Joshua Kanarski aus Fahrenhorst

Einmal Brocken und zurück

Joshua Kanarski aus Fahrenhorst hat sich eine ganz besondere Spendenaktion zugunsten der Deutschen Kinderkrebsstiftung ausgesucht. Mit zwei Freunden radelt er bis zum Brocken-Gipfel und zurück - in 24 Stunden.
01.07.2021, 17:13
Lesedauer: 4 Min
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Einmal Brocken und zurück
Von Eike Wienbarg
Einmal Brocken und zurück

Macht sich am Wochenende auf den Weg Richtung Brocken: Joshua Kanarski aus Fahrenhorst.

Vasil Dinev

Stuhr-Fahrenhorst. 100 Kilometer auf dem Rad sitzen ist für Joshua Kanarski nichts Neues. "Das fahre ich regelmäßig jedes Wochenende", sagt der 19-jährige Radsportler aus Fahrenhorst. An diesem Wochenende möchte er mit zwei Freunden aber eine ganz andere Herausforderung angehen. So will Kanarski an diesem Sonnabend, 3. Juli, gemeinsam mit Julian Weber aus Rheine und Fabian Wiemann aus Münster von Bremen aus den Gipfel des Brocken befahren und am gleichen Tag wieder zurückkommen. Mit ihrer Aktion wollen die drei Ausdauerradler Spenden für die Deutsche Kinderkrebsstiftung sammeln.

Die Idee dazu sei schon vor einiger Zeit entstanden, berichtet Kanarski. So gebe es aufgrund von Corona derzeit kaum Radsportevents für Amateursportler, sagt er. Normalerweise fahre er rund 25 Rennen im Jahr. In der Wintersaison stehen fast jedes Wochenende Rennen für Crosssportler an. "Ich fühle mich eher auf dem Mountainbike wohl", sagt Kanarski, der seine Radsportkarriere im Jahr 2018 beim RSV Bruchhausen-Vilsen gestartet hat. Im Sommer kommen dann jeweils noch zehn bis zwölf Rennen dazu – auch auf der Straße. "Im letzten Jahr habe ich nur zwei Rennen gefahren. Ein Einzelzeitfahren und ein Crossrennen", sagt Kanarski etwas enttäuscht mit Blick auf die vergangene Saison. Dabei war der Nachwuchsradler gerade erst in die Klasse der U23-Fahrer aufgerückt, in der er sich mit den besten Talenten Deutschlands messen kann.

Daher suchten sich die drei Fahrer aus der Lizenz-Sparte des Radsportteams Harveycom.it, für das Kanarski unter anderem bei sogenannten 24-Stunden-Rennen antritt, ein gemeinsames neues Ziel. Ins Blickfeld geriet ihnen dann die Aktion Bremen-Brocken-Bremen. "Wir waren auf der Suche nach einer Challenge, die wir mit einem guten Zweck verbinden können", erzählt Kanarski.

Gemeinsam, aber auch unabhängig voneinander, bereiteten sich die drei Radler, die sich von verschiedenen Rennen kennen, auf die rund 510 Kilometer lange Tour vor. Kanarski nahm Touren von rund 200 Kilometer in Angriff. So fuhr er unter anderem zum Alfsee und zurück, erzählt er. Auch besuchte er seine Mitstreiter in Rheine und Münster. "Ich bin lange Strecken gewöhnt und mag eher den Ausdauerbereich", sagt Kanarski, der mittlerweile für die Radrenngemeinschaft (RRG) Bremen fährt. Zusammen mit Julian Weber, der für das Team Emsstern Rheine an den Start geht, verbrachte Kanarski auch drei Tage in Willingen im Sauerland für ein kleines Höhentrainigslager.

Am Sonnabend soll dann die große Tour unter dem Titel "Selbsteingebrockt" in Richtung Brocken-Gipfel starten. Bereits am Freitag reisen Julian Weber und Fabian Wiemann, der vom Bike-Team Baumberge stammt, nach Fahrenhorst an. Dann muss Joshua Kanarski noch schnell sein Abiturzeugnis abholen, denn er hat in diesem Jahr seinen Abschluss an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Brinkum gemacht. Offizieller Start der Tour ist dann pünktlich um 5.06 Uhr am Weserwehr in Bremen. "Wir starten mit dem Sonnenaufgang", sagt Kanarski.

Für die Strecke haben die drei einen klaren Plan. Vier bis fünf Pausen soll es geben. Die erste nach rund 100 bis 150 Kilometern. Dann geht es rauf auf den Brocken. Geplant ist die Ankunft auf dem Berg am frühen Nachmittag, so Kanarski. Rund 250 Kilometer stecken den Radlern dann schon in den Beinen. "Hinkommen ist das Problem", sagt Kanarski mit einem Schmunzeln. Denn: "Vom Höhenprofil sieht der Rückweg entspannter aus", berichtet er weiter. Vom Gipfel gehe es erst einmal rund 70 Kilometer bergab.

Eine andere Schwierigkeit auf dem Rückweg ist die späte Zeit. "Das Hauptproblem ist, in Dunkelheit zu fahren, wenn man müde wird", sagt Kanarski. Dann steige auch die Unfallgefahr. "Wir hoffen, dass das Wetter gut ist, wenn wir den Berg runterfahren", sagt er über die sonst schwierigen Streckenverhältnisse. Unterwegs wollen die drei aber bei jedem Wetter sein. Mit einer Ankunft in Bremen planen sie gegen 1 Uhr am Sonntag. "Wir wollen es bis spätestens 5 Uhr schaffen", erklärt Joshua Kanarski mit Blick auf die 24-Stunden-Frist der Aktion.

Im Vorfeld der Tour machte sich Kanarski auch auf die Suche nach Sponsoren. Aufgrund der Corona-Pandemie habe sich das aber schwierig gestaltet. Viele Firmen seien aufgrund der Pandemie zurückhaltender, hat Kanarski bemerkt. Von einer Firma bekamen die Radler aber Kettenöl sowie Sitzcreme gesponsert, ein weiteres Unternehmen stellte 50 Energieriegel zur Verfügung. Ihr Teamchef stellte außerdem Online-Konferenzräume für die Vorbereitung bereit, erzählt der Fahrenhorster. Ansonsten sind Kanarski und Co. auch selbst ausgerüstet. In ihren Satteltaschen finden sich unter anderem neue Schläuche oder auch Behälter mit komprimierter Luft zum schnellen Aufpumpen der Reifen. Begleitet werden sie auf der Hin- und Rückfahrt aber auch von einem Begleitfahrzeug.

Ihr Spendenziel haben die drei Rennradfahrer erstmal auf 1000 Euro gesetzt. Je nach Spendenbereitschaft könne aber auch mehr oder weniger zusammenkommen, so Kanarski. Das Geld soll dann der allgemeinen Arbeit der Deutschen Kinderkrebsstiftung zugute kommen und ist an kein konkretes Projekt geknüpft.

Details zu der Spendenaktion sind im Internet unter www.kinderkrebsstiftung.de/spenden-helfen/spendenaktion/?cfd=mjwwz zu finden. Weiter Informationen zu der Challenge gibt es auch unter https://bremenbrockenbremen.de/. Joshua Kanarski und seine Kollegen wollen auch auf ihren Kanälen in den Sozialen Medien über die Aktion berichten.

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