Beteiligungsschritt für Förderantrag

179 Bürger nehmen an Online-Befragung zur Ortskernentwicklung Stuhr teil

Die Resonanz auf die Online-Umfrage zur Entwicklung des Stuhrer Ortskerns war größer als Bürgermeister Stephan Korte es erwartet hatte. Die Ergebnisse sollen in Kürze im Internet verfügbar sein.
21.04.2021, 17:30
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179 Bürger nehmen an Online-Befragung zur Ortskernentwicklung Stuhr teil
Von Alexandra Penth
179 Bürger nehmen an Online-Befragung zur Ortskernentwicklung Stuhr teil

Weniger Autoverkehr, dafür bessere Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer. Das ist eine der am häufigsten geäußerten Anregungen für den Stuhrer Ortskern.

TAMMO ERNST

Stuhr. Die große Beteiligung an der digital vonstatten gegangenen Bürgerumfrage zur Ortskernentwicklung Stuhr hat Bürgermeister Stephan Korte dann doch überrascht. „Sie hat echt großen Zuspruch erfahren“, sagt der Stuhrer Verwaltungschef. Womöglich hätte eine solche große Personenzahl bei einer Bürgerwerkstatt vor Ort nicht erreicht werden können, so Korte. Insgesamt 179 Bürger beteiligten sich an der zweieinhalbwöchigen Online-Befragung. Dabei gaben sie Antworten auf die Fragen: „Welche Angebote vermissen Sie in Stuhr?“ und „Welche Ideen und Wünsche haben Sie für die Ortskernentwicklung?“

Neben der Beantwortung der Fragen bestand noch die Möglichkeit, konkrete Ideen und Bewertungen für den Ortsteil zu formulieren. Die Gemeinde hatte sich auch für einen Info-Stand vor dem Rathaus im März als Ergänzung zur Online-Befragung entschieden. Knapp 230 Textbeiträge und rund 800 Bewertungen waren insgesamt eingegangen. Die Beteiligung war dabei nur der erste kleine Schritt Richtung Ortskernentwicklung. Die Gemeinde möchte, wie berichtet, in das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren - Erhaltung und Entwicklung der Orts- und Stadtkerne“ aufgenommen werden und benötigt für den Antrag erste Ideen und Anregungen. Wird die Förderung gewährt, sind weitere Beteiligungsschritte der Stuhrer vorgesehen, so die Verwaltung in einer Mitteilung.

Mehrheitlich wollen die Bürger, die sich beteiligt haben, Angebote für Familien, Senioren, Kinder und Jugendliche für den Ortsteil. „Orte mit attraktiver Außengastronomie werden von fast allen als wichtig bewertet, wie auch der Erwerb von lokalen Produkten“, heißt es von der Gemeinde. Das bestehende Gastronomie- und Einzelhandelsangebot vor Ort werde dabei geschätzt und solle nach Wunsch vieler Bürger prominenter präsentiert werden. Insgesamt solle mehr Aufenthaltsqualität entstehen. „Es gibt eine ganze Menge, weshalb die Leute herkommen, es hat aber kein einheitliches Label“, erklärt Korte.

Auf der anderen Seite wird die Verkehrssituation von vielen Teilnehmern der Umfrage als belastend beschrieben. Etwa für Fußgänger entlang der Blockener Straße, auf der auch viele Lastwagen unterwegs sind. Größtenteils bestand bei der Umfrage Konsens darüber, den Verkehrslärm und das Verkehrsaufkommen zu reduzieren, eine Aufwertung der Radverkehrsinfrastruktur zu erreichen und historische Gebäude für öffentlich zugängliche Angebote nutzen zu können. Außerdem war vermehrt der Wunsch nach einer Aufwertung der Stuhrer Mühle geäußert und vorgeschlagen worden sowie für einen Zugang zur Straßenbahn über den südlichen Bereich mit mehr Bike-And-Ride-Angeboten.

Allgemein wird auch die Nutzbarkeit der Stellflächen rund um das Rathaus als Veranstaltungsfläche wie auch eine Freiraumgestaltung der Flächen mit einem möglichen Park und/oder Platz begrüßt. Die Teilnehmer hatten den Wunsch an die Gemeinde herangetragen, einen Marktplatz, Veranstaltungsplatz und Wochenmarkt zu schaffen. Eine Ortsumgehung und damit Reduzierung des Durchgangsverkehrs war ebenfalls häufig aufgeführt worden. Von der jüngeren Bevölkerung werden insbesondere die Treffpunktqualitäten bemängelt.

Die Anregungen der Bürger sollen nun zunächst „eine Orientierung im Hinblick auf eine Gewichtung beziehungsweise Relevanz für die zukünftige Ortskernentwicklung ermöglichen“, heißt es von der Verwaltung. Insgesamt gibt es fünf Orte innerhalb des Ortskerns, die verstärkt kommentiert und bewertet worden waren. Hierzu zählen das Rathaus samt Umfeld, der Bahnhof und Umfeld, die Bahntrasse, die Stuhrer Landstraße und Blockener Landstraße sowie der östliche Ortskern-Eingang.

Den Förderantrag muss die Gemeinde noch in diesem Sommer losschicken. Die Umfrage bei den Bürgern war im Prozedere weiter nach hinten gerutscht, weil die Gemeindeverwaltung darauf gehofft hatte, trotz der Corona-Pandemie eine Präsenzveranstaltung abhalten zu können, betont Korte, der sich für den weiteren Prozess ähnliche Beteiligungsformate wie bei der Ortskernentwicklung Brinkum wünscht. Derzeit sei die Verwaltung im Gespräch mit wichtigen Akteuren vor Ort, um detaillierter in die Diskussion einzusteigen. Das seien unter anderem die Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (Isu) und die Kirche im Ortskern.

Die hohe Beteiligung auf digitalen Wegen wertet Bürgermeister Korte als Zeichen dafür, dass den Bürgern die Ortskernentwicklung am Herzen liegt und sie stark beschäftigt. Alle Ergebnisse der Onlinebeteiligung sollen in Kürze auch auf der Internetseite der Gemeinde Stuhr unter www.stuhr.de im Detail nachzulesen sein.

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