Basketball

Perfekter Anschauungsunterricht für den FTSV Jahn Brinkum

Der FTSV liegt zur Pause mit 48:25 vorn, verliert aber noch mit 68:85. Er findet keine Antwort auf die Ganzfeldpresse der Gäste.
18.02.2020, 16:47
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Thorin Mentrup
Perfekter Anschauungsunterricht für den FTSV Jahn Brinkum

Oliver Kleps und seine Brinkumer begannen stark, wurden aber nach der Pause überrumpelt. Die Gastgeber fanden auf die Pressverteidigung der Gäste keine Antwort und verspielten einen scheinbar sicheren Sieg noch.

Vasil Dinev

Diese Niederlage musste selbst ein erfahrener Basketballer wie Lothar Weyd erst einmal verdauen. 68:85 nach einer 48:25-Pausenführung. „Natürlich ist man dann erst einmal enttäuscht“, gab der Trainer des Bezirksligisten FTSV Jahn Brinkum unumwunden zu. Doch nach dieser ersten Phase der Niedergeschlagenheit hellte sich Weyds Gemüt wieder auf. Selbst der zweiten Hälfte, die sein Team mit 20:60 gegen Basketball Lesum/Vegesack III verloren hatte, gewann er etwas Positives ab. „Das war guter Anschauungsunterricht. Wir werden trainieren, wie wir darauf reagieren müssen, und in Zukunft darauf vorbereitet sein.“

Wovon Weyd sprach, war die Ganzfeldpresse der Gäste. So etwas wie der letzte Versuch, dieses fast schon verlorene Spiel doch noch zu drehen. Gegen einen ausgebuffteren Gegner wäre wohl auch dieses Mittel nicht von Erfolg gekrönt gewesen. „Aber wir haben uns total verunsichern lassen“, erkannte Weyd, dass seiner jungen Truppe die Erfahrung fehlte – und damit auch die Möglichkeit, Lösungen zu finden. Der FTSV agierte fast schon wie paralysiert. Kurz hintereinander nahm der Trainer zwei Auszeiten, versuchte zu erklären, was sein Team machen muss, um sich aus der Umklammerung der Gäste zu befreien. „Passen, passen, passen“, erklärte Weyd die Vorgehensweise. Dann hätte seine Mannschaft einige leichte Körbe erzielen können. „Und wenn du das drei-, viermal durchziehst, müssen sie die Presse aufgeben.“

Weil Brinkum unter dem Dauerdruck der Gäste jedoch Fehler um Fehler machte, kippte das Spiel. Weyd nahm sein Team in Schutz: „Die Jungs kannten die Presse nicht. Das spielt in der Bezirksliga niemand.“ Umso beeindruckter war er von Lesum/Vegesack: „Sie haben das brillant gespielt. Respekt.“ Auf dem Platz sei regelrecht Chaos ausgebrochen. „Sie waren laut, haben sich immer mehr angestachelt. Auch das kannten meine Spieler noch nicht.“ Brinkum verfiel in Panik. Schon nach dem dritten Viertel lief der FTSV einem 57:59-Rückstand hinterher und war derart von der Rolle, das er keine Wende mehr herbeiführte.

So übertünchte das Ergebnis auch ein wenig, wie stark die Brinkumer in der ersten Halbzeit aufgetreten waren. „Wir haben viel über unsere Center gespielt. Mit ihnen waren wir direkt vor dem Spiel noch einmal die Laufwege durchgegangen. Das hat super funktioniert. Sie haben selbst gepunktet, aber auch Freiraum für unsere Schützen geschaffen.“ Diese Symbiose war Weyds Schützlingen nicht immer in dieser Saison so perfekt gelungen wie gegen Lesum/Vegesack. Die Center Manuel Kattau und Eike Buß bewegten sich sehr gut, waren stets anspielbar und holten sich einige Rebounds gegen das nicht sehr groß gewachsene Gästeteam. „Die Erfolgserlebnisse waren für beide wichtig. Das hat mich für sie gefreut, sie haben sich das verdient“, war Weyd voll des Lobes für das Duo, von dessen Arbeit das gesamte Team profitierte. Brinkum zeigte harmonischen, überlegten Basketball wie aus einem Guss. „Das war die beste Halbzeit, die ich von meiner Mannschaft gesehen habe“, schwärmte Weyd.

Er warnte sein Team in der Pause davor, dass die Gäste noch einmal alles versuchen würden, um Zugang zur Partie zu finden. Doch eine so starke Presse hatte auch er nicht erwartet. „Sie haben uns kalt erwischt“, gab er zu. Am Ende musste Weyd anerkennen: „Wir hatten einen super Matchplan für die erste Halbzeit und Lesum/Vegesack einen noch besseren für die zweite.“ Zusätzlich zu dieser bitteren Erfahrung gab es aber auch noch eine wichtige Erkenntnis. Die nämlich, „dass uns so etwas wie nach der Pause nicht noch einmal passieren wird“, wie Weyd sagte. Dann war dieser perfekte Anschauungsunterricht aus Brinkumer Sicht doch noch zu etwas gut.

FTSV Jahn Brinkum: Bielski (7 Punkte), E. Buß (5), T. Buß (2), Gerdes (6), Hellmuth (14), Kattau (7), Kleps (21), Weyd (6).

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+