Leichtathletik

Schönes Wochenende mit traurigem Finale

Ein Wechselfehler kostet die Startgemeinschaft Hansa-Oldenburg-Gnarrenburg eine noch bessere Platzierung bei der U20-DM. Lea Jerkovic sammelt neue Erfahrungen, während Jannick Voß gar nicht erst mitreist.
17.02.2020, 16:12
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Von Thorin Mentrup
Schönes Wochenende mit traurigem Finale

Starker Vorlauf, Pech im Endlauf für die Startgemeinschaft Hansa-Oldenburg-Gnarrenburg: (v. l.) Stefan Schumacher, Elvio Kremming, Lasse Pixberg und Tim Gutzeit erlebten wechselhafte U20-Meisterschaften in Neubrandenburg.

Ralf Görlitz

Neubrandenburg. Eine Großveranstaltung wie eine Deutsche Meisterschaft hat immer zwei Seiten: eine sportliche und eine, die darüber hinaus geht, bei der das Drumherum zählt. So erging es auch der kleinen Delegation des LC Hansa Stuhr bei den U20-Titelkämpfen. „Eine Deutsche Meisterschaft in Neubrandenburg, der Medaillenschmiede der abgewickelten DDR und in den folgenden Jahren der Bundesrepublik Deutschland, ist schon ein Erlebnis“, berichtete Berthold Buchwald, Leichtathletikabteilungsleiter und Trainer beim LC Hansa. Sportlich konnte die Veranstaltung da aus Stuhrer Sicht nicht komplett mithalten. Ein trauriges Finale trübte das ansonsten schöne Wochenende.

Es war der Staffelwettkampf, der den Stuhrern etwas schwer im Magen lag. Die 4x200-Meter-Startgemeinschaft Hansa-Oldenburg-Gnarrenburg mit den Hansa-Sprintassen Elvio Kremming an zweiter und Lasse Pixberg an dritter Position war auf Kurs, lief mit der sechstbesten Zeit in den B-Endlauf. Nach 1:32,54 Minuten stoppte die Uhr für das Quartett, zu dem auch der Gnarrenburger Startläufer Stefan Schumacher und der Oldenburger Schlussläufer Tim Gutzeit gehören – neue Bestzeit, obwohl der Wechsel von Pixberg zu Gutzeit nur dank eines beherzten Hechtsprungs gut ging. Ohnehin waren Wechsel ein beherrschendes Thema. Laut Buchwald schied mehr als ein Drittel aller Staffeln in den Vorläufen wegen Wechselfehlern aus. „Eine hohe Quote“, wie er feststellte.

Auch die Startgemeinschaft musste bitter erfahren, wie es ist, wenn die Stabübergabe nicht funktioniert. Dabei ließ sich der B-Endlauf der fünft- bis achtschnellsten Teams aus den Vorläufen sehr gut an. Kremming führte die Staffel auf Position drei und übergab an Pixberg. Wie Buchwald schilderte, sei dieser beim Wechsel auf Tim Gutzeit völlig „blau“, sprich kraftlos, gewesen. „Das hatte Tim nicht realisiert. Er stürmte los und Lasse erreichte ihn nicht“, berichtete der Trainer. Aus der Traum. Zumindest vorerst, denn alle vier Jugendlichen gehören dem jüngeren U20-Jahrgang an. Sie könnten also im kommenden Jahr erneut einen Anlauf starten. Nun bleibt erst einmal die Bahnsaison. Ende April steigt der erste Test über 4x100 Meter in Verden.

Völlig neue Erfahrungen sammelte Lea Jerkovic im 1500-Meter-Lauf. Sie war gefangen im Pulk des langsamen Feldes, die spurtstarken Läuferinnen verhinderten, dass sich eine Athletin nach vorn arbeiten konnte. Jerkovic fand keinen Ausweg und musste abreißen lassen, als die Spitze dann das Tempo erhöhte. 5:05,78 Minuten bedeuteten Rang neun von elf und das Aus nach den Vorläufen.

Das kleine Aufgebot des LC Hansa war ohne Jannick Voß angereist. Der Stabhochspringer trat die Reise nicht mit an. „Jannick wollte um die Medaillen mitspringen, musste aber erkennen, dass seine Nerven der Herausforderung nicht standhalten würden“, so Buchwald, der sich von den Rahmenbedingungen begeistert zeigte: „Die Halle im Sportpark in Neubrandenburg ist beeindruckend. Vier Rundbahnen, jeweils nur eine Anlage für die Sprünge und das Kugelstoßen, alles auf Leistungssport ausgerichtet. Die Organisation natürlich perfekt, ein informative Moderation, große Zuschauertribünen, Respekt.“ Es gab kaum etwas zu bemängeln. Nur das Finale hätte aus Stuhrer Sicht besser sein können.

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