Bürgermeisterwahl in Stuhr Stephan Korte gewinnt Stichwahl

Mit einem deutlichen Ergebnis von 61,49 Prozent hat Stephan Korte die Stichwahl zum Stuhrer Bürgermeister gewonnen. CDU-Konkurrent Frank Holle kam lediglich auf 38,51 Prozent.
16.06.2019, 21:02
Lesedauer: 2 Min
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Stephan Korte gewinnt Stichwahl
Von Eike Wienbarg

Stuhr. Stephan Korte wird neuer Bürgermeister der Gemeinde Stuhr. Bei der Stichwahl am Sonntag erhielt der 54-Jährige Einzelbewerber, der von der SPD und den Grünen unterstützt wurde, 6871 und damit 61,49 Prozent der abgegebenen Stimmen. Sein Konkurrent Frank Holle (CDU) kam auf 4303 Stimmen (38,51 Prozent).

Bereits nach den ersten Schnellmeldungen der Ergebnisse aus den Wahllokalen, die im Stuhrer Rathaus aufliefen, zeigte sich das Bild von Kortes Sieg. Nach und nach verfestigte sich auch der Abstand zwischen den beiden Bewerbern.

Kurz vor 19 Uhr betrat der Wahlgewinner Korte dann den Ratssaal. In den Reihen seiner Unterstützer von der SPD und den Grünen brandete spontan Jubel und Applaus auf. „Ist das nicht toll?“, freute sich die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Cohrs. Auch Grünen-Fraktionschefin Kristine Helmerichs war erleichtert. „Wir freuen uns alle“, sagte sie. Zwar habe sie mit dem Sieg von Korte gerechnet, aber nicht so ganz in der Höhe. „Der Wahlsieg ist deutlich“, fasste Helmerichs die Situation zusammen.

Stephan Korte kam zunächst aus dem Händeschütteln gar nicht mehr heraus. „Ich war heute relativ ruhig“, berichtete er über den Wahltag. Erst als die ersten Ergebnisse eintrudelten, sei er ein wenig nervös geworden. Nach seinem Sieg im ersten Wahlgang am 26. Mai und den vergangenen drei Wochen hatte er nach eigenen Angaben mit einem Erfolg in der Stichwahl gerechnet. „Das Ergebnis ist aber doch überraschend in der Höhe“, sagte Korte.

Seinen Erfolg führte er vor allem auf seinen Tür-zu-Tür-Wahlkampf zurück. „Das hat viel gebracht und mir viel Motivation gegeben“, so der Wahlgewinner. „Alles in allem war es eine tolle Sache“, fasste er seinen allerersten Wahlkampf zusammen und bedankte sich bei seinen Unterstützern.

Die Wahlbeteiligung lag mit 40,15 Prozent deutlich unter der vom ersten Wahlgang vor drei Wochen (63,2 Prozent). „Ich hätte mir ein wenig mehr Wahlbeteiligung erhofft“, sagte Korte dazu. „Aber das hat für mich keine Aussagekraft für die Legitimation“, so der Wahlgewinner.

Kurz nach Korte kamen auch der CDU-Kandidat Frank Holle und seine Unterstützer in den Ratsaal. Die Christdemokraten hatten die Ergebnisse zuvor im Brinkumer CDU-Haus verfolgt. „Das ist deutlich“, konstatierte Holle das Ergebnis, nahm die Niederlage aber „sportlich“. „Man gewinnt oder verliert, aber beides macht man mit Anstand“, sagte Holle und gratulierte Korte zu dessen Sieg. „Eine Wahl zu verlieren ist keine Schande“, befand er.

In seiner ersten Analyse nannte er das Thema der Unabhängigkeit seines Konkurrent als entscheidend. „Da muss man sich fragen, ob es zukünftig nur noch Einzelbewerber gibt“, so Holle. Seinen eigenen Wahlkampf bewertete er positiv. „Ich kann nicht erkennen, dass wir Fehler gemacht haben. Ich kann in den Spiegel gucken“, sagte der unterlegene Kandidat. Die vergangenen Wochen hätten ihn aber auch an seine Grenzen gebracht, berichtete der erfahrene Wahlkämpfer. „Wir hatten ein tolles Team und es hat Spaß gemacht. Ich habe viel gelernt“, resümiert er. In den sechs Monaten in Stuhr hätten sich viele Freundschaften ergeben.

Für Holle geht jetzt zurück als Samtgemeindebürgermeister von Tarmstedt. Dort hat er noch eine Amtszeit von rund zweieinhalb Jahren. Seinem Konkurrenten gab er noch den Tipp, in Stuhr ein Jugendparlament einzuführen. „Es würde mich freuen, wenn das klappt“, so Holle.

Stephan Korte hat jetzt bis Februar 2020 Zeit, sich auf die Nachfolge von Stuhrs scheidenden Bürgermeister Niels Thomsen vorzubereiten.

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