Handball Stuhr teilt Werders Gefühle

Die Sieben von Trainer Sven Engelmann lässt keinen Tiefschlag aus - und fühlt sich an einen Fußball-Bundesligisten erinnert.
08.03.2020, 19:23
Lesedauer: 2 Min
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Von Thorin Mentrup

Brinkum. Ein bisschen kommen sich die Handballer der HSG Stuhr wie die Fußballer des SV Werder Bremen vor. Von der Hand zu weisen ist diese Gefühlslage in dieser Seuchensaison in der Landesliga nicht. Es scheint, als könnten sie wie die SVW-Kicker versuchen, was sie wollen, nur reichen wird es am Ende nicht. Jüngster Beleg war die 29:30 (13:12)-Niederlage gegen die HSG Schwanewede/Neuenkirchen II, die bitterer kaum hätte sein können.

Drei Minuten vor Schluss führte die Mannschaft von Trainer Sven Engelmann noch mit 29:27. In Unterzahl musste sie zwar den Ausgleich hinnehmen, hatte dann aber selbst etwas mehr als eine Minute lang Überzahl bis zum Abpfiff. Doch die Gastgeber blieben torlos und kassierten einen Gegentreffer, der zu ihrer Situation als Schlusslicht passt: Soenke Beckers Wurf prallte vom Pfosten an Torhüter Frank Beyer und von diesem über die Linie. In den noch 14 Sekunden auf der Uhr brachten dann weder Jan Burgdorf noch Sebastian Beckmann den Ball mit ihren Würfen unter. Wieder nichts, wieder keine Punkte, wieder ein Tiefschlag. „Wir lassen nichts aus“, nahm es der jetzige Co- und zukünftige Cheftrainer Mike Owsianowski fast schon mit Galgenhumor. Eine gewisse Portion Wahrheit war aber dran an diesen Worten: Wenn es die Stuhrer in dieser Saison trifft, dann richtig.

Dabei hatten sie viel dafür getan, um den zweiten Saisonsieg einzufahren, führten mehrfach mit drei Toren Vorsprung, zuletzt beim 21:18 (41.). „Da hatte ich eigentlich das Gefühl, dass wir heute gewinnen“, sagte Christoph Schneider. Damit dürfte er nicht allein gewesen sein, denn die Gastgeber hatten eine richtig starke Phase, in der sie aggressiv verteidigten und offensiv schnell und entschlossen agierten. Sie schienen sich vom Frust der vergangenen Wochen freispielen zu können. „Sicher darf man sich aber nie sein. Wir haben immer wieder kleine Einbrüche“, verriet Engelmann, dass er dennoch angespannt war. Zurecht, wie sich zum Stuhrer Entsetzen herausstellte. „Es war einfach nur Glück, das das Spiel entschieden hat“, fand der Trainer.

Natürlich war nicht alles gut aufseiten der Gastgeber. Allzu gern hätte Engelmann den letzten Wurf bei Robert Gums gesehen, weil der Rechtsaußen einen starken Tag hatte. Doch in Position brachten ihn seine Mitspieler nicht mehr. Insgesamt aber war Engelmann vom Auftritt seiner Mannschaft angetan: „Das war seit Langem unsere beste handballerische Leistung“, meinte er. Mit Auftritten wie diesen werde man bald punkten, „denn dann kommt auch das Glück zurück“, hoffte der Coach.

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