Serie von Autoaufbrüchen in Stuhr

Polizei vermutet Einzeltäter

Bei der Serie von Autoaufbrüchen in der Gemeinde Stuhr vermutet die Polizei, dass ein Einzeltäter am Werk ist. Insgesamt gab es in den vergangenen Wochen 24 ähnliche Fälle.
20.09.2021, 18:06
Lesedauer: 3 Min
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Polizei vermutet Einzeltäter
Von Eike Wienbarg

Stuhr. Zu einer ganzen Reihe von Autoaufbrüchen ist es in den vergangenen Wochen in der Gemeinde Stuhr gekommen. So wurde zum Beispiel am 15. August eine Damenhandtasche samt Bargeld, Ausweispapieren und Smartphone aus einem Wagen gestohlen, der auf dem Parkplatz des Moordeicher Friedhofes geparkt war. Die Täter schlugen dabei die Scheibe des Autos ein und stahlen die Handtasche vom Beifahrersitz. Zuletzt traf es am Wochenende, 4. und 5. September, gleich drei Autos in einer Nacht. Diese waren am Schützenweg und an der Kladdinger Straße in Alt-Stuhr geparkt.

Seit dem 9. August hat die Polizei nach Angaben von Thomas Gissing, Sprecher der Polizeiinspektion Diepholz, insgesamt 24 Taten dieser Art in der Gemeinde Stuhr festgestellt. Die Beamten haben dabei die Ortsteile Varrel und Moordeich als Schwerpunkt ausgemacht, berichtet Gissing weiter. Bei zehn der Fälle handelt es sich um schweren Diebstahl, weil der Täter sich an einem verschlossenen Auto zu schaffen machte. In 14 Fällen traf es aber unverschlossene Autos. "Der Täter geht gezielt nicht verschlossene Fahrzeuge an", sagt Polizeisprecher Thomas Gissing. Dass Menschen ihre Autos nicht abschließen, komme immer wieder vor, hat er beobachtet. Und das nicht nur auf dem eigenen Grundstück, sondern auch auf öffentlichen Parkplätzen oder bei Supermärkten, so der Polizeisprecher.

Bei den Taten in der Gemeinde Stuhr hat es der Täter vor allem auf Geldbörsen mit Bargeld und Ausweisen, Handtaschen, Rucksäcke und Handys abgesehen, berichtet Thomas Gissing weiter. Aber auch Sonnenbrillen oder Kleingeld aus den Ablagefächern der Fahrzeuge nahm der Täter mit. "Im Durchschnitt beträgt der Schaden circa 300 Euro pro Tat", bilanziert Gissing. Bei den aufgebrochenen Fahrzeugen gebe es keine Auffälligkeiten. So seien nicht nur höherwertige Fahrzeuge, sondern auch Kleinwagen von den Aufbrüchen betroffen.

Aufgrund der Art der Vorfälle gehen die Ermittler derzeit davon aus, dass die Taten zusammenhängen. Die Art der Vorgehensweise "ist ein starkes Indiz dafür", sagt Thomas Gissing. Zur Aufklärung der Fälle werte die Polizei vor allem die Spuren an den jeweiligen Tatorten aus. Aber auch Zeugenhinweise seien wichtig. Zudem habe die Polizei ihre Präsenz in den betroffenen Gebieten erhöht, so Thomas Gissing.

Und die Ermittlungen zeigen erste Erfolge. "Nach bisherigen Ermittlungen und der Vorgehensweise ist vermutlich ein Einzeltäter unterwegs", kann der Polizeisprecher berichten. Aufgrund der Hinweise kann er sogar noch konkreter werden. Denn die deuteten auf einen männlichen Radfahrer hin, der dunkel gekleidet und mit Kapuze unterwegs ist, so Gissing.

Ganz neu sei eine solche Serie von Autoaufbrüchen in der Gemeinde Stuhr nicht, sagt der Polizeisprecher weiter. "Solche Taten sind typisch unter anderem für Drogenabhängige", berichtet er. Bereits im Jahr 2020 habe es eine ähnliche Serie im Großraum Stuhr mit vielen Taten gegeben. "Der jetzt in Haft sitzende Täter kam seinerzeit aus Bremen und war drogenabhängig", berichtet Gissing. Da es sich bei den jetzigen Fällen erneut um Taten im Randbereich zum Bremer Stadtteil Huchting handelt, setzen die Diepholzer Beamten auch auf Kooperation. "Mit der Polizei Bremen besteht ein ständiger Austausch bei den Ermittlungen", sagt Gissing über die Zusammenarbeit mit den Kollegen in der benachbarten Hansestadt. An anderen Orten im Landkreis Diepholz gebe es im Bereich der Autoaufbrüche derzeit keine größeren Auffälligkeiten, so der Polizeisprecher, der zur Umsicht und Aufmerksamkeit rät.

Zur Sache

Tipps für Autobesitzer

Die Polizei rät aufgrund der Häufung der Autoaufbrüche in der Gemeinde Stuhr zu Vorsicht und Aufmerksamkeit. Bei verdächtigen Beobachtungen sollte sofort die Polizei informiert werden, sagt Polizeisprecher Thomas Gissing. Er rät Anwohnern auch, "wachsamer und aufmerksamer" zu sein und vor allem auf Veränderungen zu achten. "Der Täter begibt sich auch auf Grundstücke, um zu prüfen, ob ein Fahrzeug verschlossen ist", sagt Gissing.

"Das Wichtigste ist, das Fahrzeug zu verschließen und keine Wertsachen im Fahrzeug zu lassen", rät der Polizeibeamte weiter. Eine feste Garage, wenn vorhanden, sollte ebenfalls genutzt werden. "Eine eventuelle Videoüberwachung und Licht können Täter unter Umständen abschrecken", berichtet er weiter.

Hinweise zu Auffälligkeiten nimmt die Polizeistation in Stuhr telefonisch unter der Rufnummer 0421/4270790 entgegen.

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