu übernehmen, die jungen Spieler zu führen und mehr und mehr zu einem Gesicht des Vereins aufzusteigen. „Das ist ein Schritt, den ich nur in Brinkum machen kann“, weiß Gräpler. Bei einem Wechsel müsste er sich sein Standing in der Rangordnung neu erarbeiten, wäre von einer Führungsrolle erst einmal ein Stück weit entfernt. In Brinkum aber ist er in seinem dann dritten Jahr wahrlich kein Frischling und mit 25 Jahren auch kein Jungspund mehr. Er soll zu einer Persönlichkeit reifen. „Wir trauen Nico zu, dass er das bei uns schafft, und wir werden ihn dabei unterstützen“, verspricht Gabel. Ob es dann auch klappe, liege in erster Linie an Gräpler selbst.

Der Linksfuß kann sich mit dem Gedanken jedenfalls anfreunden. Eine Führungsrolle „wäre für mich der nächste Schritt“, findet er. An der Seite von Spielern wie Bender und Demirkapi durfte er in den vergangenen Jahren reifen. Jetzt will er selbst Talente unterstützen und vorangehen. Dass er über Leistung mitreißen kann, das hat er regelmäßig bewiesen in dieser Saison. Gräpler verkörpert Siegeswillen, Energie und Hunger auf Erfolg - und damit Attribute, die in den Leitlinien, die Gabel und Artmann am Brunnenweg etabliert haben, eine wichtige Rolle spielen. „Deshalb passt Nico so gut zu uns“, freut sich Gabel, der den Blondschopf noch aus gemeinsamen Etelser Zeiten kennt.

Das goldene Tor in Hastedt

Die erneute Zusammenarbeit läuft für beide bislang erfolgreich. „Ich habe mich in dieser Saison noch einmal weiterentwickelt“, findet Gräpler. Nachdem er in der Hinserie zunächst Verletzungsprobleme hatte, hat er sich zum unumstrittenen Stammspieler entwickelt. Beim 1:0-Sieg gegen den BSC Hastedt erzielte er sein bislang einziges Saisontor. „Letztes Jahr lief es vor dem Tor besser“, stellt er mit Blick auf damals neun Tore in 25 Spielen fest, „aber dieses Jahr spiele ich konstanter.“

Mehr als arrangiert hat sich Gräpler mittlerweile mit seiner Rolle als Linksverteidiger, in die er in der vergangenen Serie unter Trainer Dennis Offermann „von heute auf morgen“, wie er sagt, hineinwachsen musste. Auch unter Gabel und Artmann kommt er dort durchaus zum Einsatz. „Ich habe eigentlich immer im linken Mittelfeld oder als Linksaußen gespielt und musste lernen, defensiver zu denken“, erklärt er. Da sei Demirkapi, der meist als linker der beiden Innenverteidiger aufläuft, eine große Hilfe gewesen. Dass sich Gräpler derzeit wohl fühlt, dürfte auch daran liegen, dass Brinkum generell gefestigter auftritt als im Vorjahr, als es bei der Elf vom Brunnenweg in schlimmsten Zeiten erst einmal darum ging, überhaupt eine Elf auf den Platz zu bekommen. „Wir konnten unser Spiel nicht aufziehen und mussten uns oft nach dem Gegner richten. Dieses Jahr kann ich mich freier entfalten“, sagt Gräpler. Das nutzt er, um das Brinkumer Spiel über links anzutreiben.

Auch dank Gräpler spielt der BSV als Tabellendritter also eine starke Serie. „Mike und Kevin haben schnell unser Potenzial erkannt. Sie haben uns immer wieder gesagt, dass wir in der Bremen-Liga jeden Gegner schlagen können, auch Oberneuland und den Bremer SV. Das hat sich ein Stück weit bei uns in den Köpfen festgesetzt“, erklärt der Linksfuß. Dieser Glaube, der mittlerweile zu einem Selbstverständnis geworden ist, ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied zur Vorsaison.

Unbedingt Titel gewinnen

Als Gräpler, der in Weyhe wohnt, das erste Mal am Brunnenweg spielte, lief es für ihn nicht so gut. Aus der Jugend des TuS Sudweyhe war er Frank Thinius' Lockruf gefolgt, kam in seinem ersten Herrenjahr aber nicht wie gewünscht zum Zuge. „Ich war vielleicht noch nicht reif genug“, sagt er rückblickend. Zurück in Sudweyhe sei er an den Herrenfußball herangeführt worden, richtig zum Herrenspieler gereift sei er aber in Etelsen in der Landesliga Lüneburg. Auch weil er zu Offermann ein gutes Verhältnis hatte, wechselte er im Sommer 2018 zurück nach Brinkum. Der BSV war damals frischgebackener Meister. Nach nach einem durchwachsenen Jahr und einem Umbruch im vergangenen Sommer spielt die Mannschaft jetzt wieder oben mit. Das ist auch Gräplers Anspruch: „Ich will in meiner Karriere unbedingt etwas gewinnen, egal ob es die Meisterschaft oder der Pokal ist.“ Da spricht der Erfolgshunger aus ihm, den Gabel so schätzt. Gemeinsam wollen beide in der neuen Serie wieder oben angreifen.

Denn auch für Gabel, der wegen der Corona-Krise noch nicht mit so vielen Spielern seines Kaders gesprochen hat, wie er es sich gewünscht hätte, steht fest: „Wir wollen in der neuen Saison noch besser sein.“ Das wird Gräpler gern hören. Und wenn der verbesserte BSV dann so gut ist, wie es sich Gabel erhofft, ist der Lockruf der Oberliga Niedersachsen vielleicht gar nicht mehr so laut wie zuvor. Aber erst einmal steht für den Gräpler ohnehin „die persönliche Weiterentwicklung über der Oberliga, über dem Geld und über allem anderen“. Und da ist Brinkum die richtige Adresse.

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