Nistkästen-Aktion in Stuhr

Nach der Brut ist vor der Brut

In den Wäldern der Region befinden sich über 300 Nistkästen, die vom Nabu Stuhr betreut werden. Jedes Jahr im Herbst werden nach der Brut alle diese Kästen gereinigt und repariert.
22.09.2020, 16:25
Lesedauer: 2 Min
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Nach der Brut ist vor der Brut
Von Desiree Bertram
Nach der Brut ist vor der Brut

Gerd Hoppe vom Nabu Stuhr beschäftigt sich bereits seit über 40 Jahren mit verschiedensten Nistkästen.

Michael Galian

Die Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) Stuhr sind derzeit wieder in den Wäldern der Niedersächsischen Landesforsten unterwegs, um die über 300 Nistkästen in der Region zu reinigen und für die nächste Brutzeit vorzubereiten. „Bei unseren Kontrollgängen werden wir immer häufiger von Leuten angesprochen, die sich dafür interessieren. Das Umweltbewusstsein nimmt zu“, berichtet Gerd Hoppe vom Nabu Stuhr. Deshalb lädt der Nabu dazu ein, bei der Nistkasten-Aktion in Fahrenhorst an diesem Freitag, 25. September und Sonnabend, 26. September, ab 10 Uhr dabei zu sein. Der Treffpunkt dafür ist jeweils am Sportplatz an der Straße „Im Waldesgrund“, ab dort führen dann auch Schilder zum Arbeitseinsatz.

Interessierte können den Naturschützern beim Reinigen und Nesterbestimmen über die Schulter schauen. Zudem werden Tipps für eigene Kästen im Garten und Informationen über Lochgrößen und Kastentypen für verschiedenste Vögel gegeben. Die Kästen mit drei kleinen Löchern sind beispielsweise für Blaumeisen. Die Baumläufer hingegen brauchen einen bestimmten Spezial-Kasten mit seitlichem Eingang, weil sie kopfüber in Kreisen hin und her den Baumstamm entlang laufen, verrät Hoppe. Mit der Aktion sollen die Menschen miteinbezogen werden. „Die Teamarbeit macht Spaß und es gibt in der Gemeinde viel zu entdecken“, betont Bernhard Helmerichs vom Nabu Stuhr und sagt: „Wir wären sehr froh über weitere Unterstützer.“

Die Hauptarbeit dabei ist das Reinigen der Kästen. Und man muss schauen, ob sie repariert oder ausgetauscht werden müssen. "Am Nest ist auch erkennbar, welcher Vogel es bebrütet hat“, sagt Hoppe, während er ein Nest aus Moos, Bast und Federn zeigt: „Das hier ist definitiv von einer Kohlmeise.“ Neben den Kästen für die einzelnen Vogelarten betreut der Nabu unter anderem auch welche für Fledermäuse. Generell hängen die Nistkästen in einer Höhe von rund drei bis vier Metern. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie etwa die Hohltauben-Kästen, die in einer Höhe von sieben Metern aufgehangen werden. Waldkauz-Kästen werden sogar in zehn Metern Höhe angebracht. Alle Nistkästen der Nabu-Ortsgruppe werden in Handarbeit von den Mitgliedern angefertigt. Die Reinigungsaktion beginnt im Herbst, wenn die Brut abgeschlossen ist.

Denn die Brut kann durch Ruhestörung, Parasiten oder tierische Feinde wie Eichhörnchen gestört und sogar vernichtet werden. Zudem sei es sehr wichtig, dass die einzelnen Kästen jedes Jahr gereinigt werden und nicht nur zu Deko-Zwecken in den Gärten hängen, erklärt Hans Wielenberg vom Stuhrer Nabu. Aber auch der Specht ist ein echter Störenfried in Sachen Nistkästen. Denn Spechte versuchen in alle Nistkästen zu kommen und machen diese kaputt. Teils finden die Naturschützer Kästen, an denen die Löcher von Spechten vergrößert wurden, teils aber auch große Stücke, die aus den Wänden herausgepickt wurden. Um die Kästen zu schützen, hat Hoppe in den Jahren so einiges ausprobiert – von speziellem Hartholz bis tropischem Holz. Der gelernte Zimmermann und Bautischler kam dann auf die Idee, einen Spechtschutz aus Aluminium an den Nistkästen anzubringen: „Das ist ein voller Erfolg. So muss man sie nicht neu instand setzen.“ Die Kästen im Bradenholz sind bereits mit dem Schutz ausgestattet. Zukünftig sollen nach und nach auch weitere Kästen nachgerüstet werden.

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