Platz drei bei U18-DM in Ulm Hoppe sichert sich seinen Platz im Bundeskader

Zu seinem 16. Geburtstag hat sich Hochspringer Jason Lee Hoppe vom LC Hansa Stuhr den dritten Platz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften gesichert. Die Freude viel zunächst jedoch verhalten aus.
18.07.2022, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek

Der anfängliche Frust wich schnell Freude: Seinen dritten Platz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der U18 in Ulm wollte Hochspringer Jason Lee Hoppe vom LC Hansa Stuhr zunächst nicht so recht bejubeln. 1,94 Meter bedeuteten zwar eine durchaus passable und konkurrenzfähige Leistung. Doch die Bronzemedaille hätte eigentlich nicht für den Verbleib im Bundeskader gereicht. "Ich habe gedacht, ich bin nicht mehr dabei, weil es nur die ersten beiden schaffen", erläutert Hoppe, "deswegen habe ich mich so geärgert."

Doch weil Friedrich Schulze (TV Gelnhausen) im kommenden Jahr in der U20 starten und in den Nachwuchskader I wechseln wird, darf Hoppe seinen Platz behalten. Pünktlich zu seinem 16. Geburtstag am vergangenen Sonnabend durfte er sich dann doch noch über das Erreichte freuen und eine positive Bilanz ziehen. "Das war sehr schön", sagt Hoppe rückblickend über die Deutsche Meisterschaft. Schulze sicherte sich derweil mit 2,09 Meter den Titel vor Amdi Gaye (TSV Klausdorf) mit 1,97 Meter.

Zumindest die Höhe des Vizemeisters war für Hoppe durchaus in Reichweite, wie Athlet und Trainer unisono sagen. Nur: "Ich habe beim letzten Sprung den Fuß falsch gesetzt", analysiert der 16-jährige Hansa-Athlet. Dadurch kam er vor dem Absprung mit dem Vorderfuß statt dem hinterem auf und erreichte nicht die notwendige Sprunghöhe. Weil auch Feliks Merkel (Wiesbadener LV) bei dieser Marke scheiterte und für die 1,94 Meter mehr Versuche benötigte, sicherte sich Hoppe so den verbliebenen Podiumsplatz.

Mit dieser Leistung zeigte sich auch Trainer Helge Ellwart durchaus einverstanden. "Die Platzierung ist wichtiger als das Ergebnis", stellt er mit Blick auf den Kaderplatz klar – und damit sei er sehr zufrieden. Zumal Hoppe bereits in Hannover und Göttingen die wichtige Marke von zwei Metern geknackt hatte und sich damit die Gunst des Kadertrainers gesichert habe. Platz eins sei angesichts des hohen Niveaus des älteren Schulze ohnehin unrealistisch gewesen. "Er ist eine andere Kategorie", kommentiert Ellwart.

Mit Ausnahme des Titelgewinners beobachtete Hoppes Übungsleiter, dass die meisten der sechs Athleten nicht ihre Bestwerte erreichten. Die Kulisse der Deutschen Jugendmeisterschaften mit Moderation und die Abwesenheit der Trainer auf dem Platz habe sich in der Nervosität der Talente bemerkbar gemacht. Er selbst musste den Wettkampf vom Zuschauerrang verfolgen und sprach von einem Gitter, das die Sicht beeinträchtigt habe. Dadurch habe er seinem Schützling praktisch keine Hilfestellungen geben können. "Jason ist noch gut hingekommen“, urteilt Ellwart. 1,94 Meter sei immer noch ein guter Wert und in dieser Saison habe er sich schließlich um acht Zentimeter gesteigert.

Hoppe bestätigt derweil die Aufregung: "Schon beim Einspringen habe ich die Latte mehrfach mit den Füßen gerissen", erzählt er von den ersten Problemen. Über den zunächst falschen Anlauf habe er sich geärgert, ihn jedoch noch korrigieren können. Zumal ihn dieses Gefühl bereits in Hannover begleitet habe und es dennoch für den Zwei-Meter-Sprung reichte. "Aber ich bin immer die Kurve zu früh gelaufen", spricht der 16-Jährige von einem weiteren Manko.

Auch Ellwart sieht bei der Technik noch Luft nach oben und machte Anlaufschwierigkeiten sowie die Haltung über der Latte als Schwächen aus. "Aber ich kann Jason nichts anlasten. Die Haaresbreite entscheidet letztlich", gibt er sich gelassen. Dafür habe er in dieser Saison ordentlich an Kraft zugelegt und sei ihm Training gereift. "Er übernimmt jetzt auch schon eine Coaching-Rolle", lobt Ellwart den Teamgeist seines Schützlings. Hoppe bringe sich zunehmend ein, habe Selbstbewusstsein entwickelt und analysiere auch die eigenen Fehler treffend. "Er hat die richtigen Werkzeuge im Kopf", sieht er ihn mental gut aufgestellt. Auch seine Ziele habe er klar vor Augen. Als positiv hebt der Übungsleiter außerdem hervor, dass Hoppe die gesamte Saison verletzungsfrei blieb. Das spreche ebenfalls für einen guten Trainingsstand.

Für Hoppe bildeten die Deutschen Meisterschaften in Ulm den vorläufigen Saisonhöhepunkt. Ellwart verordnet ihm nun eine rund dreiwöchige Pause. Anschließend sollen Sprint- und andere Sprungdisziplinen bei kleineren Wettkämpfen im Fokus stehen. "Die haben wir in der Vorbereitung für den Hochsprung vernachlässigt. Jason soll ein bisschen Abstand gewinnen", begrüntet der Coach. Ihm sei wichtig, jetzt nicht zu überziehen. Denn klar sei, dass auch von außen die Erwartungshaltung mit zunehmendem Alter und weiteren Erfolgen steigen werde. Wenn im kommenden Jahr die weiteren jungen Talente zur U16 aufschließen, verändere das auch noch einmal die Konkurrenzsituation.

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