Literaturwettbewerb

Geschichten vom Virus auf Weltreise

Drei Schüler der Lise-Meitner-Schule waren beim Literaturwettbewerb „Corona und ich – verrückte Zeiten“ besonders erfolgreich. Sie wurden nun für ihre Beiträge ausgezeichnet.
09.07.2020, 18:07
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Geschichten vom Virus auf Weltreise
Von Desiree Bertram
Geschichten vom Virus auf Weltreise

Die Gewinner des Literaturwettbewerbs Maximilian, Kylie und Daniel (von links) haben die Jury mit Kreativität überzeugt.

Vasil Dinev

Stuhr-Moordeich. Ein spannendes Märchen vom bösen Corona-Drachen, den es zu bezwingen gilt, oder eine humorvolle Kurzgeschichte über das „Alltagsproblem Maske“ eines Brillenträgers beim Hamstereinkauf – jede der Geschichten des Literaturwettbewerbes „Corona und ich – verrückte Zeiten“ der Lise-Meitner-Schule in Moordeich ist einzigartig und kreativ. Die Schule hatte in den Zeiten des coronabedingten Homeschoolings den Literaturwettbewerb für Schüler aller Jahrgänge und Schulzweige veranstaltet. Insgesamt zehn Schüler aus den Klassenstufen fünf bis neun haben teilgenommen. Am Donnerstag fand nun die Siegerehrung statt, bei der die drei Gewinner der jeweiligen Kategorien Märchen, Kurzgeschichte und Tagebucheintrag gekürt wurden.

Bei dem Wettbewerb sei es unter anderem darum gegangen, die Lust am Schreiben zu wecken, erzählte Deutschlehrerin Marion Eiskamp, die den Literaturwettbewerb gemeinsam mit ihrer Kollegin Nina Conrad, didaktische Leiterin und Deutschlehrerin, ins Leben gerufen hat. Die Einsendungen seien dabei alle unterhaltsam, spannend und kreativ gewesen. „Wir haben die Geschichten nach Merkmalen der jeweiligen Kategorie und auch nach Kreativität bewertet“, sagte Eiskamp. Zudem gab es eine Jury, in der zwei Vertreter der Schülerzeitung und die pädagogische Mitarbeiterin der Leseförderung, Regina Braue, mitwirkten. „Es war schwierig, eine Entscheidung zu treffen, aber wir waren uns trotzdem alle einig“, erklärte Eiskamp weiter.

In der Kategorie Märchen hat die zwölfjährige Kylie gewonnen, die „Das Märchen vom Corona-Drachen“ schrieb. Darin geht es um einen böswilligen Drachen, der Menschen getötet hat und besiegt werden soll. Viele Ritter und auch der König haben kläglich versucht, etwas gegen ihn zu unternehmen. Schließlich überlistet ihn ein Ritter, der nicht mit Gewalt, sondern mit Geschicklichkeit kämpft. „Er stellte die Regeln Abstand halten, Mundschutz tragen und Hände desinfizieren auf“, erzählte die Sechstklässlerin. Davon sei der Drache immer mehr geschrumpft, bis er irgendwann ganz weg war. Somit wurde der Drache, als Symbol für Corona, besiegt. Kylie freute sich über ihren Sieg, war aber dennoch überrascht: „Ich hätte nie gedacht, dass ich gewinne.“

Der elfjährige Maximilian holte den Sieg in der Kategorie Tagebucheintrag. Er hat die Krisenzeit aus Sicht des personifizierten Virus beschrieben: Corona denkt nicht daran, dass es böse ist. Es will nur spielen und den Menschen eine Freude machen. Also macht sich das „Virus auf Weltreise“. Über Postkarten hält Corona Kontakt zu seinen Verwandten, die eine ganze Postkartenflut schicken. „Es gibt ja nicht nur ein Virus“, erklärte der Fünftklässler. Damit wollte er auf die schnelle Verbreitung hinweisen. Schlussendlich fühlt sich Corona in der Geschichte auch krank und fragt sich, „ob es selbst auch Corona hat“.

Mit der Kurzgeschichte „Die Brille“ gewann der 15-jährige Daniel in seiner Kategorie und macht auf humorvolle Art und Weise auf die Alltagsprobleme von Brillenträgern mit Maske aufmerksam: Der Protagonist zieht mit Brille und Maske los zum Hamstereinkauf. Mit beschlagener Brille versucht er Dinge wie Mehl, Nudeln und Brillenputztücher massenweise einzukaufen und beschwert sich dabei. Ironischerweise passen die Brillenputztücher nicht mehr mit ins Auto und bleiben im Einkaufswagen liegen. Was danach geschieht und ob der Protagonist die Brillenputztücher doch noch mitnimmt, bleibt offen, erzählte der Neuntklässler.

Die Zeit mit den vielen Einschränkungen fanden die Schüler erst ganz gut, weil die Schule geschlossen war. Später aber nicht mehr, weil sie keine Freunden treffen durften, kaum rausgehen konnten und wieder am sozialen Leben teilnehmen wollten, berichteten die drei Gewinner. Alle könnten sich vorstellen, erneut an einem Literaturwettbewerb teilzunehmen. Für sie gab es einen Preis als Belohnung. Außerdem werden ihre Gewinner-Geschichten in der Schülerzeitung online veröffentlicht.

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